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    <title>Home</title>
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    <description>textremsport : RUN your own WAY - wie das Leben so läuft</description>
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      <title>Bombenterror beim Boston Marathon</title>
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      <description><![CDATA[ <p style="text-align: center;"><img src="/files/3713/6609/7387/Boston_Marathon2.jpg" alt="Boston_Marathon2.jpg" width="549" height="387" /></p> ]]></description>
      <pubDate>Tue, 16 Apr 2013 09:23:00 +0200</pubDate>
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      <title>Das erste Mal bei einer Horizontalen</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/wandern/2013/4/15/das-erste-mal-bei-einer-horizontalen/</link>
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      <description><![CDATA[ <p>Zugegeben: Der Titel dieses Beitrags isoliert betrachtet ist in der Lage, auch den wohlwollenden, und unbedarften Leser auf eine gänzlich falsche Fährte zu führen. Um Fehlinterpretationen gleich zu Beginn den Garaus zu machen, versichere ich hiermit, dass ich keineswegs darüber nachdenke, meinen (ungeflunkert) ersten Besuch in einem Etablissement, einer Schlupfbude oder vulgariter dicitur im Puff zu planen oder gar an dieser Stelle en gros &amp; en detail über dieses (in meinem fortgeschrittenen Alter über die Maßen lächerliche) Initiationsritual der Mannbarkeit Rapport zu geben. Zwar werde ich in diesem Jahr meine bereits gut bürgerlich mir angetraute Gattin vor den Altar führen und Ausflüge ins Rotlichtviertel zählen oftmals zu den im Rahmen des Junggesellenabschieds zelebrierten kindischen Huldigungen bald verlorener Freiheit, aber schon meine Vorliebe für Kant verbietet es, den Menschen in jedweder Person als bloßes Mittel zu brauchen, womit sich jede rein auf Konsumption gerichtete erotische Betätigung von vorneherein verbietet.</p>
<p>Was also ist in Wahrheit gemeint? Die Horizontale, um die es geht, ist eine <strong>100 Kilometer Wanderung</strong> um die Fichte-Schiller-Hegel-Stadt Jena. Ich verdanke diese neue Herausforderung meiner Lauffreundin Anita, die selbst bereits mehrfach die Horizontale gefinisht hat (in jeweils deutlich unter 20 Stunden). 24 Stunden stehen für die Bewältigung der Ehrfurcht und noch mehr Furcht einflößenden Strecke zur Verfügung.</p>
<p>Da ich die erste Berührung mit derlei ultramäßigen Distanzen - sei es im Wander- oder im Laufschritt - als eine erste Vorbereitung auf die lange Nacht von Biel betrachte (zu der ich mich ebenfalls mit Anita in jetzt noch knapp 15 Jahren verabredet habe) betrachte, hatte ich nicht lange gezögert. Mit etwas Glück und getreu dem Motto : <em>Morgenstund fängt den Wurm</em>, gelang es mir, einen der schnell vergebenen 1000 Startplätze zu ergattern.</p>
<p>Da man nicht alle Tage vom Läufer zum Wanderer (vorübergehend) sich wandelt, werde ich auch von der Vorbereitung und Durchführung der <a title="Die Horizontale - Rund um Jena" href="http://www.horizontale-jena.de/" target="_blank">Horizontale - Rund um Jena</a> zu berichten wissen.</p>
<p>Knapp 100 Kilometer Wandertraining liegen seit dem Start am 07. April hinter mir. Was dabei anders als beim Laufen läuft, welches Equipment notgedrungen mit an den Start muss (<strong>NEIN - ICH NORDIC WALKE NICHT</strong> auch wenns vielleicht so aussieht...) und wie man sich fühlt, wenn man als langsamer Läufer die Langsamkeit neu entdeckt, davon in Kürze mehr.</p> ]]></description>
      <pubDate>Mon, 15 Apr 2013 21:24:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Mach mal Halblang! - Lufthansa HM 2013</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2013/3/11/mach-mal-halblang-lufthansa-hm-2013/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=444</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Verglichen mit der <a title="Paralympische Demütigung beim Frankfurt Halbmarathon 2012" href="/index.php/laufen/2012/3/13/paralympische-demuetigung-beim-frankfurt-halbmarathon-2012/">demütigenden Erfahrung bei meinem ersten Lufthansa Halbmarathon</a> im Vorjahr habe ich dieses Mal die richtige Taktik gewählt. Anstatt mich zu weit vorne einzureihen und dann während schier endlosen 21 Kilometern immer weiter nach hinten durchgereicht zu werden, habe ich es gestern genau anders herum versucht. Im letzten Block, der erst gute achtzehn Minuten nach den Elite-Läufern auf die Strecke geschossen wurde, stand ich ganz hinten.</p>
<p>Zwischenzeitlich überkam mich zwar die Angst, im Falle eines kurzzeitigen Ausscherens aus dem Feld aufgrund einer physischen Zwangslage mit einem Mal allein zu sein, doch es hat sich durchaus gelohnt, diese Angst auszuhalten (zumal sie unbegründet war, denn nicht bei allen Tätigkeiten bin ich so langsam, wie beim Laufen...).</p>
<p>Auch wenn meine Netto-Zielzeit mit 02:08:45 nur um ein kleines Minütchen schneller als das Ergebnis in 2012 war; hatte ich von Anfang bis Ende des Rennens ein gänzlich anderes Laufgefühl. Ruhiges Finden der eigenen Pace und von Kilometer zu Kilometer eine leichte aber stetige Steigerung des Tempos. Dazu Spaß am Laufen, genug Luft in den Lungen und nach hinten noch eine Menge Power in den Beinen, um auf dem letzten Kilometer noch einmal einen echten Zielspurt hinzulegen: 5,15 min/km sind für meine Verhältnisse eine wirkliche Sprint-Pace und so über die Ziellinie zu fliegen vermittelt einfach ein rundweg gutes Gefühl.</p>
<p>Die verbrannten Kalorien wurden binnen kürzester Zeit ergänzt - man weiß ja, was man sich schuldig ist. Da es beim Lufthansa Halbmarathon weder Finisher-Trikot noch Medaille gibt - was nicht allein dabei hilft, das Startgeld angesichts der spitzenmäßigen Orga geradezu spottbillig zu halten, sondern darüber hinaus aus Gründen der Nachhaltigkeit oder des Umweltkonzepts durchaus zu begüßen ist - überreichte ich mir selbst ein paar Kristall(Weizen)Pokale. Diese nehmen keinen Platz in der Vitrine weg und müssen auch nicht abgestaubt werden (höchstens abtrainiert, was ja nicht das Schlechteste ist).</p>
<p>Besser als Pokale und Medaillen sind ohnehin die Erinnerungen - unterstützt von ein paar fotografischen Impressionen. Spätestens 2014 werden wieder halbe Sachen gemacht, soviel ist sicher.</p>
<p>Irgendwo nach der Hälfte der Halbdistanz:</p>
<p><img src="/files/5913/6301/3433/HM2.jpg" alt="HM2.jpg" width="369" height="541" /></p>
<p> </p>
<p>Nicht mehr weit vom Stadion entfernt im Stadtwald:</p>
<p><img src="/files/1013/6301/3399/HM1.jpg" alt="HM1.jpg" width="555" height="370" /></p>
<p> </p>
<p>Ganz am Ende:</p>
<p><img src="/files/8713/6301/3473/HM4.jpg" alt="HM4.jpg" width="208" height="469" /></p>
<p> </p>
<p>...und absolut zufrieden!</p>
<p><img src="/files/4613/6301/3457/HM3.jpg" alt="HM3.jpg" width="316" height="475" /></p>
<p> </p>
<p>Glückwunsch an Andy G. für die super Premiere mit eindrucksvollen 01:41:01!</p> ]]></description>
      <pubDate>Mon, 11 Mar 2013 15:48:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Tre Stagioni: Jahreszeitenwechsel auf Vulkaneifel-Trails</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2013/3/9/tre-stagioni-jahreszeitenwechsel-auf-vulkaneifel-trails/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=442</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Ein Kurzurlaub, den mir meine Angetraute spendiert hat (stets ideenreich ohne Vergleich), führt uns familiäres Dreigestirn in einen Center Parc in der Vulkaneifel. In Anbetracht der läuferischen Herausforderungen dieses noch jungen Jahres (davon wird noch zu berichten sein), ist klar, dass ich die Zeit auch für ein paar ausgedehnte Trainingsrunden nutzen werde - nicht annähernd so fix, wie die Sportskollegen auf dem nahen Nürburgring, dafür aber umweltschonender und auf überwiegend unbefestigten Wegen.</p>
<p>Für den ersten Eifel-Trail nehme ich mir eine der Wanderrouten vor. Hochkelberg-Panoramapfad klingt nach wadensprengenden und ruhmreich zu bezwingenden Steigungen nebst ordentlich was zum gucken. Also packe ich es an. Vom Ferienpark geht es hinab ins Dörfchen Gunderath und vom Ufer des nahegelegenen Heilbachsees in weiten Schwüngen bergan. Neben den abwechselnden Kulissen - den Wäldern, Weiden und beschaulichen Weilern - wird der Reiz des Cross-Country-Laufs vor allem dadurch immens gesteigert, dass sich drei Jahreszeiten um die Vorherrschaft balgen. Es ist frühlingshaft warm, auf weiten Teilen der Strecke liegt dessen ungeachtet noch reichlich Schnee und Sonnenlicht auf braun belaubten Ästen weckt Erinnerungen an den letzten Herbst.</p>
<p><img src="/files/7513/6286/8979/WP_000815.jpg" alt="WP_000815.jpg" width="569" height="427" /></p>
<p>Mit den Jahreszeiten wechseln auch die Untergründe jäh ab. Akustisch am eindrucksvollsten ist der dicke, verharschte Schnee auf grobem Schotter. Unterhalb des Schnees hat sich Tauwasser Bahn gebrochen und einen Hohlraum geschaffen. Bei jedem Schritt sinkt die Schneedecke ein paar Zentimeter ab und es entsteht zeitversetzt ein zweites, dumpfes Trittgeräusch. <strong>Fast klingt es, als wäre mir etwas Großes und Schweres unmittelbar auf den Fersen. Bigfoot, Rübezahl (falsche Gegend), Grüffelo, übergewichtiger Sittenstrolch auf Schneeschuhen????</strong> Ich ertappe mich zweimal beim Drehen des Kopfes, zumal in der Höhe die menschlichen Fußabdrücke weniger, die der zwiegespaltenen Wildschweinklauen dagegen sehr viel mehr werden. Ich bin auf Schweineland. Wahrschau!</p>
<p>Im dichten Fichtendickicht begegne ich einem Jäger mit geschulterter Bock-Doppelflinte. „<em>Hallo, bin ich noch auf Wanderroute 34?</em>“ - „<em>Ach herrjeh… (Übersetzung: Hast du Depp nichts besseres zu tun und zu fragen?)</em>“ - „<em>Den Spuren nach hat‘s hier massig Schwarzwild, haben die schon Frischlinge? Ist es gefährlich…?</em>“ - „<em>Die ersten sind schon da, aber so lang sie die Bache nicht in die Enge treiben…</em>“ - „<em>Waidmannsheil!</em>“ - „<em>Waidmannsdank!</em>“. <strong>Insgeheim hoffe ich, dass die Bachen nicht auf die Idee kommen, mich Nicht-mehr-ganz-so-frisch-Ling in die Enge zu treiben</strong>. Wer bereits 12,5 Cross-Kilometer in profiliertem Terrain in den Waden hat, flieht und klettert nicht mehr allzu geschwind. Glücklicherweise kreuzen heute nur Rehe meinen Weg. <strong>Die Sauen  suchen sich wahrscheinlich fettere und leichter zu stellende Beute auf den diversen Routen des Nordic-Walking-Parks</strong>.</p>
<p>Höchster Punkt der Tour ist der Hochkelberg - obenauf fast vollständig militärischer Sicherheitsbereich und zudem von Pluto aus dem Urfeuer geschaffen. Die Eifel ist ein Vulkanmassiv, das nur mal eben ein kleines Nickerchen macht. Erst 10.000 Jahre seit dem letzten Ausbruch. Als ich die letzten Höhenmeter durch Schneematsch und aufgeweichtes Erdreich bis auf den Gipfel des Hochkelbergs mehr krieche als laufe (natürlich auch um mich trailmäßig einzuschlammen wie eine kapitale Wildsau), bin ich mir sicher: <strong>das einzige, was hier heute ausbricht, ist mein Schweiß</strong>. Tatsächlich finde ich auf dem höchsten Punkt eine kraterartige Vertiefung und auch meine Poren sind kraterartig geweitet. Vulkaneifel-Feeling pur. Ich steige auf eine grobe Holzbank und lasse aus salzverkrusteten Augen den Blick in die Weite schweifen. Wow! Der halbe Kilometer Steilhang hat sich mehr als gelohnt. In den Sommermonaten muss das Panorama atemberaubend sein (heut ist mein asthmatische Röcheln vor allem dem Anstieg geschuldet).</p>
<p>Als ich wieder an unserer niederländisch-spartanischen Hütte im Center Parc ankomme, liegen knapp 16 Kilometer abwechslungsreichen Geländelaufens hinter mir. Der zweite Run zwei Tage später steht dem in nichts nach. Ob die Bergtour positive Spuren hinterlassen hat, wird sich morgen zeigen: Am 10. März beim diesjährigen Lufthansa Halbmarathon in Franfurt.</p> ]]></description>
      <pubDate>Sat, 09 Mar 2013 23:34:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Mit Training Lab auf neuen Wegen zur Quantifizierung des Seins</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2013/2/8/mit-training-lab-auf-neuen-wegen-zur-quantifizierung-des-sei/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=439</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Dem berühmten <strong>deutschen Philosophen Kant</strong> zufolge, wird unsere gesamte menschliche Erkenntnis durch basale, begriffliche Formen des Denkens strukturiert, die der kluge Königsberger Kategorien nannte. Was nicht durch die Begriffe der Qualität (<em>etwas Bestimmtes Sein</em>), Quantitat (<em>eine bestimmte Menge von etwas Sein</em>), Relation (<em>etwas im Verhältnis zu etwas anderem Sein</em>) und Modalität (<em>etwas in bestimmter Weise Sein</em>)  immer schon bestimmt ist, ist für den Menschen schlichtweg kein Gegenstand, den er erfahren kann.</p>
<p>Soweit das philosophische Vorspiel zum Menschen als Mensch - nun zum Menschen als Läufer.</p>
<p>Für Menschen die Laufen, zählt von diesen Kategorien vor allem jene der Quantität. Läufer - und auch ihre multisportlichen Artgenossen wie Tri- und Duathleten - tendieren dazu, alles, was sie sind, in zählbare Größen umzuwandeln. <strong>Wer auf die Frage: „<em>Wie war dein Lauf?</em>“ mit „<em>Entspannt. Ich war so ungefähr eine Stunde bei schönem Wetter im Park</em>“ antwortet, ist ein Jogger.</strong> Der Läufer, der diesen Ehrentitel mit Fug und Recht beansprucht, druckt dem Fragenden ein Excel-Sheet mit den circa 25 wichtigsten Parametern aus. Distanz, Höhenprofil, Pace (min, max, Schnitt), Geschwindigkeit (min, max, Schnitt), Zeit, Höhenprofil, Kalorienverbrauch, Pulsfrequenz nach vorher festgelegten Belastungsstufen unterteilt, zudem Wetterdaten und eine Karte der Strecke - wahlweise als Skizze oder Satellitenfoto mittels Google Maps Import.</p>
<p>Auch die immens schlaue Kappe der süddeutschen Firma O-Synce, die ich seit geraumer Zeit Zwecks Langzeittest in meinem Besitz habe und bereits zum Gegenstand einer ersten Beurteilung gemacht hatte, gestattet dem laufenden Vertreter des postmodernen Homo sapiens nicht nur dank ihres multipel belegbaren Displays eine gediegene Selbstquantifizierung; die zugehörige Software, die zum kostenfreien Download auf der Webseite des Unternehmens bereitsteht, ermöglicht zudem die Führung eines sportiven Diariums, oder weniger geschwollen: eines vollumfänglichen Lauftagebuchs, das sogar den Import von Bildern gestattet.</p>
<p> <img src="/files/8513/6035/7523/Trainng-Lab-Tagebuch.jpg" alt="Trainng-Lab-Tagebuch.jpg" width="815" height="561" /></p>
<p>Vor allem die Internet- und Social Media- Skeptiker, die überhaupt keine Lust dazu verspüren, sich bei einer der zahllosen Online-Communities für LäuferInnen anzumelden, werden angesichts dieses Programms frohlocken, denn Training-Lab bietet offline, was andere Hersteller nur in Verbindung mit einer Registrierung bei dem jeweiligen Online-Portal bieten. Online geht natürlich auch - ist aber kein Muss.</p>
<p>Vor allem die Möglichkeit eines Bilder-Upload wertet das Lauftagebuch ungemein auf. Was ich bislang noch nicht herausbekommen habe, ist, wie man die Höhenunterschiede ermittelt. Wäre es unmöglich, mit dem Sports-Visor Screeneye X und der zugehörigen Software Training-Lab diese Daten zu erheben, wären derlei Datenfelder - wie sie (siehe oben) Bestandteil jeder Tagesansicht des Trainingstagebuches sind, schlicht überflüssig.</p>
<p>Hier wird sicher von Herstellerseite ein Statement folgen.</p>
<p>Fürs Erste so viel als vorläufiges Fazit: Schnelle und einfache Datenübertragung (Kabel) in Richtung der kostenlos herunterladbaren Software. Letztere bietet nette Features, die sich von den Standards der Mitbewerber positiv abheben (vor allem als offline nutzbares Lauftagebuch mit Bilder-Import); wechselnde Ansichten, die einen differenzierten Überblick von Tag bis hin zum ganzen Jahr gestatten und jede Menge weiterer grafischer Gimmicks, die es dem ambitionierten Hobby-Renner erlauben, sich in toto in Quantität aufzulösen.</p>
<p>Da die Tage länger werden und auch für frühe Vögel genug Licht am Firmament zu finden ist, um das Display des Screeneye-X zu illuminieren, wird es nun noch sehr viel öfter heißen: „Liebes Tagebuch…“.</p> ]]></description>
      <pubDate>Fri, 08 Feb 2013 21:42:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Auf und nieder … Nächstes Jahr wieder!</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2012/12/5/auf-und-nieder-nachstes-jahr-wieder/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=431</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Jedes Laufmagazin würde mich zum Deppen stempeln. Kein einziger Lauf über 22 Kilometer. Vier Wochen nicht trainiert wegen Virusgrippe und Antibiotika Einnahme. Frankfurt Marathon ausfallen lassen und dann - <strong>Bad Arolsen</strong>. Zu allem Überfluss hatte ich mich nicht einmal über das Streckenprofil informiert. 470 Höhenmeter und teils bis zu 18 Prozent Steigung…</p>
<p>Wer Bad Arolsen nicht kennt, sollte eine Erstberührung in Erwägung ziehen: Die kleine, einstige Garnisonsstadt hat nicht nur ein wunderschönes Barockschloss und eine der (zumindest an der Aufguss-Performance gemessen) besten Thermen Hessens zu bieten - sie wartet zudem mit <strong>gleich zwei Marathon Veranstaltungen</strong> auf. Mit einem solchen Pfund können nur wenige weit größere Städte wuchern.</p>
<p><img src="/files/4713/5482/3740/IMG_6063.jpg" alt="IMG_6063.jpg" width="512" height="769" /></p>
<p>Nachdem wir am Vortag aufgrund einer für Ortsunkundige erbärmlich ausgeschilderten Umleitung gefühlte drei Jahre durchs Waldecker Hinterland gegurkt waren, trafen wir im Ferienpark Twistesee ein. Man sucht zwar (vor allem am Wochenende) eine Weile nach der richtigen Hütte, hat man sie jedoch gefunden ist alles traumhaft. <strong>Warm, gemütlich, geschmacksbefreite Kunstgegenstände aber gute Betten</strong>. In jedem Fall eine Empfehlung für alle Läufer, die von außerhalb kommend den Adventmarathon in Angriff nehmen wollen.</p>
<p>Dass die Organisation ungeachtet der prima specie provinziellen Anmutung und der winzigen Startgebühr Spitze war, offenbarte sich bereits bei der Abholung der Startnummern am Vorabend des Laufs. <strong>Eine gratis Kappe mit Leuchtstreifen, ein Adventskalender mit Knusperkugeln, warme Worte und mehr als ein Lächeln</strong>. Das höchst erfreuliche Gegenteil jeglicher Massenabfertigung, wie man sie von den Big-City-Marathons gewöhnt ist.</p>
<p>Nach einer nervösen Nacht ging ich es an. Eine Stunde vor dem fitteren Rest der Welt und mit dem sicheren Gefühl des Scheiterns - und genau diese Stärke, die Schwäche einzugestehen, gab mir Kraft. Dieser Blick für die Realität  - und die einfach tolle Orga. Ich habe selten derart liebevoll bestückte Verpflegungsstationen gesehen.</p>
<p>Nach der Begrüßung und der Streckeninfo des Veranstalters (<strong>inklusive dem Hinweis, dass es in den Wäldern, durch die wir laufen würden, vor Schwarzwild nur so wimmelte…</strong>) wurde die kleine Gruppe der Frühstarter gegen Viertel vor Zehn zur Startlinie auf dem Damm am Twistesee geführt. Laufkumpanin Anita, die nach Kopenhagen und Rothaarsteig (jeweils unter vier Stunden) auch hier mitlaufen würde (zur regulären Startzeit sollte es für sie losgehen) begleitete mich zusammen mit Frau und Kind und einer weiteren altgedienten Freundin der Familie. Es wurde laut gezählt - und wir waren unterwegs.</p>
<p>Entgegen meiner Befürchtung entzerrte sich die Gruppe bereits auf den ersten zwei Kilometern. Ich begann mein Tempo zu suchen und fand es. Die ersten Steigungen kamen bereits zwischen Kilometer drei und vier. Auf laubbestreuten Waldwegen ging es stetig bergan. Die erste  Verpflegungsstation kam schneller als gedacht und entgegen dem Hinweis an die Frühstarter, dass die Stationen erst gegen 11 bestückt sein würden, wartete der warme Zitronentee bereits auf uns. Die wenigen Querungen von Landstraßen wurden durch freundliche Polizisten zu einem gefahrlosen Unterfangen und tatsächlich waren auch ein paar Zuschauer zugegen, die uns anfeuerten. Das Wetter war ebenfalls ein Traum: kalt, aber trocken und etwa eineinhalb Stunden nach dem Start zeigte sich die Sonne und mit ihr der Herbstwald und die ursprüngliche Landschaft des Waldecker Landes in ihrer ganzen Schönheit. Auf einer langgezogenen bergab Passage - etwa bei Kilometer 14,5 erlebte ich das erste Stimmungshoch dieses Marathons. Gut, denn kurz hinter der nächsten Verpflegungsstation (Lebkuchen, Salziges, Schokoriegel, Bananen, Cola, warmer Tee, Wasser) im Tal kam der härteste Anstieg. Hier überholte mich dann auch der führende Lokalmatador mit der Startnummer eins. Klatschen meinerseits und ein „<em>Hau rein!</em>“ - „<em>Du auch!</em>“ Dialog - dann war die Begegnung vorbei. Nummer eins lief uneinholbar einer Top-Zeit deutlich unter drei Stunden entgegen: angesichts der Strecke eine grandiose Leistung. In schneller Folge zogen auf den nächsten Kilometern bis zur Halbdistanz das schnellste Drittel der rund 280 Starterinnen und Starter vorüber. <strong>Ich erlebte bei Kilometer 25 meine erste Krise - aber nicht wegen der Tatsache, dass alle schneller waren (das bin ich ja gewohnt)</strong>. Vielmehr nervte es, dass die Ruhe vorbei war, die den ersten Teil meines ganz eigenen Adventmarathons so magisch gemacht hatte. Zudem stimmte das Gerücht, dass es ab Kilometer 26 eigentlich nur mehr bergab gehen sollte, nicht einmal im Ansatz.</p>
<p><img src="/files/2313/5482/3095/IMG_6119.jpg" alt="IMG_6119.jpg" width="512" height="769" /></p>
<p>Da ich bei diesem Lauf aufgrund meiner mangelhaften Vorbereitung konsequent die <strong>Methode von Jeff Galloway </strong>befolgte (alle 1,5 Kilometer eine Minute zügig gehen), hatte ich keine Krämpfe und lief einfach weiter. Bei Kilometer 32 überholte mich Anita als bis dato Fünfte bei den Damen und bei Kilometer 34 warteten die Familie - und das Auto… Ich dachte jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht im Traum daran, an diesem Punkt abzubrechen, zumal es allem Anschein nach ab hier tatsächlich zu Tal in Richtung Twistesee gehen würde. Bei Kilometer 36 kamen die Stöpsel ins Ohr und mit Billy Talent und Volbeat kam das zweite Hochgefühl. Ich rannte durch bis zur letzten Verpflegungsstation und genoss es, wieder allein zu sein. Einzig die anfangs so schnell gelaufenen Kilometer um den See bis hin zum Ziel zogen sich endlos, doch hier war klar, dass auch globale Krämpfe das Finish nicht gefährden würden. Ein paar Minuten später hing das begehrte Blech am schweißverkrusteten Hals und es ging mit meiner kleinen Fangemeinde, zu der sich auch der Onkel meiner Frau aus Marburg gesellt hatte zum ersten, aber beileibe nicht letztem Glühwein des Tages in die Twistesee Sporthalle.</p>
<p><img src="/files/1413/5482/3107/IMG_6160.jpg" alt="IMG_6160.jpg" width="512" height="769" /></p>
<p><strong>Mein Fazit</strong>: Ein kleiner, feiner Lauf in wunderschöner Natur der sich in Sachen Organisation hinter manch großem Top-Event nicht verbergen muss. Vor allem in Sachen Verpflegung ließ der Adventmarathon keine Wünsche offen (sogar Lebkuchen gab‘s). Dazu das Erlebnis einer herzlichen, sportlich-familiären Atmosphäre. Auch wenn ich im kommenden Jahr aufgrund meines Attests einen Freifahrtschein für den BMW Frankfurt Marathon habe, werde ich mich wieder für Bad Arolsen anmelden. Schöner kann der Saisonausklang eigentlich nicht mehr werden.</p> ]]></description>
      <pubDate>Wed, 05 Dec 2012 22:17:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Rücktritt und Neuwahl: Statt Frankfurt nun Bad Arolsen</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2012/11/7/ruecktritt-und-neuwahl-statt-frankfurt-nun-bad-arolsen/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=418</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Wenige Entscheidungen fallen &auml;hnlich schwer, wie der R&uuml;cktritt vom Start bei dem Marathon, auf den alle Anstrengungen des Lauftrainings, alle Equipment-K&auml;ufe und (teilweise ekligen) Supplement-Experimente in letzter Konsequenz gerichtet waren. Ich hatte unmittelbar nach dem Zieleinlauf im letzten Jahr und trotz des Medaillenfrusts das Ziel des dritten Finishs in der Festhalle gesteckt und dem Entschluss die fr&uuml;hestm&ouml;gliche Anmeldung zum Frankfurt Marathon 2012 folgen lassen.</p>
<p>Und nun machte die Schw&auml;che des in die Jahre gekommenen Leibes und seiner Infekt-Anf&auml;lligkeit dem Plan kurz vor seiner Realisierung den Garaus. Sch&hellip;e! Es macht nicht im geringsten Freude, sich den Lauf von der Couch aus zu betrachten, wenn man selbst frieren, leiden, hadern und schlussendlich feiern wollte. Schuld an der Krankheit und dem R&uuml;cktritt vom Lauf des Jahres war nicht etwa pure Unvernunft - halbnackt und trunken Tanzen w&auml;hrend eines Hagelschauers oder so etwas in der Art. Schuld war wie immer der Nachwuchs.</p>
<p>Wer ein Kleinkind hat, das in eine Krippe geht, wei&szlig;, wovon ich rede: <strong>Die lieben Kleinen, deren Immunsystem in den ersten Jahren flei&szlig;iger und regelm&auml;&szlig;iger trainiert als Papa in seinem ganzen L&auml;uferleben sind die reinsten Seuchenv&ouml;gel</strong>. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht einer der entz&uuml;ckenden Strolche neues, Elend bringendes Miasma aus seinen Poren und triefenden N&uuml;stern entl&auml;sst und die ganze Krabbel-Gruppe lachend und kr&auml;hend kontaminiert - die lieben Eltern eingeschlossen. Ach ich erlag - dem Ziel zum Greifen nahe - einer weiteren Sputum-Attacke. Folge: Fieber, Husten, Heiserkeit, Halsweh (leider kaum Appetitlosigkeit&hellip;).</p>
<p>Alle L&auml;ufer tun in einer solchen Situation das Gleiche: <strong>Sie durchforsten mit Ingrimm s&auml;mtliche Sportlerforen des Internets auf der Suche nach dem einen ausgewiesenen Experten, dessen Beitrag ihnen bescheinigt, dass es entgegen landl&auml;ufiger Meinung g&auml;nzlich gefahrlos ist, mit angeschlagener Gesundheit 42,192 Kilometer durch kaltes Herbstwetter zu rennen</strong>. Auch ich habe gesucht - und nichts gefunden.</p>
 ]]></description>
      <pubDate>Wed, 07 Nov 2012 22:06:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Trail trifft Treppe: Laufen an Mallorcas Steilküste (Teil eins)</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2012/10/10/trail-trifft-treppe-laufen-an-mallorcas-steilkueste-teil-eins/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=415</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Zugegebenermaßen beschränkt sich meine <strong>Erfahrung mit Läufen im Gelände</strong> bislang auf ebene Waldwege und gelegentliche Baustellen auf meinen Standardrouten - sofern man von vielen Kilometern im Schnee einmal absieht. Inspiriert und neugierig gemacht von zahlreichen Artikeln über Trailrunning im Allgemeinen und die Fotostrecken von <strong>Trails auf den Balearen</strong> im Speziellen war klar, dass ich den <strong>Familienurlaub auf Mallorca</strong> auch zum Sammeln von Erfahrungen im Geländelauf nutzen würde.</p>
<p>Von unserem niederländischen Gastgeber Johan, der seit zwölf Jahren seinen Hauptwohnsitz in unserem Ferienort <strong>Cala Pi</strong> (etwa dreißig Kilometer von der Hauptstadt Palma entfernt) hat, mit Routenvorschlägen versehen, startete ich bereits am Morgen des zweiten Tages zu einer ersten Schnuppertour. Meinem Ansinnen, schon um halb sechs in der Frühe loszurennen, begegnete unser Gastgeber mit entschiedener Ablehnung. „<em>Da musst Du bisschen klettern. Mach das besser bei gutem Licht</em>“. Klar, dass derartige Hinweise für eine gewisse Spannung sorgten.</p>
<p><img title="Sonnenaufgang an Mallorcas Küste" src="/files/1113/4989/5159/sonnenaufgang.jpg" alt="Sonnenaufgang an Mallorcas Küste" width="600" height="800" /></p>
 ]]></description>
      <pubDate>Wed, 10 Oct 2012 20:43:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Charity and Victory</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2012/9/9/charity-and-victory/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=412</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Der <strong>Lauf für mehr Zeit 2012</strong> ist gelaufen. In diesem Jahr das erste Mal über die doppelte Distanz von 10 Kilometern und mit der Möglichkeit exakter Zeitmessung über einen Chip - <em>Achtung, Achtung: Fortschritt</em> - auf der Startnummer (ein schmales, unscheinbares Plastikstreifchen Hochtechnologie).</p>
<p>In meiner Eigenschaft als Sponsorläufer konnte ich (Dank meines überschaubaren Talents als Bettelmann und Schnorrer) inklusive meines Startgeldes den überschaubaren Obulus von 100€ abliefern.</p>
<p>Weit wichtiger aber ist das Ergebnis - ich war unerwartet gut unterwegs. Ich fand es elend heiß. Ich fand es elend voll. Ich wurde 39. in meiner Altersklasse.</p>
<p><img src="/files/2213/4747/5869/Urkunde-netto.jpg" alt="Urkunde-netto.jpg" width="449" height="648" /></p>
 ]]></description>
      <pubDate>Sun, 09 Sep 2012 21:07:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Courses de Strasbourg</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2012/8/18/courses-de-strasbourg/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=409</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Ein Betriebsausflug hatte mich und meinem Laufkumpan Martin B. in das wunderschöne, obgleich französische <strong>Elsass</strong> geführt. Genauer: in das touristisch grauenvoll überfrachtete <strong>Straßburg</strong>. In Erwartung der unheilvollen Dynamik, die jedem Betriebsausflug zumindest potentiell innewohnt - dem schrankenlosen Konsum von geistigen Getränken auf den Deckel der Firma - hatten wir uns die Laufschuhe und Trikots eingepackt. Wer morgens läuft, der maßvoll säuft. So die graue Theorie oder der gute Vorsatz.</p>
<p>Dass es zunächst den Anschein hatte, als würde es nur beim guten Vorsatz bleiben, lag an der ungemein guten Stimmung im KollegInnenkreis. Es flossen Bier und Wein in Strömen - unterbrochen von Runden des elsässer Grappa Analogons Marc de Gewürztraminer. "<em>MackdeGewutz</em>" schrien die faszinierend übellaunigen Kellner und schwangen die Flaschen. Wir schäbigen Boches ließen uns nicht lange bitten. Alle waren ausgelassen und geistvoll...und voll. Irgendwann war es gegen drei Uhr in der Nacht.</p>
 ]]></description>
      <pubDate>Sat, 18 Aug 2012 21:58:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Nordic Running</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2012/8/13/nordic-running/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=406</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Wenigstens einmal im Jahr empfiehlt sich eine Stippvisite in der alten Heimat und dabei auch auf den alten Laufstecken - die einstige Hausstrecke am Flensburger Hafen eingeschlossen. Auch wenn die illustre Rumstadt an der Förde eher selten in den Laufmagazinen als ideales Pflaster für Fußsportfreunde gepriesen wird, bietet <strong>Flensburg</strong> doch eine Menge Gelegenheiten zum Sightseeing in Laufschuhen.</p>
<p>Hier mein Vorschlag für eine erste <strong>Kennenlernrunde</strong>:</p>
<p>Startpunkt der etwa 10 Kilometer langen Schnuppertour ist der Flensburger Bahnhof - genauer der in unmittelbarer Nähe gelegene <strong>Carlisle-Park</strong> (benannte nach der Partnerstadt in der Grafschaft Cumbria).</p>
<p><img title="Blick in den Carlisle Park Flensburg" src="/files/5613/4588/2813/1.jpg" alt="Blick in den Carlisle Park Flensburg" width="566" height="425" /></p>
 ]]></description>
      <pubDate>Mon, 13 Aug 2012 19:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Celebrity Deathmatch: Sports Visor versus Garmin Laufuhr Teil eins</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2012/7/21/celebrity-deathmatch-sports-visor-versus-garmin-laufuhr-teil-ein/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=383</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Wie einfach es sein kann, sich zu paaren. Nachdem der Foot Pod/Laufsensor mit einem Klick über den Schnürbändern der Laufschuhe eingerastet ist, lege ich den Brustgurt an. Anstelle einer hakeligen Gummiverbindung kommen hier Druckknöpfe aus Edelstahl zum Einsatz. <em>Es klingt wie das Zuklappen der Fahrertür einer S-Klasse</em>. Okay - ich neige zu übertriebener Klang-Metaphorik, aber noch einmal betont: die Verarbeitung des <strong>sports visor screeneye x</strong> und seines Zubehörs überzeugt. Auch wenn die Komponenten unübersehbar den Made in China Aufdruck tragen, atmet die Güte der Fertigung den Geist deutscher Wertarbeit.</p>
<p>Mit zweimaligem Tastendruck bin ich beim Menupunkt <strong><span style="color: #00ff00;">Pair</span></strong> angelangt und nach einem weiterem Tastendruck beginnt der Visor seine Sensoren zu suchen. Es dauert etwa fünf Sekunden bis die Info <strong><span style="color: #00ff00;">PAIRED</span></strong> im Screeneye erscheint. Mein leicht nervöser Ruhepuls - schließlich soll es gleich mit ungewohntem Equipment auf die Bahn gehen - sorgt für Bewegung im Mützenschirm. Ich bin einsatzbereit.</p>
<p><img title="Nach dem ersten Praxistest" src="http://www.textremsport.de/files/1613/4290/4295/Gegenlicht.jpg" alt="textremsportler mit sports visor screeneye x" width="527" height="669" /></p>
<p>Nachdem die <strong>Garmin Forerunner 305 </strong>Laufuhr - die Coke in meinem Pepsi-Test für Laufzubehör - den Kontakt zu den Satelliten des Global Positioning System hergestellt hat, starte ich mit zwei Laufcomputern bewaffnet auf meine Hausstrecke am Main. Schon nach den ersten zwei Kilometern ist meine anfängliche Skepsis verflogen. Ich spüre den Visor nicht mehr. Das befürchtete Wackeln und Verrutschen des Schirms findet nicht statt. Ohne das ich das Halteband auf meine Kopfform eingestellt hätte, sitzt die Kappe fest und leicht auf meinem Kopf. Das screeneye Display stört nicht beim Laufen, da auch hier ein gezieltes Hinschauen für die Wahrnehmung der Anzeige erforderlich ist. Ein Augenblick nach oben - und alle Infos sind klar und deutlich ablesbar. Nach den ersten fünf Kilometern kommt mir ein Gedanke: Was wenn ich mal andere Werte ablesen möchte, als die Pulsfrequenz und die zurückgelegte Distanz in Kilometern? Bei der Garmin-Laufuhr legt man die Anzeige im Vorhinein fest. Bis zu vier Werte plus Puls kann man sich auf das Display legen, wobei sich die Größe der Zahlen dabei natürlich verringert. Beim sports visor screeneye x von o_synce läuft es anders. Mit dem vorderen der drei Knöpfe auf der Innenseite des Schirms modifiziert man die linke Anzeige, mit dem hinteren die rechte.</p>
<p><strong>Andere Läufer und Passanten denken vermutlich, ich würde sie mit einem Antippen des Mützenschirms (militärisch zackig) grüßen</strong>. Statt dessen checke ich im Rennen mal eben Pace, Durchschnittspuls, Uhrzeit, Rundenzeit etc. Das Ding ist alltagstauglich. Durch die spezielle Lichtsammlerfolie sind die grünen Ziffern strahlend hell ohne zu blenden.</p>
<p>Einen lächerlichen Anblick scheine ich nicht zu bieten. Ab und an werde ich von entgegenkommenden Läufern gescannt, aber niemand schmunzelt. Eher das Gegenteil: heute grüßt mich ein Läufer ganz anderer Leistungsklasse - mit Markendress und Ironman Body - durch kurzes Nicken. Man wird offenkundig als professionell ausgerüstet wahrgenommen. Eines ist sicher: Wer nicht gesehen und bemerkt werden will, handelt kontraproduktiv, wenn er den sports visor aufsetzt. Zumindest Läufer schauen häufger in Richtung meines Kopfes (was andererseits von eventuell vorhandenem Hüftspeck abzulenken vermag...).</p>
<p><img title="Darth Runner" src="http://www.textremsport.de/files/6513/4290/4413/DarthRunner.jpg" alt="textremsportler mit sports visor screeneye x" width="522" height="669" /></p>
<p><em><strong>Darth Runner: "LUKE - es gibt da etwas, das Du wissen musst... also deine Mutter und ich...</strong>" <br /></em></p>
<p> </p>
<p><strong>Fazit des ersten Tests des screeneye x in der laufenden Praxis</strong>: das Ding funzt, stört überhaupt nicht, ist gut zu bedienen und abzulesen und ist ein Hingucker. Einziges Problem: Im heutigen Test zeigt sich eine deutliche Differenz zu den Werten der Garmin GPS Laufuhr: Der Visor zeigt nicht zuwenig Kilometer an - er zeigt zu viele. Die Differenz ist nicht konstant sondern vergrößert sich proportional zu den gelaufenen Kilometern. Bei 5 Km zeigt der Visor 5,29; bei 10 Km sind es bereits 500 Meter Unterschied. Am Ende zeigt die Forerunner 305 13,35 gelaufene Kilometer, der sports visor hingegen 14,2. Dieser Unterschied ist beträchtlich. Allerdings habe ich den Sensor noch nicht kalibriert. Man wird schauen müssen, was die Kalibrierung bewirkt. Dennoch habe ich eine erste Hypothese zu der Messungenauigkeit. Der Laufsensor muss bei seiner Ermittlung der Strecke viel Gewicht auf die Schrittfrequenz legen. Diese ist bei langsamen Langstrecklern wie mir recht hoch - aber bei viel geringerer Schrittlänge als bei schnellen Bahnläufern. Ich werde das weiter beobachten.</p>
<p>Da es wahrscheinlich auf Kurz oder Lang auch einen GPS Sensor für den Visor geben wird, ist dieses Problem kein Grund, die Praxistauglichkeit zu negieren. Weitaus schlimmer wäre für mein Empfinden, wenn er zu wenig Kilometer zeigen würde.</p>
<p>Die textile Halterung des cleveren Mützenschirms trocknet auf meinem Wäscheständer - und ich fühle mich fürs erste ganz schön überzeugt.</p>
<p><img title="Grüner (Sports)Geist" src="	http://www.textremsport.de/files/5113/4290/6131/gruenergeist.jpg" alt="textremsportler mit sports visor screeneye x als Zeichnung" width="490" height="669" /></p> ]]></description>
      <pubDate>Sat, 21 Jul 2012 21:53:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Kopf-Rechner: Ich teste die wahrscheinlich schlaueste Kappe der Welt</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2012/7/19/kopf-rechner-ich-teste-die-wahrscheinlich-schlaueste-kappe-der-w/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=379</guid>
      <description><![CDATA[ <p><img title="sports visor screeneye x Set" src="	http://www.textremsport.de/files/7213/4273/1495/IMG_4676.jpg" alt="sports visor screeneye x Set" width="566" height="377" /></p>
<p>Das Warten hat ein Ende. Wenige Wochen ist es her, seit eine Pressemeldung mit der Vorstellung eines <strong>innovativen neuen Produkts für rennende Menschen</strong> in mein Elektropostfach geflattert war. Eine Mütze mit eingebauter Laufuhr? <strong>Den Begriff 'Visor' kannte ich bis dato nur von Startrek</strong>. War das nur ein Gag oder ein ernstzunehmendes Trainingsgerät? Die sehr professionelle Aufmachung der Pressefotos und die übrigen Produkte auf den Webseiten des Herstellers ließen auf letztere Alternative schließen. Über das Angebot, den Visor auf seine Alltagstauglichkeit zu testen und darüber zu berichten, musste ich nicht viele Nächte schlafen.</p>
<p>Seit heute Mittag ist der <strong>sports visor screeneye x</strong> der Firma <strong>o_synce</strong> (man spricht es wie das englische Wort für Wissenschaft) aus Weinheim für einen intensiven Test bei mir zu Gast.</p>
<p>Das vollständige Set, das mir zu Testzwecken zugestellt wurde umfasst den Visor in einem stylischen Case. Einen Foot-Pod/Laufsensor zur Befestigung an den Schuhen und einen Pulsgurt.</p>
<p>Die Aufmachung der einzelnen Komponenten ist - dies beginnt bereits bei der Verpackung - hochwertig bis High-End. Lobhudeleien vor dem ersten Lauf sind mir zuwider, aber in diesem Fall ist ein anerkennender Pfiff absolut in Ordnung. Nichts wirkt hier billig.</p>
<p><img title="sports visor screeneye x im Case" src="http://www.textremsport.de/files/1113/4273/2738/IMG_4679.jpg" alt="sports visor screeneye x im Case" width="377" height="566" /></p>
<p>Der sports visor in seiner 'Schmuckschatulle'</p>
<p><img title="sports visor screeneye x " src="http://www.textremsport.de/files/5213/4273/2935/IMG_4680.jpg" alt="sports visor screeneye x " width="393" height="590" /></p>
<p>...und ohne schmückendes Beiwerk.</p>
<p> </p>
<p><img title="Foot-Pod mit Laufsensor und Brustgurt" src="http://www.textremsport.de/files/5013/4273/3175/IMG_4682.jpg" alt="Foot-Pod mit Laufsensor und Brustgurt" width="599" height="399" /></p>
<p>Das Zubehör für Herzfrequenzmessung und Ermittlung von Geschwindigkeit und Distanz.</p>
<p>Morgen werden die Sensoren gepaird (neudeutsch für mit dem Visor verbunden) - dann werde ich mich durch das Menü navigieren und dann - laufen gehen. Für heute nur soviel: die Verarbeitung ist sehr gut. Das Material mutet hochwertig an und die online verfügbaren Anleitungen sind verständlich geschrieben. Nach Erstkontakt mir dem USB-Port des Laptops beginnt das screeneye zu leben. Man schaut ganz unverkrampft durch einen kleinen Monitor (wie eine Lupe oder der Sucher einer Spiegelreflexkamera) wie ins Innere des Mützenschirms. <strong><span style="color: #00ff00;">PC LINK CHARGING</span></strong>. Mit der Brille ist das erste Ablesen gewöhnungsbedürftig, aber ich trage beim Laufen ohnehin Kontaktlinsen - kein Thema also. Die Bedienung/Steuerung über drei Tasten am Schirm, die haptisch unterschieden werden können, ist intuitiv erlernbar. Wer schon mal einen digitalen Radiowecker gestellt hat, kann auch Uhrzeit und Datum des Visors einstellen.</p>
<p>Ich bin gespannt, wie die Sportfunktionen nach Pairen der Sensoren ausschauen. Und wie ich mit Laufklamotten und der Hightech-Schirmmütze aussehe. Soviel ist sicher - so schick wie Simret Restle-Apel, deutsche Top-Läuferin die für den Visor wirbt, werde ich nicht daherkommen.</p>
<p>Fotos folgen...</p> ]]></description>
      <pubDate>Thu, 19 Jul 2012 22:54:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Lied des Turmes</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2012/6/17/lied-des-turmes/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=254</guid>
      <description><![CDATA[ <p style="text-align: left;">W&uuml;rde der Impressionisten Claude Monet heute und statt in Frankreich in Frankfurt leben, w&uuml;rde er mit Sicherheit (und nicht allein dem Unterschied des Lokals geschuldet) keine Kathedrale im Wechsel der Tageszeiten, Lichtverh&auml;ltnisse und Witterung zum Gegenstand einer Bilderserie w&auml;hlen. Sein Studienobjekt und seine Inspiration w&auml;re der Neubau der Europ&auml;ischen Zentralbank im Frankfurter Osten. Man kann dieses Geb&auml;ude in statu nascendi st&uuml;ndlich fotografieren ohne jemals das gleiche Motiv im Sucher vorzufinden. Leben definiert sich durch permanente Wandlung im Austausch mit der Umwelt. So gesehen ist diese Baustelle, dieser Bau lebendig. Die neue EZB ist ein Organismus. Sie ist ein Zellhaufen dessen Einzelzellen wiederum komplexe Organisationen darstellen. Wie jeder Organismus hat sie ihre Ausscheidungsorgane. Die Transportweg, auf denen der Bauschutt abgefahren wird. Die Rohre des entstehenden Kanalisations- und Abwassersystems. Die Chemie Toiletten der Bauarbeiter mit ihren knalligen Werbeslogans (&bdquo;Dein Gesch&auml;ft ist mein Gesch&auml;ft!&ldquo;) Und ihren unverwechselbaren Odeur Marke Schlumpflolli trifft Schweinestall. Sie verf&uuml;gt &uuml;ber Wege, sich ununterbrochen neue Nahrung zuzuf&uuml;hren und &uuml;ber ein komplexes Nervensystem, von dessen Zentren aus die lebendigen Prozesse gesteuert werden.<br /><br />Der Bau verwandelt sich st&auml;ndig. Nicht nur durch das Wachsen in die H&ouml;he. Wie filigrane Insektenfl&uuml;gel oder die schillernden Schuppen eines exotischen Fischs kriechen derzeit die Hightech Fensterfronten t&auml;glich weiter &uuml;ber das Exoskelett aus Beton und Stahlstreben.<br /><br />&nbsp;<img title="Der Turm im Fr&uuml;hlicht" src="http://www.textremsport.de/files/8013/3993/9727/ezb1.jpg" alt="EZB am Morgen" width="479" height="359" /><br /><br />Jedes Mal wenn ich auf meiner Laufrunde am Main an dieser Megabaustelle vorbei komme, und ungeachtet der vielen Aufnahmen die ich bereits davon besitze nicht umhin kann, ein weiteres Foto zu machen, stelle ich mir die Frage ob mir gef&auml;llt was ich sehe. Ob&nbsp; dieser Bau sch&ouml;n ist, sei dahingestellt. Beeindruckend ist er in jedem Fall und dies nicht allein aufgrund der Schnelligkeit, mit der sich Stockwerk auf Stockwerk t&uuml;rmt, sondern auch und vor allem aufgrund seines Gleichnis-Charakters.&nbsp; Die EZB-Baustelle ist wie eine lebendige Allegorie des internationalen Kapitals. Sie spiegelt seine Gefallsucht, seine The Sky ist the Limit-Mentalit&auml;t, seine unbeschreibliche Kraft und Kreativit&auml;t. W&uuml;rden die Ingenieure nicht durch ihre Planung dem Wachstum Grenzen setzen, w&auml;re die Krise, der Einsturz, die dem alten Rauschebart Marx folgend, notwendige, wesentliche Bestandteile des ma&szlig;los prozessierenden Kapitals sind, auch Teil des Baus - denn dann w&uuml;rde er weiter in die H&ouml;he wachsen, bis er kollabiert.<br /><br />Auf meiner heutigen, fr&uuml;hmorgendlichen Laufrunde von 13 Kilometern war der Anblick des Turms mein st&auml;ndiger Begleiter. Aus jeder Blickrichtung pr&auml;gt er das Stadtbild. Schade nur, dass es bislang keine Spiegelreflexkameras f&uuml;r Smartphones mit entsprechenden Objektiven gibt. Aber ich verlasse mich da auf die Kreativit&auml;t des Kapitals. Die Dinger sind auch schon in Arbeit.<br /><br /><br /></p> ]]></description>
      <pubDate>Sun, 17 Jun 2012 15:23:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Womit hab ich das verdient?</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2012/5/17/womit-hab-ich-das-verdient/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=208</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Sp&auml;ter Vatertags-Vormittag im Frankfurter Ostpark. Sportliche Menschen jeden Alters und jeder Leistungsklasse drehen schnell oder langsam, mit St&ouml;cken oder ohne und manchmal in Begleitung von Kindern oder Tieren ihre Runden, w&auml;hrend die riesige Wiese ungeachtet der fr&uuml;hen Tageszeit bereits wie ein Schlachtfeld im WK I unter dichten Gaswolken verschwunden ist. Wettergegerbte, ma&szlig;voll rasierte M&auml;nner s&uuml;dosteurop&auml;ischer Provenienz trinken, rauchen und sch&auml;chten und lassen von ihren betagten Baumarkt-Grills ein Gew&ouml;lk aufsteigen, das die Vermutung nahelegt, sie schm&ouml;lzen Kerzen in der Holzkohlenglut. Auch wenn meine Kenntnisse der s&uuml;dslawischen K&uuml;che begrenzt sind, halte ich die These des Wachslichtverzehrs f&uuml;r gewagt. Wahrscheinlich sind es eher besonders talgige Hammel von den H&auml;ngen links und rechts der Drina oder aus bukovinischer Steppe, die ihren letzten, schmalzigen Schwei&szlig;ausbruch auf den rostenden Rosten hinter sich bringen.</p>
<p>Ich schwitze auch. Kein Fett (leider) aber Salzlauge w&auml;hrend ich die Tochter im Tiefschlaf vor mir her schiebe. Bilanz des Tages soweit zufriedenstellend: 13 Kilometer mit einer Pace von 6:13 Min/KM. Angesichts der Schw&auml;che f&uuml;r winterliches Bockbier (von dem der t&uuml;rkische Getr&auml;nkemarkt meines Vertrauens auch im Wonnemonat Mai noch etliche K&auml;sten auf Lager hat), welcher ich gestern Abend mit vier Flaschen recht gediegen nachgegeben hatte, eine durchaus ertr&auml;gliche Zeit.</p>
<p>Das Gef&uuml;hl immer weiter laufen zu k&ouml;nnen hatte sich eingestellt, freundliche Blicke und sogar der Genuss, insgesamt vier L&auml;uferinnen und L&auml;ufer ohne Kinderwagen zu &uuml;berholen, wurde mir zuteil. Wenn nicht diese eine Begebenheit gewesen w&auml;re, h&auml;tte ich den heutigen Vatertag 2012 unter die absolut perfekten Lauftage rechnen k&ouml;nnen.</p>
<p>Ich befand mich auf dem ersten Drittel der sechsten und letzen gro&szlig;en Runde, als ich von einer L&auml;uferin der athletischen Coverfoto-Klasse &uuml;berholt wurde. Blond, gro&szlig;, gertenschlank und muskul&ouml;s in perfekt sitzender Markenkleidung auf neuestem Stand von Style und Materialforschung. In dem Moment, als sie uns passierte und meine Nase mit einem angenehmen Heckstrahl aus frischem Schwei&szlig; und passendem (teuren) Deoduft umgab, lie&szlig; sie aus ihrem Schwanenhals ein Ger&auml;usch des tiefsten Abscheus erklingen. Ein Laut, der zum einen nicht zu ihrer Erscheinung passen wollte und zum anderen auch dadurch befremdete, weil ein Anlass, dazu f&uuml;r mein Empfinden nicht existierte. H&auml;tte die schnelle Sch&ouml;ne sich der menschlichen Sprache bedient, w&auml;ren wohl S&auml;tze gefallen wie: Du widerst mich an! Warum existierst Du und dazu in meiner N&auml;he! Geh sterben auf deine Decke! - etwas in dieser Art. Ganz unverhohlener Abscheu, ja beinahe Hass sprach aus ihrem Grunzen.</p>
<p>H&auml;tte sie eine Dose Sch&auml;dlingspuder in ihrem Mini-G&uuml;rtelt&auml;schchen gehabt, sie h&auml;tte keine Sekunde gez&ouml;gert meine schwitzende Haut damit zu best&auml;uben und dann dabei zugesehen, wie selbige sich aufl&ouml;st. Wahrscheinlich h&auml;tte sie gewartet, bis meine Epidermis vollends zersetzt w&auml;re und dabei aus ihrem Evian Fl&auml;schchen ges&uuml;ppelt (und dabei noch gut ausgesehen).</p>
<p>So schnell der Spuk geschehen, so schnell war er vorbei, denn sie war sehr schnell auf ihren Beinen unterwegs.</p>
<p>Nun stellt sich mir die Frage, die ich hiermit an alle weiblichen L&auml;ufer weitergeben m&ouml;chte, die vielleicht diese Zeilen lesen: Was k&ouml;nnte der Grund sein, einen unbescholtenen m&auml;nnlichen Mitl&auml;ufer derart widerlich zu finden und es in dieser Weise zu zeigen.</p>
<p>W&auml;re ich schneller als sie gewesen (mit Baby-Jogger) - w&auml;re Frust nachvollziehbar, denn sie war ambitioniert. Ich war aber nicht schneller.</p>
<p>Besser ausgesehen habe ich sicher auch nicht, mit meinen in Lipidketten liegenden H&uuml;ftknochen und meinem markenlosen Dress&hellip;</p>
<p>Vielleicht habe ich sie bei einem Weltrekordversuch gest&ouml;rt, da ich gerade in dem Moment als sie zur &Uuml;berholung ansetzte, nachsah, ob T&ouml;chterchen noch schl&auml;ft, und mithin leicht seitenversetzt neben dem Wagen lief. Sie musste einen winzigen Schlenker machen. Aber auch dies rechtfertigt keine solche Reaktion. F&uuml;r Weltrekorde ist der Ostpark am Vatertag definitiv der falsche Ort.</p>
<p>Vielleicht existieren aber auch immer noch zu viele jener Laufsport-Amateure, die an der Grenze zu Profi Zeiten laufen und sich (mir pers&ouml;nlich v&ouml;llig unverst&auml;ndlich) daran st&ouml;ren, dass viele andere denselben Sport aus&uuml;ben, aber langsamer unterwegs sind. Manche zum Gl&uuml;ck seltener werdende Leserbriefe in Laufzeitschriften zeugen von dieser elit&auml;ren Denke. Jene Avantgarde-Amateure sollten sich dar&uuml;ber klarwerden, dass sie die Spitzenleistungen ihrer Superbodys nur deshalb auf immer mehr topp organisierten Laufbewerben landauf landab pr&auml;sentieren k&ouml;nnen, weil es so viele Normalos gibt die laufen - schnell oder langsam, mit St&ouml;cken oder ohne und manchmal in Begleitung von Kindern oder Tieren.</p> ]]></description>
      <pubDate>Thu, 17 May 2012 21:49:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Stressen auf Rädern?  - Ein paar Gedanken zur Motivation, hinter einem Laufkinderwagen her zu rennen.</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2012/4/23/stressen-auf-raedern-ein-paar-gedanken-zur-motivation-hinter-ein/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=205</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Was f&uuml;r Gr&uuml;nde kann es geben, als Mann mit einem Baby-Jogger auf die Strecke, vielleicht sogar an den Start eines Wettkampfes zu gehen?</p>
<p>Die Laufmagazin-Artikel (zu 100% von weiblichen Redakteuren verfasst die zu 100% von Kinderwagen Lobbyisten bestochen und gebrainwashed wurden) schw&auml;rmen von der soften Sexyness des f&uuml;rsorglichen, fruchtbaren und vitalen Mannes; vom Windelwechselchampion auf Lauftretern mit dem knackigen Papa-Popo in der Tight. Ich bin jedoch - sp&auml;testens seit ich das Video vom letzten Frankfurt Marathon gesehen habe, das ein guter Freund von mir gedreht hat und das mich (leider auch in Tights&hellip;) von hinten abbildet - zu sehr Realist in Sachen Selbsteinsch&auml;tzung, um die animierenden L&uuml;gen der werbefinanzierten Zeitschriften zu glauben.</p>
<p>Mir f&auml;llt tats&auml;chlich nur ein einziger wirklich guter Grund ein, Schwitzen und (Leibesfr&uuml;chte-)Schieben zu einer homogenen Einheit zu verbinden: Wer mit dem Kinderwagen (besser: seiner modernen, urbanen, sportiv-optimierten Daseinsform) joggen geht, befreit sich vom schlechten Gewissen und macht sich hinsichtlich seiner Freizeitgestaltung zur G&auml;nze unangreifbar. En passant eingestreute Verbalattacken des geliebten Lebenspartners wie &bdquo;<em>Ich wickel sie jetzt zum dritten Mal, sie hat ganz widerlichen Durchfall. Naja &hellip; sch&ouml;n, dass wenigstens einer von uns ein bisschen frische Luft abbekommen hat</em>&hellip;&ldquo; tropfen vom Baby-Jogger-Mann ab wie Teichwasser vom Gefieder einer eingefetteten Ente.</p>
<p>Ich kann, wenn es mir beliebt, auch f&uuml;nf Stunden meinem Sport nachgehen, denn ich bin FREI: <strong>Ich habe &bdquo;Es ist auch Dein Kind&ldquo; bei mir.</strong></p>
<p>Zudem wei&szlig; ich, dass jede Minute, die ich laufend Spa&szlig; habe, mir weitere Sympathien vonseiten meiner First Lady einbringen wird: Kindfrei f&uuml;r sie, dank meines ausdauersportlichen Ego-Trips. Gleichsam der Inbegriff einer &sbquo;Win-Win&lsquo; Situation.</p>
<p>Neben dieser geradezu paradiesischen Verkn&uuml;pfung von Vergn&uuml;gen und Unschuld, von maskuliner Selbstverwirklichung und v&auml;terlicher Pflichterf&uuml;llung, hat die Nachwuchs-Schieberei noch weitere Vorteile auf ihrer Seite. W&auml;hrend mich beim ersten Versuch mit dem nagelneuen TFK Joggster noch die Angst beschlich, klein Frida k&ouml;nnte angesichts des ungewohnten Tempos hysterisch werden, wie anno dazumal die Damen bei der Jungfernfahrt des <em>Adlers</em> zwischen N&uuml;rnberg und F&uuml;rth, bin ich mittlerweile eines viel Besseren belehrt. Demoiselle Nachwuchs f&auml;llt sp&auml;testens nach 750 Metern in eine Art Verpuppungsstarre, aus welcher sie fr&uuml;hestens nach eineinhalb Stunden bestens gestimmt zu erwachen pflegt.</p>
<p>Vielleicht liegt dies in dem Umstand begr&uuml;ndet, dass ich die etwa 15 Km/h der ersten im kommerziellen Personenverkehr eingesetzten Dampflokomotive bislang nicht einmal ann&auml;hernd erreiche&hellip;? Was soll&lsquo;s. Wir arbeiten dran&hellip;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;<img title="Alles schl&auml;ft, einsam schwitzt" src="http://www.textremsport.de/files/5913/3521/4361/IMG_1213.jpg" alt="Lauftraining mit Baby Jogger" width="469" height="547" /></p> ]]></description>
      <pubDate>Mon, 23 Apr 2012 22:49:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Paralympische Demütigung beim Frankfurt Halbmarathon 2012</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2012/3/13/paralympische-demuetigung-beim-frankfurt-halbmarathon-2012/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=202</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Wer der Auffassung ist, als Marathon-Finisher f&uuml;r einen Halbmarathon keines speziellen Trainings zu bed&uuml;rfen, sollte am besten mittelschwer masochistisch veranlagt sein und eitel Freude dabei empfinden, dem Hauptfeld der L&auml;ufer mit Schmerzen in den Beinen und einem Puls im tiefroten Bereich hinterher zu laufen. Eigentlich eine ganz logische Sache: Wenn man nur die halbe Distanz vor sich hat, geht man die Sache doppelt so z&uuml;gig an.</p>
<p><img title="Before" src="http://www.textremsport.de/files/8613/3167/5219/HM1.jpg" alt="Vor dem Start im vorletzten Block" width="429" height="573" /></p>
<p><strong>Ich hatte mich im Vollbesitz meiner F&auml;higkeit zur realistischen Selbsteinsch&auml;tzung in der N&auml;he eines ferkelfarbenen Luftballons mit der Zielzeit 01:59 eingeordnet.</strong> Das letzte Ergebnis von 02:01 beim Gl&uuml;cksburg Halbmarathon an der Flensburger F&ouml;rde lie&szlig; diese neue Bestzeit machbar erscheinen &ndash; immerhin weht am Main selten eine so steife Brise wie an den Gestaden der Baltischen See. <strong>Wie ambitioniert dieses Vorhaben war, wurde mir klar, als nach l&auml;ngerem Warten endlich der Startschuss f&uuml;r die L&auml;uferInnen im Block der Zweitlangsamsten erfolgte, und die schweinchenrosa Gummiblase mitsamt dem Tempomacher und einem gr&ouml;&szlig;eren Gr&uuml;ppchen Hobbysportler davonschoss wie ein Sektkorken aus einer gut gesch&uuml;ttelten Pulle. </strong>Bereits nach einem Kilometer forderten die Nervosit&auml;t, die morgendliche K&uuml;hle am Stadion und das Herumstehen im Starterfeld ihren Tribut. Zusammen mit einer erklecklichen Zahl von Leidensgenossen (100 Prozent M&auml;nner) brach ich seitlich aus dem Feld und ins Geh&ouml;lz, um mich zu erleichtern. Aus dem Augenwinkel sah ich, wie sich der Luftballon mit meiner Wunschzeit &uuml;ber den H&auml;uptern t&auml;nzelnd immer weiter entfernte bis ich ihn aus dem Blick verlor. Na Bravo! Ich hatte schon jetzt keine Lust mehr, reihte mich aber schicksalsergeben wieder in den Pulk rennender Menschen ein. Ein Blick auf die Pace bei Kilometer dreieinhalb zeigte, dass wir in der Tat recht geschwind unterwegs waren. Bei einem Tempo von 05:40 Min/Km war ein Finish knapp unter zwei Stunden zumindest rein rechnerisch noch im Bereich des M&ouml;glichen. Der Zugl&auml;ufer hatte wohl den Plan, schnell anzugehen, um etwaige Einbr&uuml;che auf der zweiten Streckenh&auml;lfte kompensieren zu k&ouml;nnen. Wie sich zeigen sollte hatte er sie (was mich betrifft) wohl eher verursacht. Die ersten zehn Kilometer lief ich mit 00:58 so z&uuml;gig wie schon l&auml;nger nicht mehr &ndash; daf&uuml;r kam irgendwo zwischen Km 14 und 15 der gef&uuml;rchtete Einbruch. L&auml;ufer meiner Klasse wissen was ich meine: man wird nicht mit einem Mal deutlich langsamer, aber es macht pl&ouml;tzlich &uuml;berhaupt keinen Spa&szlig; mehr. Die Schritte werden kleiner und krampfiger, der Puls geht rauf, klimakterische Hitzewallungen &nbsp;pressen die letzten Fl&uuml;ssigkeitsreserven aus den kraterartig geweiteten Poren und das Schlimmste &ndash; man wird immer wieder &uuml;berholt&hellip;</p>
<p>Wenn Triathleten und Gazellen leichtf&uuml;&szlig;ig und elegant zum &Uuml;berholman&ouml;ver ansetzen tangiert mich dies eher peripher. Was mir (und Anderen) bei Kilometer 15,5 zuteil wurde, war jedoch eine Dem&uuml;tigung der Extraklasse. <strong>Rosinenartig eingeschrumpelte und bronzefarben wettergegerbte Greise die leichtf&uuml;&szlig;ig vorbeiziehen? Nein &ndash; schlimmer. Fettleibige Asthmatiker, doppelt so schnell? Nein &ndash; viel schlimmer.</strong> &nbsp;</p>
<p>Ich hatte das seltsame, heisere Schreien (anders kann man den Laut nicht beschreiben) schon geraume Zeit in meinem R&uuml;cken vernommen. Stetig lauter werdend, also n&auml;her kommend. Als ich gew&auml;rtigte, was die Quelle der ungem&uuml;tlichen Ger&auml;usche war, erschrak ich bis ins Mark. Ich wurde von einem augenscheinlich schwerbehinderten Sportler langsam, aber mit geradezu grauenerregender Sicherheit &uuml;berholt. Ich kann nur betonen, mit wie viel Respekt mich dieser Laufkollege erf&uuml;llte &ndash; und wie ungemein &auml;tzend ich dieses &Uuml;berholman&ouml;ver fand. Jedes letzte Aufb&auml;umen meinerseits war vergebens. Humpelnd &ndash; aber mit der Pr&auml;zision eines Uhrwerks aus Glash&uuml;tte trabte er an mir vorbei; und nicht nur an mir. Ich blickte nach links in die salzkrustenumrandeten, m&uuml;den Augen einer ganz sympathischen und nicht im geringsten gehandicapten L&auml;uferin und <strong>unsere nonverbale, rein visuelle Kommunikation bildete ein Einverst&auml;ndnis vom kaum auszulotender Tiefe ab</strong>: &bdquo;<em>Was soll denn der Sch&hellip;&szlig; jetzt?</em>&ldquo; Ich muss gestehen, dass ich mich bei noch weit weniger von political correctness erf&uuml;llten Gedanken ertappte und leiste mit aller Entschiedenheit Abbitte bei dem mir unbekannten Sportler. Der hei&szlig;ere Mann stob von dannen. Er und viele andere&hellip;</p>
<p>Irgendwann kam ich auch ins Ziel, wenngleich mir die letzten 1,5 Kilometer selten so schwer gefallen sind. Bei 02:09:12 stand die Uhr. <strong>Das Sch&ouml;ne ist, das Katholiken wie ich eine gewisse naturgem&auml;&szlig;e Affinit&auml;t zu Dem&uuml;tigung, Leiden und Selbstkasteiung mitbringen.</strong> Sonst h&auml;tte ich mich vielleicht ein kleines Bisschen &uuml;ber das Foto ge&auml;rgert, das meine liebe Gattin bei Kilometer 20 von mir schoss und pronto bei Facebook hochlud (eigentlich keine allzu schlechte Aufnahme, wenn man von dem Umstand absieht, dass fast alle Teilnehmer, die hinter mir, also langsamer auf das Waldstadion zulaufen, nicht mehr im eigentlichen Sinne Laufen, sondern offensichtlich gehen&hellip;).</p>
<p><img title="Fast am Ende" src="http://www.textremsport.de/files/9913/3167/5339/HM2.jpg" alt="Bei Km 20 in der N&auml;he der Commerzbank Arena" width="329" height="361" /></p>
<p>Den schnellen&nbsp; Mitl&auml;ufer mit dem Handicap sah ich im Zielbereich nicht mehr wieder, obwohl ich (w&auml;hrend ich eine Bio- Banane in mein Gesicht steckte und selbige permanent mit Bier &uuml;bersch&uuml;ttete) angestrengt Ausschau nach ihm hielt; sicher nicht, um ihn anzup&ouml;beln, eher um ihn nach seinem Geheimnis zu befragen (idealerweise nicht Disziplin und h&auml;rtestes Training, sondern ein Shake, den auch ich im Internet bestellen k&ouml;nnte, um mich zu beschleunigen&hellip;).</p>
<p>Gl&uuml;cklicherweise begegnet man sich ja immer zweimal. Vielleicht im kommenden Jahr im letzten Drittel des Feldes? We&rsquo;ll see&hellip;</p>
<p><img title="After" src="http://www.textremsport.de/files/9013/3167/5458/HM3.jpg" alt="Nach dem Rennen mit Banane" width="429" height="716" /></p> ]]></description>
      <pubDate>Tue, 13 Mar 2012 22:38:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Bad moon running: Von Wölfen und Menschen</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2012/2/9/bad-moon-running-von-woelfen-und-menschen/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=199</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Mein heutiger Morgenlauf im Park wurde vom gelblich-blassen Licht des in voller Scheibe am kalten Himmel klebenden Erdtrabanten beschienen. Ohne morgendliches Laufen w&auml;re mir nie aufgefallen, dass Vollmond ist, denn mein Schlafverhalten ist g&auml;nzlich mondunabh&auml;ngig und zu somnambulen Exkursionen des Nachts neige ich nur dann, wenn die Blase allzu nachdr&uuml;cklich dr&uuml;ckt. Auch durch den Kalender h&auml;tte ich wohl kaum Kenntnis des Vollmonds erhalten, da so gut wie kein Kalendarium auf Papier noch mit den winzigen Mondphasen-Piktogrammen versehen ist. Auf Smartphone Kalendern sind sie ebenfalls Mangelware. Wahrscheinlich m&uuml;sste man sich erst eine Moon-Phases-App (&bdquo;Moonowledge&ldquo; oder &bdquo;Was moon?&ldquo;) downloaden und f&uuml;r Windows Phone User gibt es sicher nicht einmal so etwas kostenlos. Umso besser, dass man l&auml;uft. L&auml;ufer sind einfach n&auml;her dran an der Natur und am Wechsel ihrer Phasen und klimatischen Perioden. So dachte ich bei mir, als ich die fahle Scheibe durch das schw&auml;rzliche Ge&auml;ste der laublosen B&auml;ume gew&auml;rtigte. Das Licht des Mondes vermochte zwar einen Kontrast zur Finsternis des Parks zu setzen, nicht aber dieselbe entscheidend zu erhellen. W&auml;hrend ich gegen Viertel nach Sechs des Morgens unter dem blassen Rund meine Runden lief, gab ich mich den gedanklichen Assoziationsketten hin, die dieses Rund in mir hervorrief. In meinem Falle nicht nur Romantik-durchtr&auml;nkte Nachtgedanken in memoriam Matthias Claudius und kleiner H&auml;welmann. Ich dachte unwillk&uuml;rlich auch an Lucas Cranachs Werwolf Schnitt, an American Werwolf, &nbsp;- nunja - Teenwolf mit Teen-Fox und die gro&szlig;artige Simpsons Halloween-Episode, in der Flanders zum Werwolf gemacht wird - bei seiner morgendlichen Walkingrunde im Nebel.</p>
<p>Fast immer das gleiche Schema. Ganz allein unterwegs, nichts Arges ahnend&hellip; (wo sind eigentlich heute morgen die mindestens vier L&auml;uferInnen, die sonst mit mir ihre Runden drehen? Wohl zu kalt? Weicheier!) Dann ein Knacken, ein Rascheln im Gestr&auml;uch und ein langgezogener Laut, der den Schritt beschleunigt und die Nackenhaare steil aufrichtet: <span style="font-size: large;"><em>AAAUWHUUUUUUUU </em></span>- So machte ich humorvoll, was sich ehrlich gesagt sehr seltsam anh&ouml;rte. Beinahe authentisch. War ich das&hellip;??? Irgendwo am anderen Ende des Parks w&uuml;rde es einem L&auml;ufer - wenn denn da einer w&auml;re - schw&uuml;le werden. <em>Homo homini lupus - der Mensch ist dem Menschen ein Wolf</em>. Doch irgendwie war ich sicher, dass dort niemand war, den ich mit meinem Geheul h&auml;tte &auml;ngstigen k&ouml;nnen. Ich war ganz allein an diesem Vollmond-Morgen.</p>
<p>Ich lief ein wenig z&uuml;giger; schlie&szlig;lich wartete zuhause in W&auml;rme und Licht ein k&ouml;stlicher Kaffee. In der Folge entspann sich in meinem Inneren ein Dialog, aus welchem ich ein paar Ausz&uuml;ge widerzugeben suche - von der F&uuml;lle des bebilderten Gedankens auf die relative Armut des getippten Wortes herunter gebrochen.</p>
<p>Die Gespr&auml;chsteilnehmer:</p>
<p><strong>Furchtloses Ich</strong> (forsch, wagemutig, heldisch, motivationsstark, dabei ein wenig tumb)</p>
<p><strong>Furchtsames Ich</strong> (feige, geb&uuml;ckt, antriebslos, empfindsam, berechnend mit einer gewissen Schl&auml;ue).</p>
<p>Furchtloses Ich: &bdquo;<em>Menschen die im Mondlicht W&ouml;lfe werden und auf Jagd gehen? Ammenm&auml;rchen, Mumpitz, Quatsch</em>&ldquo; - Furchtsames Ich: &bdquo;<em>Aber seit Jahrhunderten streifen die gr&auml;sslichen Bestien durch Erz&auml;hlungen und Legenden. Jeder Fabel entspricht ein klein wenig Realit&auml;t.</em>&ldquo; - Furchtloses Ich: &bdquo;<em>Und was soll das Pendant zum fabelhaften Wolfsmenschen sein? Betrunkene Frauen mit Hirsutismus?</em>&ldquo; - Furchtsames Ich: &bdquo;<em>Wie w&auml;re es mit riesigen, r&auml;udigen, von Tollwut-Schmerzen b&ouml;se und bl&ouml;d gemachten Hunden? Verdreckt, verr&uuml;ckt, verschlagen?</em>&ldquo;</p>
<p>[Weitere minimale Beschleunigung, Gedanken an Stephen Kings Cujo, beil&auml;ufiges Scannen des Unterholzes nach starken &Auml;sten, die zum Pr&uuml;gel taugen. 1:0 f&uuml;r Furchtsames Ich]</p>
<p>Furchtloses Ich: &bdquo;<em>Komisch&hellip;warum bin ich heute der Schnellste hier. Warum sind die anderen nicht gekommen?</em>&ldquo; - Furchtsames ich: &bdquo;<em>Vielleicht sind sie ja gekommen&hellip;</em>&ldquo; - Furchtloses Ich: &bdquo;<em>AHA! SOSO! Und wo befinden sie sich dann in diesem Moment?</em>&ldquo; - Furchtsames Ich: &bdquo;<em>AAAUWHUUUUUUUU&hellip;Gnarrrrr &hellip;[bei&szlig;, sch&uuml;ttel, zerrei&szlig;]&hellip;</em>&ldquo; - Furchtloses Ich: &bdquo;<em>Deiner Meinung nach liegen sie also als gr&auml;sslich entstellte Kadaver hier herum? Soll ich mal genauer auf den Weg achten?</em>&ldquo; - Furchtsames Ich: &bdquo;<em>Bestimmt liegen sie hier nicht mehr.</em>&ldquo; - Furchtloses Ich: &bdquo;<em>Wieso?</em>&ldquo; - Furchtsames Ich: &bdquo;<em>Entweder sind sie schon von Zwei- zu Vierbeinern mutiert und lauern mit schleimspritzenden Lefzen im Geb&uuml;sch, oder sie m&auml;andern durch die Verdauungsorgane des Lykanthropen</em>&ldquo; - Fuchtloses Ich: &bdquo;<em>Werden nicht alle Opfer zu neuen Werw&ouml;lfen?</em>&ldquo; - Furchtsames Ich: &bdquo;<em>Und die W&ouml;lfe leben von Kohlenhydratgels und Eiwei&szlig;shakes? Vollhorst! Ein Drittel wird Wolf, zwei Drittel werden Dung, F&auml;zes, Werwolf-Losung. In den Filmen haben die sp&auml;teren Werw&ouml;lfe ein bis drei schreckliche Wunden und einen fiesen F&uuml;nf-Klauen-Kratzer im Gesicht. Von der Substanz, die ihnen fehlt, wird nicht mal ein Dackel satt. Und das aus den Hinterlassenschaften neue W&ouml;lfe werden, w&auml;re mir neu.</em>&ldquo; - Furchtloses Ich: &bdquo;<em>W&auml;re erfrischend f&uuml;rs Monster-Genre; Werwolf-Golems, halb Hack, halb Kacke!</em>&ldquo; - Furchtsames Ich: &bdquo;<em>WAS WAR DAS!!!</em>&ldquo; - Furchtloses Ich: &bdquo;<em>Was?</em>&ldquo; - Furchtsames Ich: &bdquo;<em>Das da eben&hellip;da vorne&hellip;DA!!!!</em>&ldquo;</p>
<p>[Gro&szlig;er Schatten im Unterholz, vier Beine, bewegt sich]</p>
<p>Furchtloses Ich: &bdquo;<em>Hund</em>.&ldquo; - Furchtsames Ich: &bdquo;<em>Sicher?</em>&ldquo; - Furchtloses Ich: &bdquo;<em>Ziemlich&hellip;</em>&ldquo;- Furchtsames Ich: &bdquo;<em>Fuck&hellip;bitte nicht&hellip;</em>&ldquo;</p>
<p>[Im Mondlicht wird ein Dobermann deutlicher]</p>
<p>Furchtloses Ich: &bdquo;<em>Bl&ouml;der K&ouml;ter!</em>&ldquo; - Furchtsames Ich: &bdquo;<em>Der ist nicht angeleint! &hellip;Oh Gott&hellip;</em>&ldquo; - Furchtloses Ich: &bdquo;<em>Aber der Besitzer ist doch da</em>.&ldquo; - Furchtsames Ich: &bdquo;<em>Siehst Du ihn?</em>&ldquo; - Furchtloses Ich: &bdquo;<em>N&ouml;&hellip;nicht direkt</em>.&ldquo; - Furchtsames Ich: &bdquo;<em>Oh Gott</em>..&ldquo;</p>
<p>[Zwei Meter neben dem w&ouml;lfischen Schatten wird die Silhuette einer Frau erkennbar]</p>
<p>Furchtloses Ich: &bdquo;<em>Bl&ouml;de Atzen, lassen ihre d&auml;mlichen K&ouml;ter laufen!</em>&ldquo;</p>
<p>[K&ouml;rperspannung bei der letzten Runde +5, Tempo +7]</p>
<p>Wahrscheinlich l&auml;sst sich dieser Dialog noch mindestens zwei Morgen fortspinnen - so lange steht nach einem Internet-Mondphasen Kalender, den ich zurate gezogen habe, die Scheibe noch fast voll am Himmel. Abschlie&szlig;end noch eine Impression f&uuml;r L&auml;uferInnen, die an einer deutlichen Anhebung ihrer Grundschnelligkeit interessiert sind:</p>
<p><img title="Werwolf Holzstich von Lucas Cranach d. &Auml;." src="http://www.textremsport.de/files/7913/2882/3035/Werwolf.jpg" alt="Werwolf Holzstich von Lucas Cranach d. &Auml;." width="369" height="476" /></p>
<p>Bildnachweis: Wikipedia</p> ]]></description>
      <pubDate>Thu, 09 Feb 2012 22:25:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Stadt Frankfurt warnt vor autonomen Parkbesetzern</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2012/1/30/stadt-frankfurt-warnt-vor-autonomen-parkbesetzern/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=196</guid>
      <description><![CDATA[ <p><em>&bdquo;Frankfurt am Main (dpa/np): Wie die zust&auml;ndigen Kontaktbeamten der Reviere 2 und 6 der Frankfurter Polizei bekannt gaben, h&auml;ufen sich derzeit die Hinweise auf verst&auml;rkte Aktivit&auml;ten der autonomen Szene. Besagte Aktivit&auml;ten finden bevorzugt w&auml;hrend der fr&uuml;hen Morgenstunden in Frankfurter Parks statt. Wie Mitarbeiter des st&auml;dtischen Gr&uuml;nfl&auml;chenamtes zu Protokoll gaben, wurden vor allem im G&uuml;nthersburgpark zwischen 06:00 und 07:00 Uhr morgens vermummte Gestalten gesichtet. Das Muster der autonomen Tathandlungen ist stets dasselbe. Die T&auml;ter tauchen aus dem Dunkel auf, keuchen und schnaufen, wodurch Passanten erschreckt und verunsichert werden und hinterlassen zum Leidwesen etwaiger Parkbesucher, die ihre Hunde ausf&uuml;hren oder die Gr&uuml;nfl&auml;che auf dem Weg zur Arbeit schneiden, einen infernalischen Dunst. Und schon sind sie wieder verschwunden. </em></p>
<p><em>&sbquo;Isch hab nur des Hundsche liffte wolle, da kommt widder aaner von denne aasm Gebisch, zischt misch aa unn pletzlisch hat des geschtunke! Wie aale uffgew&auml;rmte Sogge, oder so ebbes - des geh&ouml;rt sisch net. Die Panker geh&ouml;rn schleunischst aasm Verkehr gezooge!&lsquo;- so die Aussage von Alt-Bornheimerin Gerda S. </em></p>
<p><em>Was die Motive der stets bis zur Unkenntlichkeit vermummten St&ouml;renfriede anbelangt, &nbsp;tappen die Ordnungsh&uuml;ter derzeit noch v&ouml;llig im Dunkel. Ernsthaft gesch&auml;digt wurde niemand, weshalb man momentan von einer Art grobem Unfug ausgeht. Rennen, schnaufen, stinken - und dabei sein Gesicht verstecken. Anscheinend hat die autonome Szene immer wieder eine neue Trumpfkarten im &Auml;rmel, um das Establishment und ordnungsliebende B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger zu narren. </em></p>
<p><em>&bdquo;Hinsichtlich der Ziele, f&uuml;r welche die T&auml;tlichkeiten als zielf&uuml;hrend angesehen werden k&ouml;nnen, ist zum jetzigen Stand der Ermittlungen keine definitive Aussage und Festlegung zu treffen&ldquo;, kommentiert POM Horst K. - Hinweise und Mithilfe seitens der Fr&uuml;haufsteher unter der Frankfurter Bev&ouml;lkerung werden jedoch erbeten. </em></p>
<p><em>Vereinzelte Bilddokumente, m&ouml;glicherweise von geistesgegenw&auml;rtigen Passanten mit der Kamera des Mobiltelefons aufgenommen, wurden der Presse zugespielt. Eine Quelle in T&auml;terkreisen kann dabei jedoch nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden. Erste Meldungen aus Nordrhein-Westfalen deuten zudem darauf hin, dass besagte Aktivit&auml;ten auch jenseits der Grenzen Frankfurts und Hessens stattfinden. Ein Engagement seitens der Bundespolizeibeh&ouml;rden und eine Koordinierung der Ma&szlig;nahmen durch den Staatsschutz wird noch gepr&uuml;ft.&ldquo;</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><img title="Das verh&uuml;llte Gesicht eines Stink-St&ouml;rers" src="http://www.textremsport.de/files/8813/2795/5418/Photo_FBF02BB0-6533-1E4C-16.jpg" alt="Vermummter Autonomer" width="369" height="492" /><br /></em></p>
<p><em><br /></em></p> ]]></description>
      <pubDate>Mon, 30 Jan 2012 21:26:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Doppelkinn: Die Kraft der zwei Hälse</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/12/10/doppelkinn-die-kraft-der-zwei-haelse/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=192</guid>
      <description><![CDATA[ <p><em>Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps</em>, so pflegte mein Opa zu sagen. So ging es heuer um kurz nach Sieben in der Fr&uuml;h erneut hinauf auf Frankfurts Hausberg.</p>
<p><strong>Erschwert </strong>durch den Trunk des gestrigen Abends und Reifgl&auml;tte auf den Wegen in der H&ouml;he.</p>
<p><strong>Erleichtert und versch&ouml;nt</strong> durch die Gegenwart von Mitl&auml;uferin Anita (Marathon 04:09).</p>
<p>Das unbarmherzige Kameraauge zeigt nur allzu deutlich: <em>Fit und fett gesellt sich gern</em>. F&uuml;r das neue Jahr sollte es gute Vors&auml;tze hageln. Jeder bissige Kommentar zu diesem Bild wird bei der Umsetzung helfen.</p>
<p><img title="Doppelkinn" src="http://www.textremsport.de/files/6013/2354/8790/Doppelkinn.jpg" alt="Zwei L&auml;ufer auf dem Lohrberg" width="469" height="352" /></p> ]]></description>
      <pubDate>Sat, 10 Dec 2011 21:34:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Unheimliche Begegnung der hellen Art</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/12/6/unheimliche-begegnung-der-hellen-art/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=190</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Gestern Abend hatte ich der widerw&auml;rtigen Witterung (kalter Regen, Sturmb&ouml;en) trotzend &nbsp;noch um kurz vor acht die Laufschuhe geschn&uuml;rt, wohl wissend, dass diese Zeit des Tages in meinem Falle die beste Zeit f&uuml;r ein als angenehm empfundenes Training ist. H&auml;tte ich gewusst was mir begegnen w&uuml;rde, w&auml;re ich sofort in der Couch versunken und h&auml;tte meinen vor Grauen fliegenden Puls mit einer Flasche Doppelbock Winterbier zu verlangsamen versucht. Leider eignet mir keinerlei hellseherische Begabung. F&uuml;r die Helligkeit, die ich gestern zu sehen bekam, war eine solche auch nicht n&ouml;tig.</p>
<p>Ich w&auml;hlte meine 10 Kilometer Stammrunde am Main. Angesichts der K&auml;lte und N&auml;sse lief ich z&uuml;gig und bis zur neuen EZB-Baustelle mit einem richtig guten Gef&uuml;hl. Dort wartete die erste wetterbedingte Herausforderung in Form riesiger im Dunkel lauernder Pf&uuml;tzen und einer kurzen Trail-Passage, da die Bauleute meinen &uuml;blichen Weg mit w&uuml;rfelf&ouml;rmigen Pflastersteinen zugekippt hatten. F&uuml;r schnelle Tempowechsel, Ver&auml;nderung der Herzfrequenz und der Belastung der Muskeln eine Supersache, &uuml;ber nasse Quader zu staksen - also auch hierf&uuml;r eine positive Bewertung. Bereits auf der Deutschherrnbr&uuml;cke steigerten sich Regen und Wind auf unangenehme Weise. <strong>Ich dachte zu Motivationszwecken an US-Elitetruppen wie die Navy Seals, die auch nach einer Stunde im Eiswasserbad einer Fliege auf 25 Meter das Auge heraus schie&szlig;en</strong> und gab mir M&uuml;he wenigstens 25 Meter mit soldatisch-guter K&ouml;rperspannung zu laufen. Vielleicht w&uuml;rde ich irgendwann mal am Snowdonia Marathon im walisischen Dreckwetter teilnehmen, dann war dies eine sehr gute Vorbereitung. Derlei Gedanken brachten mich gut voran.</p>
<p>Kurz vor der Untermainbr&uuml;cke, dort wo normalerweise der kleine D&ouml;nerbuden-Dampfer vert&auml;ut liegt, geschah es: Kurz vor mir wurde die Dunkelheit pl&ouml;tzlich und unerwartet glei&szlig;end hell. Mit einem Mal war da nur noch blendend wei&szlig;es Licht ein seltsames Knacken und kaum zeitversetzt ert&ouml;nte ein Schlag alles bis dato Geh&ouml;rte vergessen machte:</p>
<p><span style="font-size: x-large;"><em>KRKZZRKKKZZKR</em><strong>BOMMROMROMRRROM</strong></span></p>
<p>Ein kapitaler Wetterstrahl &ndash; <strong>die Mutter aller Blitze</strong> &ndash; war keine 50 m vor mir links des Weges in den Park gefahren. Das genaue Ziel konnte ich nicht entdecken. Ich hatte Besseres zu tun: Duck and cover, panisch wimmern, et cetera. Ob ein weiteres Malheur geschah, was ich entschieden und &uuml;berzeugt verneine, w&auml;re rein empirisch nicht zu verifizieren gewesen. Mein Beinkleid war v&ouml;llig durchn&auml;sst von Regen und Schwei&szlig;. Aus dem wiederhergestellten Dunkel kam mir eine L&auml;uferin (gro&szlig;, schlank, Runners World Covergirl-Typus in rotem Markendress) mit entgeistertem Blick und angstvoll entgleisten Z&uuml;gen im Geschwindschritt entgegen. Und auch ich rannte. Ich sah in dieser gewaltigen, lauten, hellen, todbringenden Himmelsbotschaft das Fanal des Beginns eines &ndash; zugegebenerma&szlig;en f&uuml;r die Jahreszeit untypischen &ndash; Gewitters. Und so rannte ich in einem Tempo, mit dem ich normalerweise nicht einmal einen Stadtlauf &uuml;ber f&uuml;nf Kilometer bestreiten w&uuml;rde (aus Angst vor der Zeit zu ermatten) und <strong>rekapitulierte lange verdr&auml;ngte Verhaltensregeln bei Gewitter im freien Gel&auml;nde</strong>:</p>
<p>"<em>Eichen sollst du erreichen</em>", "<em>Buchen besser verfluchen</em>" oder wie war das noch?</p>
<p>Ich sah die B&auml;ume links und rechts im Dunkel, potentielle Einschlagziele, und rannte weiter, wie ein Infanterist w&auml;hrend der Somme-Schlacht. Die Infanteriegranate ist die ungenaueste Waffe der Welt. Nur jedes 60.000ste Geschoss trifft einen Landser direkt. <strong>Jeder wievielte Blitz r&ouml;stet einen klatschnassen L&auml;ufer?</strong> Vollends mulmig wurde mir bei dem Gedanken, dass ich noch &uuml;ber den Main musste. Die n&auml;chste Querung war der Holbeinsteg. Metall oben, unten, links und rechts. Hoch aufstrebende Pfeiler an denen Stahlseile h&auml;ngen, die die Br&uuml;cke tragen. Ich stand einen Moment still und &uuml;berlegte, wie lange ich brauchen w&uuml;rde. Vierzig Sekunden? Eine Minute? Eineinhalb? Ich spurtete los, als h&auml;tte ich den Giftodem des Leibhaftigen im Nacken gesp&uuml;rt. W&auml;hrend ich lief, schossen mir Gedanken durchs angsterf&uuml;llte Hirn. Was w&auml;re wenn? Haben Br&uuml;cken Blitzableiter? W&uuml;rden sich zwischen den Metallseilen und dem Gel&auml;nder blauwei&szlig;e Lichtb&ouml;gen bilden und ich wie ein Hamster in der Mikrowelle platzen? W&uuml;rden die Dr&auml;hte zu gl&uuml;hen beginnen und ich erst getrocknet und dann getoastet?</p>
<p>Vielleicht w&uuml;rde es mir aber auch wie den unbedarften Typen in den Action-Comics ergehen, &uuml;ber denen in unmittelbarer N&auml;he eine Atombombe krepiert. Vielleicht w&uuml;rden die 1.1 Gigawatt des Blitzes meine molekulare Struktur aufl&ouml;sen und in Nullkommanichts wieder zusammensetzen, was nat&uuml;rlich mit dem Erwerb gewisser Superkr&auml;fte einhergehen w&uuml;rde. M&ouml;glicherweise k&ouml;nnte ich danach blitzschnell laufen und Konkurrenten schmerzhafte und l&auml;hmende Stromst&ouml;&szlig;e geben. <strong>&bdquo;Flash-Runner&ldquo; k&ouml;nnte ich mich nennen oder etwas bodenst&auml;ndiger &bdquo;Watt-L&auml;ufer&ldquo;</strong>. Irgendwann war ich zuhaus. Es hatte zwar zu allem &Uuml;berfluss auch noch kurz gehagelt, aber nicht ein weiteres Mal mehr geblitzt. Das Ereignis blieb singul&auml;r. Meine Frau hatte den gewaltigen Rums sogar auf dem heimischen Sofa mit Verwunderung vernommen. Trost spendete sie mir dennoch nicht, da ich kalt triefte und stank.</p>
<p>Agenda f&uuml;r Morgen:</p>
<p>Erstens bei der Stadt Frankfurt anrufen und fragen, ob Br&uuml;cken Blitzableiter haben und ob sie das Vorhandensein eins solchen bei Gewitter zu einem sicheren Ort macht. Zweitens: Beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach nachfragen, was es mit diesem seltsamen Einzelblitz auf sich hatte. Drittens: Wieder laufen, aber vorher den Wetterbericht checken. Meine Superhelden-Karriere kann noch etwas warten.</p> ]]></description>
      <pubDate>Tue, 06 Dec 2011 23:37:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Parasitische Melodien - Ein akustischer Gehirnschädling als Laufhilfe</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/12/1/parasitische-melodien-ein-akustischer-gehirnschaedling-als-laufh/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=188</guid>
      <description><![CDATA[ <p style="text-align: left;">Nein - hier hat weder der Fehlerteufel zugeschlagen, noch eine ungewollte Lautverschiebung stattgefunden: Der Neologismus &sbquo;Parasitische Melodie&lsquo; ist eine ganz bewusste Sch&ouml;pfung.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Es gibt paradiesische Melodien, in denen sich das Beste des Menschen spiegelt</strong>. Etwa das Englischhornvorspiel zu Beginn des dritten Tristan Akts, oder die hochverdichtete Quintessenz des Romantischen in den Waldhornkl&auml;ngen, mit denen die Tannh&auml;user Ouvert&uuml;re ihren Anfang nimmt.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Die parasitische Melodie ist das Zerrbild dieser Gl&uuml;ckseligkeit in Tonform</strong>. Parasitische Melodien - korrekterweise m&uuml;sste es parasit&auml;re Melodien hei&szlig;en - infizieren das menschliche Gehirn durch den Geh&ouml;rgang. <strong>Wie die Sporenb&uuml;ndel eines aggressiven Pilzes</strong> - wenn auch nicht so lautlos wie diese - <strong>setzen sie sich im Inneren des Kopfes fest</strong> und <strong>beginnen sich mit unglaublicher Geschwindigkeit zu vermehren</strong>, wobei sie die zerebrale Lymphe ihres ungl&uuml;cklichen Wirts als N&auml;hrl&ouml;sung aufsaugen. Dabei &uuml;bernehmen die Klang-Parasiten die Steuerung &uuml;ber den menschlichen K&ouml;rper. &nbsp;Jeder freie Wille wird im Darm der Parasiten zu einem Haufen Shit und <strong>das befallene Hirn ist binnen Minuten nur noch ein gedunsener, krankhaft gebl&auml;hter Klumpen M&uuml;ll </strong>und <strong>zwingt seinen Besitzer f&uuml;r die Verbreitung des Parasiten zu sorgen</strong>, was durch den Mund geschieht &ndash; durch st&auml;ndiges Singen und Summen der parasitischen Melodien.</p>
<p style="text-align: left;">Den <strong>schlimmsten Befall seit langem</strong> <strong>verdanke ich meiner kleinen Tochter</strong>, die den Sch&auml;dling, besser: seinen prim&auml;ren Wirt, von einem Mutti-Baby-Meeting mitgebracht und in unser h&auml;usliches Wohnumfeld eingeschleppt hat. Es handelt sich bei besagtem prim&auml;ren Wirt um <strong>eine gr&uuml;ne Plastikraupe namens Rolli</strong>, die ich je nach Art der Handhabung durch den S&auml;ugling Kl&auml;nge streut. Deren &Uuml;belster erklingt bei jeder Schiebebewegung des farbenfrohen Spielgef&auml;hrten &uuml;ber gleich welchen Untergrund. Kaum geschoben ert&ouml;nt &ndash; <strong>unterst&uuml;tzt von Epilepsie ausl&ouml;senden Lichteffekten</strong> &ndash; folgendes Lied, von dem ich (gl&uuml;cklicherweise) nur den Text wiederzugeben vermag:</p>
<p style="text-align: center;"><em>Rolli Raupe krabbelt auf und ab,</em></p>
<p style="text-align: center;"><em>schaut nach links und rechts,</em></p>
<p style="text-align: center;"><em>macht krapkrapkrap,</em></p>
<p style="text-align: center;"><em>Rooolliiii Raupe </em>[schaurige Verz&ouml;gerung an dieser Stelle]<em> krabbelt auf und ab,</em></p>
<p style="text-align: center;"><em>schauuuut nach links und rechts,</em></p>
<p style="text-align: center;"><em>macht krapkrapkrap.</em></p>
<p style="text-align: left;">Dies wird bis zum Erbrechen wiederholt, wobei zur Infektion des elterlichen Gehirns vier bis f&uuml;nf Wiederholungen vollauf ausreichen. <strong>Meine Frau und ich sprechen seither nicht mehr miteinander</strong>. Nicht aus Gr&uuml;nden der Verstimmung, sondern weil wir permanent damit befasst sind, die schwachsinnige Litanei der Raupe in die n&auml;here Umwelt abzusondern &ndash; ohne uns dessen bewusst zu sein. Erst bei einem Gang ins Bad wurde ich des Ausma&szlig;es der mentalen Destruktion bei einem Blick in den Spiegel bewusst. <strong>Die Z&uuml;ge entstellt von ekelhaft debiler Gl&uuml;ckseligkeit; der Blick glasig und leer, der Mund zerrissen und zerfasert von der Bildung der uns&auml;glichen Silben</strong>: &bdquo;<em>krapkrapkrap</em>&ldquo;, die den Fressvorgang einer Raupe lautmalerisch zu beschreiben suchen, was ihrer Sinnlosigkeit keinen Abbruch tut.</p>
<p style="text-align: left;">Seit dem Romancier und Linguisten Umberto Eco gilt das Wort &bdquo;blitiri&ldquo; als Inbegriff des sinnlosen Silbenunget&uuml;ms. <strong>Ich fordere hiermit in allen Linguistikb&uuml;chern das Wort &bdquo;blitiri&ldquo; durch &bdquo;krapkrapkrap&ldquo; zu ersetzen</strong>. Sofort!</p>
<p style="text-align: left;">Ein Gutes hat jedoch der Befall durch den parasitischen Raupen-Singsang. W&auml;hrend meiner heutigen Trainingsrunde am fr&uuml;hen Abend &uuml;ber 15,3 km sp&uuml;rte ich weder K&auml;lte noch Schmerz. Kein Durst plagte mich und der Sitz meiner Laufhose war mir v&ouml;llig egal. <strong>Geistig vergiftet setzte ich eineinhalb Stunden lang die F&uuml;&szlig;e auf den Teer</strong>: &nbsp;<em>trabtrabtrab&hellip;trabtrabtrab&hellip;trabtrabtrab&hellip;</em></p>
<p style="text-align: left;">Mein grinsender Kopf wackelte hin und her und die Leuchtdioden an meinen Armb&auml;ndern imitierten die Illumination des Spielzeugs. <strong>Ein singender, grinsender, blinkender Zombie im Abendnebel</strong>. Heute wunderte es mich nicht, dass niemand gr&uuml;&szlig;t. Ich h&auml;tte es ohnehin weder bemerkt noch erwidert.</p>
<p style="text-align: left;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: left;">&nbsp;</p> ]]></description>
      <pubDate>Thu, 01 Dec 2011 22:33:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Höhentraining auf Frankfurterisch:  Empor Richtung Lohr</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/11/23/hoehentraining-auf-frankfurterisch-empor-richtung-lohr/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=185</guid>
      <description><![CDATA[ <p><em>Albtraum des Nachts, das Kleinkind schrie,</em></p>
<p><em>das Fr&uuml;hlicht sendet fahle Gr&uuml;&szlig;e,</em></p>
<p><em>Du L&auml;ufer mach Dich auf die F&uuml;&szlig;e,</em></p>
<p><em>die Gunst der Stunde - nutze sie!</em></p>
<p><img title="Gegenwartsperspektive" src="/files/2213/2208/1327/lohr2.jpg" alt="Weinreben am Lohrberg" width="469" height="625" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Im Fr&uuml;htau zu Berge: das Ziel ist gesteckt,</em></p>
<p><em>hinterm Huthpark schon kocht &lsquo;s in den Waden,</em></p>
<p><em>aus dem Kunststoff der Laufjacke nebelt empor,</em></p>
<p><em>der Leibdunst als zwieblichte Schwaden.</em></p>
<p><em><br /></em></p>
<p><em>Kein anderer L&auml;ufer k&auml;mpft gegen den Hang,</em></p>
<p><em>nur ich und der Teer und die Steigung,</em></p>
<p><em>an der Nussgartenstra&szlig;e die Zunge wird lang,</em></p>
<p><em>Fluch dem Laufsport, der kranken Neigung!</em></p>
<p><em><br /></em></p>
<p><em>Doch erhebend ist &lsquo;s, auf dem Lohr zu stehn,</em></p>
<p><em>der Blick schweift durchs Tr&uuml;be bis Biblis,</em></p>
<p><em>der Schmerz wird nicht bleiben, der Stolz nicht vergehn.</em></p>
<p><em>Ich komm wieder - soviel ist gewiss!</em></p>
<p><em><br /></em></p>
<p><img title="L&auml;ufer auf dem Lohrberg - Standbild" src="/files/4313/2208/1316/lohr1.jpg" alt="L&auml;ufer auf dem Lohrberg - Standbild" width="469" height="625" /></p> ]]></description>
      <pubDate>Wed, 23 Nov 2011 21:45:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Begrenzte Medaillenanzahl - Wie peinlich!</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/10/31/begrenzte-medaillenanzahl-wie-peinlich/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=182</guid>
      <description><![CDATA[ <div class="ccm-blog-blog-post-content">
<p>Der Frankfurt Marathon stand im Ruf, einer der  bestorganisierten Stra&szlig;enl&auml;ufe zu sein; unter den Besten europaweit.  Dieser Ruf d&uuml;rfte gestern ausgerechnet zum 30. Jubil&auml;um stark besch&auml;digt  worden sein. Es ist etwas passiert, das L&auml;ufer wirklich &uuml;bel nehmen.</p>
<p>Wenn beim Berlin Marathon f&uuml;r die L&auml;ufer im hinteren Teil des Feldes  an den Verpflegungsstellen Becher und Wasser knapp werden, ist dies  heikel, aber dennoch verzeihlich. Die <strong>Knappheit f&uuml;hrt sogar zu spontanen Szenen der Verbr&uuml;derung unter Sportlern</strong>. "<em>Wisst  ihr noch letztes Jahr Berlin, als wir bei Kilometer 38 gemeinsam aus  dem Eimer zum Eintauchen der Schw&auml;mme gesoffen haben? Besser kann man  den Salzhaushalt nicht wieder ausgleichen. Det is halt Balin,wa?!</em>"</p>
<p>Was gestern in Frankfurt geschehen ist, ist hingegen einfach nur traurig und peinlich<strong>. F&uuml;r L&auml;ufer im Zeitbereich &uuml;ber 5 h 10 min gab es weder eine Finisher-Medaille noch eine W&auml;rmefolie</strong>.  Nichts mehr da &ndash; trotz feststehender und permanent verk&uuml;ndeter  Teilnehmerzahl von 15.000 Marathonis. Bei jedem Lauf ist die Anzahl der Medaillen begrenzt, aber die Grenze liegt bei der maximalen Zahl der Teilnehmer. Hier lag sie deutlich darunter. Die Finisher, die mit mir ins  Ziel kamen, waren fassungslos und zurecht emp&ouml;rt. Beinahe konnten einem  die Helferinnen am Medaillentisch leid tun, wie sie da umringt von  aufgebrachten, schwitzenden Athletinnen und Athleten pars pro toto f&uuml;r  eine bescheidene Orga die verbalen Pr&uuml;gel kassierten. Die Beteuerung,  alle Medaillen w&uuml;rden nachgeschickt, zeigt, wie wenig die  Verantwortlichen verstanden haben, welche Botschaft ein solcher Lapsus  transportiert. Falls jemand von den Eventplanern dies liest, hier eine  kurze Interpretationshilfe:</p>
<p>Keine Finisher-Medaillen f&uuml;r die &bdquo;Sub six"-L&auml;ufer bedeutet: Wir  haben nicht an euch geglaubt. Wir haben mit eurem Versagen gerechnet und  dies sogar zum Bestandteil unserer Kalkulation gemacht. <strong>Einfach weniger Orden ordern und auf diese Weise ein paar Euro Kosten sparen</strong>. <strong>Hier wurde dem Sportsgeist mit dem Rechenschieber der Sch&auml;del eingeschlagen!</strong> Und zur Idee, die Medaillen nachzuschicken (was eigentlich schon  deshalb selbstverst&auml;ndlich sein sollte, weil jeder Teilnehmer im Vorfeld  f&uuml;r dieses St&uuml;ck gepresstes Blech bezahlt hat) eine Nachfrage: Wann  tr&auml;gt ein L&auml;ufer seine Medaille? Am Renntag, wenn er zur U-Bahn humpelt, zu seiner Familie f&auml;hrt, sich feiern l&auml;sst. Vielleicht h&auml;ngt der eine oder andere sie  noch am Folgetag an die Lampe auf dem Schreibtisch in der Firma, damit  die Kollegen sehen, dass man tats&auml;chlich gelaufen ist und das Ziel erreicht hat,  aber nicht mehr Ende Dezember, wenn die offizielle Urkunde und mit ihr  die versp&auml;tete Medaille im Briefkasten landet. Meine Tochter ist zum  Gl&uuml;ck erst neun Monate alt. Ich m&ouml;chte nicht mit den V&auml;tern tauschen,  die gestern nach Hause kam und von ihren Kindern (siebenj&auml;hrigen S&ouml;hnen,  die Augen leuchtend vor Erwartung) die Frage zu h&ouml;ren bekam: "<em>Papa warum hast du keinen Orden gekriegt?</em>&ldquo;  Eine Soforturkunde ist vielleicht ein Teilnahmebeweis, aber nicht  dasselbe wie ein gl&auml;nzendes Siegeszeichen. Das ist so, wie beim  Verkehrstraining in der Grundschule. &nbsp;Wer ein Crack auf zwei R&auml;dern war,  bekam einen Wimpel der Polizei f&uuml;r sein Fahrrad; wer einfach nur  teilgenommen hatte, eine Best&auml;tigung auf Papier. <strong>Das waren die Looser</strong>.</p>
<p><strong>Fazit</strong>: Als die Organisatoren lieber in den billigen  Rucksack investierten, dessen Rei&szlig;verschl&uuml;sse schon bei der  Erstbenutzung j&auml;mmerlich versagten, machten sie einen schweren Fehler.  Der Zorn der L&auml;ufer so weit ich ihn mitbekommen und selbst empfunden  habe, richtete sich jedoch nicht etwa gegen die lokalen Event-Ausrichter.  Der Schuldige in unseren Augen war der Hauptsponsor. Derjenige, dessen  Brand &uuml;ber der Veranstaltung steht.</p>
<p>Auf die Krisen PR der Motorenbauer aus dem Bayrischen bin ich wirklich sehr gespannt&hellip;</p>
</div> ]]></description>
      <pubDate>Mon, 31 Oct 2011 20:15:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Schuppenflechte im Hals</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/10/11/schuppenflechte-im-hals/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=179</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Zwei mal 30 Kilometer mit einer Pace von unter 6:30 liegen hinter mir. Damit habe ich zumindest mein Vorjahressoll erf&uuml;llt und kann demzufolge auch in 2011 hoffen, zwar schlussendlich elend langsam, aber gutgelaunt, schmerzfrei und mit dem Gef&uuml;hl, eigentlich noch weiter laufen zu k&ouml;nnen, &uuml;ber die 42,192 Kilometer zu kommen. Ich h&auml;nge zwar mit den durchschnittlichen Wochenkilometern hinterher, da der Vollzeitjob weniger Freir&auml;ume l&auml;sst, als die Freiberuflichkeit im Home-Office, aber auch das macht mir nicht viel Sorgen. <strong>Es wird schon laufen - und &bdquo;ES&ldquo; bin in diesem Falle &bdquo;Ich&ldquo;</strong>.</p>
<p>Beide 30er habe ich im Rahmen des Marathon Vorbereitungsangebots des Lauftreffs von Spiridon Frankfurt e.V. in den Weiten des Stadtwaldes absolviert. Und die Erw&auml;hnung dieses m&auml;chtigen Forsts leitet zu einer <strong>kleinen ekelhaften Geschichte</strong> &uuml;ber.</p>
<p>Wir - eine hochmotivierte Truppe aus bunten Asterix Klonen mit kleinen Zaubertrankfl&auml;schchen an den fettreduzierten H&uuml;ften - starteten Schlag acht und schraubten auf vollends unspektakul&auml;re Weise durch das Geh&ouml;lz: ganze 22,3 Kilometer weit. Soweit so stinknormal im Rahmen der Marathon-Pr&auml;paration. Womit jedoch offensichtlich keiner gerechnet hatte, war das <strong>viel zu warme Wetter an jenem Sonntagmorgen</strong>. Die Sonne lie&szlig; den Forst dampfen und machte jedem der Beteiligten unmissverst&auml;ndlich klar, wenn er oder sie sich zu viel angezogen hatte. Nach nicht einmal 15 Kilometern saugten die Helden des Waldweges bereits an ihren stylischen Minibuddeln, als wollte sie die Weichmacher aus der Plaste lutschen. Ich war der einzige, der sich mit einer 1 Liter Leitungswasserpulle schleppte, aber auch mein Trinkgebinde war zu diesem Zeitpunkt leer. Unser selbst sterbenselend dehydrierter F&uuml;hrer tat angesichts des Wassermangels das einzig Richtige. Er gerierte sich als guter Hirte, der wie im biblischen Lied seine Herde dampfender Lauf-Schafe zum Ruheplatz am Wasser f&uuml;hrte. Zu einem Zwischenstopp bei eben jenen 22, 3 Kilometeren unserer geplanten 30 Kilometer Strecke.</p>
<p>Die Wasserstelle, zu der er uns brachte um sein und unser Leiden zu lindern, war das <strong>K&ouml;nigsbr&uuml;nnchen</strong>. Laut der meistbefragten Online Enzyklop&auml;die dieses Planeten ist das K&ouml;nigsbr&uuml;nnchen eine Fassung von vier Quellen und wurde 1881 errichtet. Das Wasser enth&auml;lt Eisenhydroxid, weshalb es kupfrig-rostig-rotbr&auml;unlich schimmert wie ein alter Nagel und eine ordentliche Prise Schwefelwasserstoff&nbsp; f&uuml;r das Odeur verrotteter Eier. EGAL: Das Rinnsal war fl&uuml;ssig und eiskalt und <strong>wir tauchten begierig unsere schrumpeligen Zungen ins stinkende Nass wie tumbe, schwitzende Rinder in einem Tierfilm</strong> &uuml;ber die Trockenzeit in der Savanne mit der obligatorischen Szene am letzten Wasserloch.</p>
<p>W&auml;hrend wir uns zur miefenden Labung niederb&uuml;ckten, <strong>trat der Schrecken hinter uns</strong>. Wie in der Sage von den Nibelungen der finstere Hagen dem gierig trinkenden Siegfried, nahte sich eine kleine, verhutzelte und sicher sehr alte Sachsenh&auml;userin. Dieses seiner Gestalt zum Trotz recht r&uuml;stige Weiblein schrie mit einer Stimme, die so rostig war wie unsere eisenges&auml;ttigte Trinkbr&uuml;he und von einer Vollprothese eingefasst sicher &auml;hnlich unfrisch duftete, auf unsere R&uuml;cken hinunter: &bdquo;<em>Des Wasser ist gut, das k&ouml;nnen sie ruhig trinken</em>&ldquo;; (Nicht das wir es bereits begierig taten&hellip;) &bdquo;<em>das hat sogar heilende Kr&auml;fte</em>&ldquo;. Die Kl&uuml;geren oder nur h&ouml;flich Neugierigen unter uns hoben bereits die K&ouml;pfe samt Lippen vom fauligen Spiegel. &bdquo;<em>Hier hat ein alter Mann gewohnt, der hatte eine f&uuml;rchterliche Hautkrankheit. Ganz widerlich war das anzusehen. Der hat sich hier jeden Morgen gewaschen.&nbsp; - Bis er tot war!</em>&ldquo;. Aus einer ganzen Reihe M&uuml;nder schoss das Wasser im Bogen hervor wie es auch bei Siegfried der Fall gewesen sein musste, als ihn Hagen von hinten mit dem Speer durchstie&szlig;. Die Gesichter gaben wieder, was hinter den Stirnen an garstigen Bildern entlang str&ouml;mte: Hautfetzen, Grinde, <strong>eitrige Talgkappen mit schmerzvollem St&ouml;hnen von alter Haut gewaschen</strong> mit jenem Wasser das wir soeben voller Wollust in unsere M&auml;gen gepumpt hatten. Die Greisin ging befriedigt weiter. Den Spinnern im Gummihemd hatte sie es ordentlich besorgt. &bdquo;<em>Bis er tot war</em>&ldquo;&hellip; - unsichere Blicke ins umliegende Strauchwerk.</p>
<p>Den Rest der Strecke absolvierten wir weitgehend schweigend, da jeder mit dem Empfinden seiner Mundh&ouml;hle besch&auml;ftigt war. <em>Waren das erste P&ouml;ckchen auf der Zunge? Haben meine Z&auml;hne nicht gerade eben so seltsam elektrisch gekribbelt&hellip;fast gejuckt&hellip;?</em></p>
<p>Warum eigentlich K&ouml;nigsbr&uuml;nnchen? Passt nicht Kr&auml;tzquelle besser? Aussatzzisterne? Born der Beulenpest? W&auml;re besser als jedes Warnschild.</p> ]]></description>
      <pubDate>Tue, 11 Oct 2011 20:47:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Digitaler Neo-Impressionismus</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/10/1/digitaler-neo-impressionismus/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=177</guid>
      <description><![CDATA[ <p>30. September, 06.06 Uhr, 10 Kilometer, durchschnittliche Pace 06.14 Min/Km.</p>
<p>Was ist motivierend an einem Hustenanfall? Ganz einfach: Er hilft beim Wachwerden. <strong>Viele L&auml;ufer kennen den seltsamen Mix aus Motivationshilfen, die einen dazu bringen, morgens</strong> entgegen aller subjektiven Befindlichkeit <strong>der w&auml;rmenden Geborgenheit des Bettes zu entsteigen</strong> und sich zwecks <em>&eacute;ducation physique </em>ins Freie hinaus zu begeben; <strong>sie r&uuml;hren diese Mixtur der Beweggr&uuml;nde sogar selbst an</strong>. Auch ich hatte mir alle notwendigen Utensilien am Vorabend bereitgelegt - und zwar sogar in einer absolut plausiblen, ja einzig richtigen Reihenfolge, die jedes Suchen und Nachdenken im tr&uuml;ben Lampenschimmer mit schlafverklebten Augen vollends &uuml;berfl&uuml;ssig machen sollte; hatte mir ein k&ouml;stliches Glas Leitungswasser zur Labung auf das Flurregal gestellt und den Laufg&uuml;rtel mit der Digitalkamera und dem Geld f&uuml;r frische Br&ouml;tchen bei R&uuml;ckkehr best&uuml;ckt.&nbsp; Ich war sogar soweit gegangen, mir die Brustwarzen bereits vor dem Zubettgehen mit extra sensitiven Pflasterstrips zu verkleistern.</p>
<p>Wirklich aus dem Bett getrieben hat mich jedoch ein langanhaltendes, reibeisenrauhes Keuchen meiner kleinen Tochter. Der Husten war zwar durchaus scheu&szlig;lich, zeugte jedoch von einer im Grunde intakten Gesundheit, die uns auch unser Kinderarzt best&auml;tigt hatte. Mit freien Lungen hustete sie voller Vitalit&auml;t und in entsprechender Lautst&auml;rke; das genaue Gegenteil eines "<em>kraftlosen R&uuml;hrens im Brei organischer Aufl&ouml;sung</em>" (wie T. Mann einmal den Husten eines Todgeweihten ebenso trefflich wie gr&auml;sslich zu charakterisieren wusste).</p>
<p>Ich stand also auf - noch ehe der Wecker am Handy meine M&auml;dels aufschrecken konnte. Ich streifte meine Laufsachen &uuml;ber und aktivierte mein LED-Leuchtarmband, um <strong>illuminiert wie ein K&ouml;ter </strong>davor gefeit zu sein, die Frankfurter Verkehrstotenstatistik um eine weitere anonyme und dennoch tragische Kennzahl zu vergr&ouml;&szlig;ern und begab mich auf meine Hausstrecke von Bornheim entlang der Ostpark- und Sonnemannstra&szlig;e bis zur Fl&ouml;&szlig;erbr&uuml;cke und hin&uuml;ber zur anderen Seite des Mains; von dort weiter zum Holbeinsteg und durch die Obermainanlagen mit dem Schopenhauerdenkmal zur Bergerstra&szlig;e und wieder nach Bornheim hinauf.</p>
<p>Traumhaft sch&ouml;n die Morgenstimmung, die danach verlangte, im Bild festgehalten zu werden. Leider dr&auml;ngte sich der <strong>Vergleich zum Biathlon</strong> f&ouml;rmlich auf - wie fast immer beim Versuch, mit einer kleinen Nikon Coolpix im Dunkeln ein Flu&szlig;panorama samt Lichtspiegelungen einzufangen: <strong>Wie bekomme ich meinen Puls wieder in den Drehzahlkeller um beim Schuss nicht zu verwackeln?</strong></p>
<p>Ich bin <strong>kein Biathlet im klassischen Sinne</strong> und <strong>auch keiner wie manche Laufanf&auml;nger, die notgedrungen Laufen und Walking im Wechsel kombinieren</strong>. Das Ergebnis hefte ich mal unter <strong>digitaler Neo-Impressionismus</strong> ab.</p>
<p><img title="Bengalische Lichterspiegelungen" src="http://www.textremsport.de/files/5013/1749/5307/DSCN4489.jpg" alt="Blick von der Fl&ouml;&szlig;erbr&uuml;cke auf die Skyline" width="400" height="533" /></p>
<p>Hoffe mal, dass mein T&ouml;chterlein auch morgen in der Fr&uuml;he hustet. Punkt 08.00 Uhr stehen die zweiten 30 Kilometer vor dem Frankfurt Marathon auf dem Plan&hellip;</p>
<p><img title="Blau zu Rot" src="http://www.textremsport.de/files/7013/1749/5317/DSCN4498.jpg" alt="Morgenstimmung am Main" width="500" height="375" /></p> ]]></description>
      <pubDate>Sat, 01 Oct 2011 22:19:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Kommstu gehstu - Eine Meditation über das Wesen des Rundenlaufens</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/9/19/kommstu-gehstu-eine-meditation-ueber-das-wesen-des-rundenlaufens/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=174</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Ich finde es immer wieder aufs Neue befremdlich, dass ich schneller bin, wenn ich im Kreis herum laufe.&nbsp; Die Kilometer bleiben sich gleich, die Pace hingegen erf&auml;hrt eine signifikante Steigerung. Waren es bei allen letzten Trainingsl&auml;ufen in etwa 6:27 Minuten pro 1000 Meter auf allen Strecken von zehn bis hin zu den ersten drei&szlig;ig Kilometern in 2011, rannte ich gestern im abendlichen G&uuml;nthersburgpark mit einer durchschnittlichen Pace von 5:48 an einer ganzen Reihe tiefenentspannter Wellness-Jogger vorbei.</p>
<p>Diese immense Beschleunigung, die ohne alle Qual vonstatten ging, brachte mich dazu, einige <strong>Gedanken &uuml;ber das Wesen des Kreislaufens</strong> zu machen und auf die Suche nach einer L&ouml;sung des R&auml;tsels der Geschwindigkeitserh&ouml;hung zu gehen. Folgende Gedanken waren es, die mir der spiritus cursus eingab:</p>
<p>Ad 1:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Die <strong>Ersch&ouml;pfung am Ende eines Laufes ist fast immer eine Sache des Kopfes, nicht der Beine</strong>. Wer nicht v&ouml;llig dehydriert oder unterzuckert ist, hat keinen Grund, am Ende eines zehn Kilometer Laufes erledigt zu sein - zumindest nicht, wenn er regelm&auml;&szlig;ig trainiert und auch schon die Marathondistanz bezwungen hat. Dennoch konstatiere ich immer dann, wenn ich mir eine bestimmte Strecke vorgenommen habe, diese <strong>Qual der letzten Meter</strong>. &nbsp;Bei einem Zehner zwackt es ab 8,5 Km, bei einem Zwanziger ab 18 Km und so fort.</p>
<p>Bei Laufen im Kreis hingegen stellt sich diese mentale Ersch&ouml;pfung nicht ein, da man immer nur <strong>kleine Teilst&uuml;cke einer prinzipiell unabgeschlossenen Gesamtdistanz</strong> l&auml;uft.</p>
<p>Ad 2:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <strong>Wer eine l&auml;ngere Strecke l&auml;uft</strong> - ich nehme als Beispiel meine Hausstrecke am Main - <strong>neigt dazu, sich die Distanz einzuteilen</strong>. Zumindest bei mir ist dies der Fall. Ich will nicht gleich zu Beginn mein sprichw&ouml;rtliches Pulver vergeuden und beabsichtige lieber auf der zweiten H&auml;lfte des Weges - also vom Hohlbeinsteg zur&uuml;ck nach Bornheim - den Gashahn aufzudrehen. Hat man jedoch die erste Teilstrecke hinter sich, haben sich der Bewegungsapparat und das kardiovaskul&auml;re System an den gem&auml;chlichen Trott gew&ouml;hnt. Eine immense Steigerung ist nur unter argen Qualen denkbar (hatte ich schon erw&auml;hnt, das ich nicht aufgrund eines angeborenen Hanges zum Masochismus laufe?).</p>
<p>Wer hingegen nie mehr Strecke als 1,7 Km zwischen Start und Ziel vor sich hat - so lang ist in etwa die gro&szlig;e Runde im G&uuml;nthi - der neigt nicht dazu, sich etwas einzuteilen.</p>
<p>Vorl&auml;ufiges Fazit: Die <strong>gr&ouml;&szlig;ere Schnelligkeit beim Rundenlaufen</strong> (weshalb wohl nur die 100 Meter Sprint Strecke eine Gerade ist und selbst die ist Teil einer Runde) <strong>resultiert aus der prinzipiellen Unabgeschlossenheit einer in sich geschlossenen Form</strong>. Man kann Runde auf Runde summieren, aber auch nach jeder Runde den Lauf mit dem Vollgef&uuml;hl des Angekommen-Seins beenden. Der Rundenlauf ist <strong>stetes Ankommen und ebenso stetes Loslaufen</strong>. Die <strong>Kraft des Anfangs geht unmittelbar und immer wieder aufs Neue in den Endspurt &uuml;ber</strong>.</p>
<p>Vielleicht sollte ich im kommenden Jahr den Darmst&auml;dter Knast-Marathon mitlaufen. 42,192 Kilometer im kleinesten Kreis zwischen Draht und Beton. Ein beinahe obsz&ouml;ner Gedanke dr&auml;ngt sich mir auf: <em>Sub Four, Sub Four, Sub Four</em> &hellip;</p> ]]></description>
      <pubDate>Mon, 19 Sep 2011 20:31:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Die Crane war mein Schicksal</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/8/30/die-crane-war-mein-schicksal/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=171</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Nicht nur Musiker, auch Freizeitl&auml;ufer wissen um den Zuwachs an Motivation, den jede Anschaffung neuen Equipments mit sich bringt. Dabei ist es v&ouml;llig gleichg&uuml;ltig, ob es sich um High End Laufbekleidung oder eine schlichte Synthetikpelle aus dem Discounter des Vertrauens handelt. Ich bin, wenn es um Laufhosen und Shirts geht, <strong>bekennender Nice-Price L&auml;ufer</strong>. Zwar habe auch ich mein Lieblings Adidas Shirt im Schrank, aber in der Regel nutze ich die kosteng&uuml;nstigen Produkte, bei denen es nicht schmerzt, wenn man sie entsorgt, sobald sie schon vor dem Training nach Schwei&szlig; riechen. <strong>Die Chinesen kaufen unsere leeren PET Flaschen auf und produzieren daraus neue Garne f&uuml;r neue, noch billigere Textilien </strong>- f&uuml;r Nachschub ist also gesorgt.</p>
<p>Seit gestern bin ich im Besitz der neuesten <strong>Long Tight </strong>der Aldi Eigenmarke <strong>Crane</strong>. Das Teil ist gut geschnitten und &nbsp;- bei einem echten Kampfpreis von unter 10&euro; - sehr solide verarbeitet. Zudem verf&uuml;gt sie &uuml;ber ungeahnte Qualit&auml;ten, von denen ich berichten muss. Nachdem mein eigentlich geplantes Laufdate f&uuml;r 07:00 Uhr fr&uuml;h in beiderseitigem Einvernehmen zun&auml;chst vertagt wurde, lockte mich die k&uuml;hle, klare Luft und die Gelegenheit, die neue Tight zu testen dann doch um vier Minuten nach sieben hinaus in einen wundersch&ouml;nen Morgen. Die Lungen und das Herz geweitet geht es auf eine gro&szlig;e Runde. <strong>Weniger weit sind die Beine der Tight</strong>. Die enganliegende Kunststoffhose vermittelt das durchaus <strong>angenehme Tragegef&uuml;hl s&uuml;ndteurer Kompressionstextilien</strong>. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich mich bei numerischen Gr&ouml;&szlig;enangaben nicht auskenne und daher wie eine Presswurst geschn&uuml;rt in den jungen Tag jogge. Diese Formulierung klingt jedoch zu negativ. Beim Blick auf meine Oberschenkel nach den ersten 4,5 Kilometern finde ich folgende Beschreibung passender: <strong>Wie die Jahresringe eines Mammutbaumes oder wie eine auf Beute lauernde lauernde Anakonda winden sich wulstige Str&auml;nge st&auml;hlerner Marathon Muskulatur um die dorischen S&auml;ulen meiner L&auml;uferbeine</strong>. However - das &Uuml;berwinden der Tr&auml;gheit am Morgen hat sich definitiv gelohnt. Nachfolgend einige Impressionen von der Strecke <em>Bornheim - Fechenheim - Offenbach - Kaiserlei - Eiserner Steg - Ostbahnhof - Bornheim</em>.</p>
<p>Bei Kilometer 4,67 l&auml;dt der Ausblick von der alten <strong>Fu&szlig;g&auml;ngerbr&uuml;cke Richtung Fechenheim</strong> zum Verweilen und knipsen ein.</p>
<p><img title="Morgenstimmung" src="http://www.textremsport.de/files/1013/1469/5832/FechenheimBridge300811.jpg" alt="Blick von der Br&uuml;cke nach Fechenheim" width="300" height="400" /></p>
<p><img title="Mehr Licht bitte" src="http://www.textremsport.de/files/3813/1469/8948/FechenheimBridge300811_2.jpg" alt="Blick von der Br&uuml;cke nach Fechenheim" width="300" height="400" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nun aber weiter. Offenbar hatte ich meinem Langarm Top Ende des letzten Winters vor dem Einlagern im Schrank nur eine "<em>Komm mit unter die Dusche</em>" <strong>Blitz-Textilpflege</strong> geg&ouml;nnt. Ich verzeichne eine <strong>gesteigerte, olfaktorische Selbstwahrnehmung</strong> und mich verlangt nach Fahrtwind...</p>
<p>Etwa bei Kilometer 11 entdecke ich gut versteckte<strong> coole Streetart </strong>unter einer Br&uuml;cke in Kaiserlei:</p>
<p><img title="Farbe erweckt Beton zum Leben" src="http://www.textremsport.de/files/6413/1469/9168/StreetartKaiserlei300811.jpg" alt="Graffitis unter der Br&uuml;cke" width="444" height="333" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es gibt <strong>Schlichte und ganz Schlichte</strong> (so sagte mein alter Mathe Lehrer immer zu mir) - und es gibt <strong>Mr. Schlichter</strong>. Ob <strong>Heiner Gei&szlig;ler</strong> gemeint ist?</p>
<p><img title="Mr. Schlichter - ein moderner Held" src="http://www.textremsport.de/files/8013/1469/9191/StreetartKaiserlei300811_2.jpg" alt="Graffitis unter der Br&uuml;cke" width="300" height="400" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Unweit des <strong>Eisernen Stegs</strong> zeigt sich Frankfurt am Main in seiner ganzen Sch&ouml;nheit:</p>
<p><img title="Mainhatten im Morgenlicht" src="http://www.textremsport.de/files/1913/1469/9216/Skyline300811.jpg" alt="Blick auf die Skyline" width="444" height="333" /></p>
<p><img title="Nochmal ohne Zoom" src="http://www.textremsport.de/files/4413/1469/9296/MainView300811.jpg" alt="Blick auf die Skyline" width="444" height="333" /></p>
<p>Nach genau <strong>17,77 Kilometern</strong> endet die morgendliche Exkursion mit frischen Br&ouml;tchen in der heimischen K&uuml;che. Nice Run - good Start!</p> ]]></description>
      <pubDate>Tue, 30 Aug 2011 12:05:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>In der Hitze laufen ohne heißzulaufen Teil eins: Richtig trinken</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/8/19/in-der-hitze-laufen-ohne-heiszzulaufen-teil-eins-richtig-trinken/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=169</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Nachdem viele laufende Organismen angesichts kalter Regentage bereits in den Herbst-Modus gewechselt sein d&uuml;rften, kehrt der <strong>launische Sommer 2011</strong> dieser Tage noch einmal mit schw&uuml;ler Hitze zur&uuml;ck. Auch Frankfurt meldet Freibadwetter und auf dem Teer der Wege am Main bleibt die Hitze noch bis in die Abendstunden hinein hartn&auml;ckig kleben. Gerade f&uuml;r den Freizeitl&auml;ufer empfiehlt es sich daher, ein paar <strong>Grundregeln &uuml;ber das Laufen bei Hitze</strong> zu verinnerlichen oder zu aktualisieren (am besten vor oder l&auml;ngere Zeit nach dem Trainingslauf, denn Fl&uuml;ssigkeitsverlust f&uuml;hrt &uuml;ber Zeit neben anderen Einschr&auml;nkungen des Leistungspotentials auch zu einer gewissen Bl&ouml;digkeit).</p>
<p><strong>Richtig und vor allem rechtzeitig trinken</strong> ist oberstes Gebot f&uuml;r Ausdauersport bei hohen Temperaturen. Der Mensch besteht bis zu 70% aus Fl&uuml;ssigkeit. Sinkt der Spiegel ab, stellen sich negative Folgen ein. Schon bei einem Fl&uuml;ssigkeitsverlust von gerade mal zwei Prozent des K&ouml;rpergewichts in Form von Schwei&szlig;, steigt die K&ouml;rpertemperatur. Bei f&uuml;nf Prozent geht zudem der Puls sp&uuml;rbar in die H&ouml;he und proportional dazu die l&auml;uferische Leistungsf&auml;higkeit in den Keller. Sp&auml;testens wenn sich Schwindel und &Uuml;belkeit einstellen, wird es ernst. Es drohen &Uuml;berhitzung und ernste Kreislaufprobleme. Jetzt gilt es die Belastung deutlich zu verringern, den Schatten zu suchen und vor allem - den Verlust an Fl&uuml;ssigkeit schnellstm&ouml;glich zu kompensieren.</p>
<p>Auch wenn eine <strong>Faustregel </strong>besagt, dass erst ab einer Leistungsdauer von einer Stunde Getr&auml;nke mitzuf&uuml;hren sind (sofern man nicht zu ambitioniert zu Werke geht und nicht vers&auml;umt, in der halben Stunde vor dem Lauf ein bis zwei Gl&auml;ser Wasser zu trinken), sollte jeder L&auml;ufer auf seine individuelle Konstitution achten. Wer wie ich kein Bild der Sonne betrachten kann, ohne dass sich s&auml;mtliche Poren &ouml;ffnen, sollte bei einer Au&szlig;entemperatur ab 25&deg; Celsius immer eine Wasserflasche dabei haben, wenn er l&auml;nger als 45 Minuten f&uuml;r sein Training eingeplant hat. Es muss nicht gleich die 1,5 Liter Klinikpackung sein. Pro Stunde liegt die maximale physiologische Fl&uuml;ssigkeitsresorption zwischen 600 im Durchschnitt und maximal 800 Millilitern (daher die Gr&ouml;&szlig;e der meisten Trinkflaschen f&uuml;r Sportler). Alles was dar&uuml;ber hinaus getrunken wird, belastet eher und f&uuml;hrt zu vermehrtem Harndrang - im Summer in the City ein weiteres Problem, da jeder Busch am Wegesrand von Sonnenanbetern umlagert ist.</p>
<p>Wer l&auml;uft, sollte <strong>trinken, bevor der Durst sp&uuml;rbar wird</strong>. Empfehlenswert sind kleine Mengen Wassers oder eines <strong>leicht hypotonen Sportgetr&auml;nks</strong> (f&uuml;r Sparf&uuml;chse und alle, die synthetischen Zitrusgeschmack zum Speien finden: 0,5 TL oder ca. vier Gramm Natriumchlorid - vulgo: Kochsalz - auf einen Liter Leitungsbrunnen ist die ideale Mischung, um unter Belastung &nbsp;den Wasserhaushalt auszugleichen).</p>
<p>Von der &uuml;beraus beliebten <strong>Apfelschorle </strong>ist w&auml;hrend dem Lauf eher abzuraten. Der Verdauungstrakt vieler L&auml;ufer reagiert unter Belastung auf den im Saft-Wasser Gemisch enthaltenen Fruchtzucker mit Symptomen wie Durchfall. Nach dem Laufen z&auml;hlt das Sportgetr&auml;nk Nummer eins neben Traubensaft oder alkoholfreiem Weizenbier jedoch zu den besten Mitteln, die leergelaufenen Tanks neuerlich zu fluten.</p> ]]></description>
      <pubDate>Fri, 19 Aug 2011 16:26:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Nordlandreise: Güllestaub auf nasser Haut</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/8/9/nordlandreise-guellestaub-auf-nasser-haut/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=167</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Angeln ist nicht nur eine sportliche Besch&auml;ftigung meist m&auml;nnlicher Menschen, die auch als Zivilisten gerne tarnfarbene Hosen tragen, um sich vor den Blicken der Fische zu verbergen. Angeln ist auch ein Landstrich im nord&ouml;stlichen Schleswig Holstein, der sein Zentrum im &Ouml;rtchen Sartrup hat und von der Brackwasser f&uuml;hrenden Schlei und Orten wie Schleswig, Flensburg und Kappeln ungef&auml;hr eingegrenzt wird. Die Angeln, die gemeinsam mit den Sachsen zu Anfang des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts gen England zogen, gaben dem Angeliter Land seinen Namen.</p>
<p>Hier in Angeln wurde ich vorgestern staunender Zeuge des diesj&auml;hrigen <strong>Ostseeman Triathlons</strong> &uuml;ber die <strong>Ironman Distanz</strong> (3,8 Kilometer schwimmen im offenen Wasser der Flensburger F&ouml;rde, 180 Kilometer Radfahren und danach ein Marathon). Ich w&uuml;rde mich niemals erdreisten, die Teilnahme an einem Triathlon auch nur in Erw&auml;gung zu ziehen, da ich neben der konditionellen M&auml;ngel auf zwei R&auml;dern nicht schwimmen kann. Anders gewendet und damit besser gesagt: Der Satz <em>&bdquo;Ich kann schwimmen.&ldquo;</em> Bedeutet in meinem Fall nur, dass ich nicht sofort sterbe, wenn man mich ins Wasser wirft. Fahrt &uuml;ber Grund aufzunehmen ist mir nahezu unm&ouml;glich und ich triebe noch aufgedunsen im Wasser, wenn die ersten bereits die Laufstrecke zur H&auml;lfte bew&auml;ltigt h&auml;tten. Dennoch war ich nach dem Anfeuern der L&auml;ufer auf dem letzten Teilst&uuml;ck ihres stundenlangen sportlichen Leidensweges hoch motiviert.</p>
<p>Gestern morgen wurde aus Willen zur Tat ein <strong>Lauf &uuml;ber die Halbmarathon Distanz</strong>, was in der sehr h&uuml;geligen Gegend Angelns durchaus eine Leistung ist. <strong>02:17</strong> Stunden bei einer durchschnittlichen Pace von <strong>06:33</strong>. F&uuml;r meine Verh&auml;ltnisse ganz akzeptabel.</p>
<p>Wer als Stadtmensch eine Vorstellung einer gr&ouml;&szlig;tenteils agrarisch erschlossene nordisch-deutschen Landschaft bekommen m&ouml;chte, dem sei ein Run auf folgender Strecke nahe gelegt: <em>Mohrkirch &ndash; R&uuml;gge &ndash; Gr&uuml;nholz &ndash; Sterup &ndash; Sterupgaard &ndash; Ahneby &ndash; Mohrkirchteich &ndash; Hoskoppeln &ndash; Mohrkirch</em>.</p>
<p>Ergebnis: Ein tiefes <strong>Gef&uuml;hl von Nutzlosigkeit</strong>, da man am Montag Vormittag nicht auf dem Trecker sitzt um die Menschheit mit basalen Lebensgrundlagen zu versorgen. Ein ebenso <strong>tiefes Gef&uuml;hl jener einzigartigen Tristesse</strong>, die nur der l&auml;ndliche Morgen bei d&uuml;sterem, regnerischen Wetter zu vermitteln vermag; eine Tristesse, die ich jedoch sch&auml;tze, da f&uuml;r mich die sch&ouml;nsten Melodien stets aus einer Mollskala hervorgehen. Und eine d&uuml;nne Schicht des kotgetr&auml;nkten Mutterbodens auf allen Teilen meines K&ouml;rpers, die nicht von Textilien bedeckt waren.</p>
<p><strong>Einswerden mit der Natur</strong> ist f&uuml;r viele Wellness-Sportler eines der ma&szlig;geblichen Ziele, um mit dem Laufen zu beginnen. Wenn sich <strong>mikroskopische Partikel eines Aerosols aus Tierexkrementen</strong> in alle Poren setzen, wird dieses Ziel auf eine besondere Weise erreicht. Man sollte nur nicht dar&uuml;ber nachsinnen, was man schmeckt, wenn man sich mit der Zunge &uuml;ber die Lippen f&auml;hrt.</p> ]]></description>
      <pubDate>Tue, 09 Aug 2011 11:04:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Läufer leiden - Jesus freut’s</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/7/26/laeufer-leiden-jesus-freuts/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=164</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Ich habe ja nicht wirklich ein Problem damit, bei Regen meine Runden zu drehen. Die feuchte Luft in Bronchien und Lunge f&uuml;hlt sich weitaus besser an als die ozonverseuchte Hitze, die auch nach neun Uhr abends auf dem Asphalt zu kleben scheint und sich mit dem Gark&uuml;chendunst tausender st&auml;dtischer Haushalte mischt. Der d&uuml;nne Wasserfilm auf Armen, Beinen und Gesicht k&uuml;hlt weniger anstrengend als die k&ouml;rpereigene Schwei&szlig;produktion und von l&auml;stigen Flugtieren in Mund und Nase bleibt man verschont - von dem <strong>animalischen Pseudo-Bartwuchs aus winzigen toten M&uuml;cken</strong> im Gesicht einmal ganz zu schweigen.</p>
<p>Etwas anderes aber ist der Regen dieser Tage. Es pisst wie aus K&uuml;beln, die gleich der sagenhaften B&uuml;chse der Pandora des Bodens ermangeln. Kaum ist man vor der T&uuml;r, h&auml;ngen die Funktionstextilien wie nasse S&auml;cke am Leib, der bereits nach dem ersten Kilometer von der N&auml;sse gedunsen ist, wie ein Hefeklo&szlig; - Waschfrauenh&auml;nde gibt es gratis dazu.</p>
<p>Als (zwar kritischer, aber dennoch) gl&auml;ubiger Mensch, h&auml;tte ich jedoch nie gedacht,<strong> welch karitative M&ouml;glichkeiten der ekelhaft &uuml;ppige Juli Regen dieses Jahres er&ouml;ffnet</strong>. Ein Klick am heutigen Abend belehrte mich eines Besseren.</p>
<p>Auf meiner Lieblings-Synonym Seite herumlungernd stach mir eine <strong>Anzeige</strong> ins Auge: Ein ernster Typ mit Bart in der typischen Outdoor Bekleidung der Levante, etwa 30 Jahre nach dem Jahr Null, blickt mich an und ein Button legt mir die virtuelle Bitte in den Mund: <em>Ja, ich will errettet werden!</em></p>
<p>Neugierig und zudem durch ein halbes Studium katholischer Theologie versichert, bereits vollst&auml;ndig und ausreichend gerettet zu sein, habe ich der Versuchung nachgegeben und die linke Maustaste gedr&uuml;ckt. Etwa zwei Minuten danach zuckte mein K&ouml;rper konvulsivisch vor Lachen. Von der Seite einer christlichen Web-Initiative, bei denen mich in erster Linie die dahinter stehenden Institutionen interessierten, klickte ich mich auf eine interessante und meines Erachtens durchaus zugkr&auml;ftige Domain weiter: www.jesus.de. Was w&uuml;rde ich dort finden?</p>
<p>Ich fand den <strong>Grund, warum sich Jesus</strong> (oder zumindest einer der Partner von www.Jesus.de) <strong>&uuml;ber den besch&hellip;enen Regensommer dieses Jahres freut</strong>:</p>
<p><img title="Spenden statt Schlecken - wir haben verstanden!" src="http://www.textremsport.de/files/2613/1171/2544/JESUS-MAG-EISVERZICHT.jpg" alt="Anzeige auf Jesus.de" width="570" height="383" /></p>
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<p>Wer wegen des Dauerregens <strong>keine Lust auf einen Jumbobecher Schlumpf</strong> versp&uuml;rt, lasst einfach mit dem gesparten Geld<strong> auf dem Konto von Jesus.de die Sonne scheinen</strong>! Die Rettung kann manchmal so nahe sein (wenngleich man sich fragt, f&uuml;r wen).</p>
<p>Ich habe daraufhin <strong>folgenden Heilsplan</strong> ersonnen: Beim n&auml;chsten Lauf werde ich mich nicht &uuml;ber den gottgegebenen Wolkenausfluss &auml;rgern und danach werde ich einen Megaeisbecher herunter schlingen - auch wenn ich vor K&auml;lte bebe&nbsp; - und meiner kreat&uuml;rlichen Schuld gedenken. Das <strong>Restgeld werfe ich in den Opferstock einer nahegelegenen Kapelle</strong>. Auch wenn der Ablasshandel abgeschafft ist, ist dieser Weg allemal befriedigender, als die <strong>Straciatella-Erl&ouml;ser des WWW</strong> mit Spenden zu m&auml;sten.</p> ]]></description>
      <pubDate>Tue, 26 Jul 2011 22:19:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Urlaubsimpressionen 2011: Nationalpark Kellerwald-Edersee</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/7/12/urlaubsimpressionen-2011-nationalpark-kellerwald-edersee/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=162</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Urlaub in Hessen <strong>bockt</strong>, wie nachfolgende Schnappsch&uuml;sse belegen sollen.</p>
<p><img style="float: left;" title="I'm so horny..." src="http://www.textremsport.de/files/6813/1046/7214/DSCN3956.jpg" alt="Steinbock im Gehege" width="326" height="245" /> Neben W&ouml;lfen und einer Greifenschau, bei der die machtvollen Schwingen ausgewachsener G&auml;nsegeier nur wenige Zentimeter &uuml;ber meinem lichter werdenden Haupthaar vorbeistrichen - was meine Tochter derart beeindruckte, dass sie sich <strong>bis zur Halskrause einmistete</strong> - gab es Luchse, Wild- und H&auml;ngebauchschweine, Przewalski Pferde und herdenweise&nbsp; Rot- und Damwild zu bestaunen.</p>
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<p>Selten so ein tolles Infocenter gesehen. Die "<em>Willkommen im Hessischen Waldboden</em>" Dioramen mit ihren Regenw&uuml;rmern von 2 Metern L&auml;nge erinnern an Trash-Kino Hits wie <em>Tremors</em>.</p>
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<p><img style="float: left;" title="It is the evening of a day..." src="http://www.textremsport.de/files/9013/1046/7084/DSCN3636.jpg" alt="Abendstimmung am See" width="300" height="400" />Da der Edersee in diesem Jahr fast zur H&auml;lfte entleert wurde, um der  Weser sein Wasser zu lassen, war die <strong>Liebesinsel </strong>zur Halbinsel mutiert.  Durch<strong> tiefen Schlick</strong> watete ich hin&uuml;ber und wurde f&uuml;r den <strong>Verlust meiner Skate-Sneakers</strong> mit einem atemberaubend sch&ouml;nen Fr&uuml;habendlicht belohnt.</p>
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<p><img style="float: left;" title="Eder: Halbleer - Voll in Ordnung!" src="http://www.textremsport.de/files/2913/1046/7124/DSCN3785.jpg" alt="Blick vom Ufer auf die Eder" width="326" height="245" />Kurze Rast am Ufer nach unserer Wanderung auf einem St&uuml;ck des Urwaldsteiges. Urwald steht f&uuml;r: Niemand r&auml;umt hier auf. <strong>Steig steht f&uuml;r: Steigung</strong> gef&uuml;hlte 45&deg;. Mit Kinderwagen... <strong>Gejagt von Zecken und Bremsen</strong>... Ach stimmt, Urlaub nennt man derlei Vergn&uuml;gungen.</p>
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<p><img style="float: left;" title="Familiengl&uuml;ck im Schlick" src="http://www.textremsport.de/files/2213/1046/7073/DSCN3632.jpg" alt="Schattensiluetten am Strand" width="400" height="300" /></p>
<p>Ohne Worte...</p>
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<p><img style="float: left;" title="Stolzer Aar, spreite die Schwingen!" src="http://www.textremsport.de/files/4113/1046/7205/DSCN3912.jpg" alt="Greifvogelflug" width="326" height="245" /> Einer der "freien Mitarbeiter" der Greifvogelflugschau. Die gefiederten Br&uuml;der haben irgendwann begriffen, dass es zweimal taglich passend portioniertes Frischfleich umsonst gibt.</p>
<p><strong>Majest&auml;tisch kreisen </strong>=<strong> stressfrei Speisen.</strong></p>
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<p><img style="float: left;" title="Weithin &uuml;ber alle Land" src="http://www.textremsport.de/files/1313/1046/7238/DSCN4119.jpg" alt="Blick von der Aussicht Hochspeicherbecken" width="326" height="245" />Unweit des Hochspeicherbeckens mit Reservewasser f&uuml;r den Edersee liegt eine <strong>Jausestation</strong>, in der k&ouml;stlich dunkles Kapuziner Hefeweissbier aus Schnappb&uuml;gelflaschen die dustigen Wanderer labt. Hab zwei gehabt, was die ohnehin sch&ouml;ne Aussicht noch sch&ouml;ner zu machen vermochte.</p>
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<p><img style="float: left;" title="Besuch von alten Freunden" src="http://www.textremsport.de/files/5313/1047/5717/DSCN4171.jpg" alt="VW K&auml;fer US Import Gelb-Schwarz BJ 1974" width="400" height="279" /></p>
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<p>Stilecht Reisen l&auml;sst sich immer noch steigern. <strong>Herr E. und Frau E.</strong> im BVB Cabriolet.</p>
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<p>Auch der Sport kam nicht zu kurz. Morgendlich k&uuml;hle 11 Kilometer von Bringhausen nach Rehbach mit einem gelegentlichen Sprung ins kalte Nass des Sees. Nur Sch...e, wenn man kein Handtuch dabei hat, und mit v&ouml;llig versandeten F&uuml;&szlig;en vor seinen Laufschuhen steht. <strong>Extrempeeling f&uuml;r die Zehenzwischenr&auml;ume</strong> auf dem Weg nach Hause.</p>
<p>Und dieser Anblick eines vermeintlichen Insekts im Dunkel des Kellerwalds hat mir den <strong>Sprint des Sommers</strong> beschert:</p>
<p><img style="float: left;" title="Die klitzekleine Spinne..." src="http://www.textremsport.de/files/6613/1047/5306/DSCN3739.jpg" alt="Totholz in Form einer gr&uuml;nen Riesenspinne" width="400" height="300" /></p>
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<p><strong>Fazit</strong>: Ein toller nur (wie immer) zu kurzer Familienurlaub in die sch&ouml;ne Landschaft Nordhessens.</p> ]]></description>
      <pubDate>Tue, 12 Jul 2011 13:04:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Regenstaubschleier über der Landebahn meiner Füße</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/6/29/regenstaubschleier-ueber-der-landebahn-meiner-fuesze/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=158</guid>
      <description><![CDATA[ <p style="text-align: center;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;">Stadtpark Ost, Achtzehn Uhr Drei,</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;">die Luft gek&uuml;hlt von leichtem Regen.</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;">Wie Pfeile ziehen sie vorbei,</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;">die schneller sich als ich bewegen.</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;">Doch ich lass' mich nicht beirr'n;</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;">ziehe stetig meine Kreise.</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;">Die Gedanken lass ich schwirr'n;</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;">sie heben ab auf eine Reise.</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><br /></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;">Au dessus des nuages, la libert&eacute; semble &ecirc;tre infinie...</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><br /></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: small;">Mit Reinhard Mey im Ohr und einer Witterung wie dieser ist sogar der Ostpark richtig sch&ouml;n. Genau genommen ist er sch&ouml;n; nur allzu oft verunstaltet ihn das Publikum. Tiefenentspannte 10 Kilometer ohne Durst und ohne Not. La vita &egrave; bella.</span></span></p> ]]></description>
      <pubDate>Wed, 29 Jun 2011 21:53:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Mehr Arbeitshyperthermie als WM-Fieber</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/6/28/mehr-arbeitshyperthermie-als-wm-fieber/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=156</guid>
      <description><![CDATA[ <p><strong>Temperaturwechsel</strong> dieser Art sind f&uuml;r den semi-ambitionierten Freizeitl&auml;ufer eine Belastung im Grenzbereich. Gerade einmal zwei Tage ist es her, dass ich mich ernsthaft mit dem Gedanken trug, mir eine neue lange Lauftight anzuschaffen und heute koche ich bei um die 30&deg; in einer Art Salzlake, die ohne Unterbrechung aus meinen Poren rinnt und meinem durch die nachmitt&auml;gliche Hitze trabendem Organismus wertvolle und lebenserhaltende Elektrolyte entf&uuml;hrt. Kaum zu glauben.</p>
<p>Trotz der Hitze trieb es mich gestern Nachmittag gegen 15 Uhr hinaus in die flirrende, gluthei&szlig;e Atmosph&auml;re. Ich wollte mit eigenen Augen sehen, wie viel von meiner Lieblingsrunde am Main angesichts der seit etwa zehn Tagen im Aufbau befindlichen <strong>Fanmeile</strong> zur FIFA <strong>Frauenfu&szlig;ball Weltmeisterschaft</strong> Deutschland 2011 noch belaufbar ist. Auch auf die Gefahr, dass ich mit meinem Schwei&szlig;fluss wichtige Bauteile ver&auml;tze, habe ich neben meinen zwei winzigen Plastefl&auml;schchen Wasser auch die Digitalkamera in den Laufg&uuml;rtel gesteckt. Hier ein paar fotografische <strong>Impressionen</strong> beim Stand 1 : 1 Japan gegen Neuseeland:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img src="/files/3213/0924/6282/270611_frauenwm_550.jpg" alt="270611_frauenwm_550.jpg" width="550" height="450" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Stimmung war eher verhalten. En passant konnte ich mich vor einem von drei Maxi-Monitoren am Ufer auf der Sachsenh&auml;user Seite des Mains nicht z&uuml;geln und kommentierte einen&nbsp; - nunja - Torschubser mit den Worten: &bdquo;<em>Kelle naa, was e schwinds&uuml;chtich Sch&uuml;ssche</em>&ldquo; was sofort beif&auml;lliges Grunzen der wenigen versammelten M&auml;nner hervorrief. <strong>Alle M&auml;nner, die nicht grunzten und nickten, sondern mich finsteren Blickes ma&szlig;en, waren keine.</strong> Ich will gar nichts gegen den Frauenfu&szlig;ball sagen. Es ist sch&ouml;n, dass es ihn gibt, wenngleich ich Feldhockey als Frauen-Teamsport favorisiere. Ich will auch nicht mit Bezug auf den Philosophen <strong>Immanuel Kant</strong> davon reden, dass es T&auml;tigkeiten gibt, die den weiblichen Geschlechtscharakter verf&auml;lschen (wenngleich ich bei Gewichtheberinnen dazu neige, dem alten Preu&szlig;en stillschweigend beizupflichten). Ich bin neutral und bem&uuml;he mich redlich um political correctness, was Vergleiche der Frauen WM mit den Paralympics a priori verbietet - und dennoch: recht begeistern will mich das fu&szlig;ballerische Treiben nicht. Vielleicht werde ich das Endspiel sehen, und ein alkoholfreies Weizen dazu trinken. Vielleicht auch, weil ich an diesem letzten Tag des femininen Ballsport-Events froh bin, dass bald die Strecke wieder frei ist.</p> ]]></description>
      <pubDate>Tue, 28 Jun 2011 08:58:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Albtraum Elektromobilität - Rentnerhorde auf Selbstbalancerollern</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/6/20/albtraum-elektromobilitaet-rentnerhorde-auf-selbstbalancerollern/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=154</guid>
      <description><![CDATA[ <p>L&auml;ufer m&uuml;ssen im Dschungel der Gro&szlig;stadt mit verschiedenen Hindernissen und Gefahrenquellen auf zwei oder vier Beinen zu rechnen. Gerade wenn sich der Fr&uuml;hling in den Sommer verwandelt und die Parks immer voller werden, gilt es als laufendes Individuum das selbstvergessene Tr&auml;umen beim Traben einzustellen. <strong>Obacht, Wahrschau, Achtung - L&auml;ufer sei im Hier und Jetzt!</strong> Die von Laufkolumnisten wiederholt gescholtenen Walker mit nordisch-sportlichen Gehhilfen sind dabei das kleinste Problem. Sie st&ouml;ren eher bei gr&ouml;&szlig;eren Volksl&auml;ufen und den meisten Veranstaltern ist dies mittlerweile bewusst, weshalb St&ouml;cke untersagt, oder die Nordic-Walker durch einen separaten Start aus dem Feld genommen werden. Hunde, die vierbeinigen besten Freunde des Laufsportlers, st&ouml;ren schon eher. Wenn die Gruppen von Sozialindividualisten mit viel Zeit und noch mehr Durst die Parks in Beschlag nehmen und l&auml;rmend Biergebinde und Tetrapacks mit Tafelwein leeren, bringen sie zu diesem Behufe auch gr&ouml;&szlig;ere Mengen m&auml;&szlig;ig erzogener, meist gro&szlig;er und gr&auml;sslicher K&ouml;ter an den Start. Sie brechen unerwartet aus dem Geh&ouml;lz, sabbern und geifern aus r&auml;udigen M&auml;ulern und zwingen zum Hakenschlagen und spontanen, krassen Beschleunigungen. Dieses Problem ist jedoch nicht neu und daher kann man sich darauf einstellen. Die dritte Gefahrenquelle f&uuml;r langsame Runner in Trance kommt jedoch weder auf zwei noch auf vier Beinen daher. Sie rollen auf zwei R&auml;dern.</p>
<p>Gemeint sind nicht die lieben Radler. Diese k&ouml;nnen zwar auch nerven, wenn sie der Meinung sind, auf dem Mainuferweg f&uuml;r den Zielspurt der Tour de France trainieren zu m&uuml;ssen, aber an sonnigen Wochenenden ist man am Main ohnehin permanent mit Ausweichen besch&auml;ftigt und weit weniger vertr&auml;umt als auf schmalen Parkwegen, wo sich Frankfurts Gr&uuml;ng&uuml;rtel enger schnallt. Hier begegnet seit kurzem eine <strong>nahezu lautlose, neue Bedrohung</strong> mit der ich heute, am Ende meines 15 Kilometer Trainingslaufs beinahe kollidiert w&auml;re. Einer <strong>elektromobilen Sightseeing Gruppe &auml;lterer Herrschaften auf einer Art futuristischem Rollator</strong>: Dem Selbstbalanceroller (der Markenname hessisch-lautsprachlich S&Auml;CKWEH). &nbsp;</p>
<p>Wie aus dem Nichts waren sie pl&ouml;tzlich da. Gesetzen Alters, mit silbrigen Fahrradhelmen, in beigefarbenen Windjacken und Hosen, die bis zu den Achseln reichten, sonnten sie sich offenkundig im Vollgef&uuml;hl ihrer Au&szlig;ergew&ouml;hnlichkeit. Ihre Mienen zitierten Homer Simpson: <em>Aus der Bahn! </em>Die greise Herde wurde von zwei ebenfalls rollenden Hirten eskortiert, deren Gef&auml;hrte mit Schildern f&uuml;r diese neue urbane Lustbarkeit warben. <strong>Rabatt ab sechzig</strong>. Ich konnte gerade noch &nbsp;eben auf eine Gr&uuml;nfl&auml;che hechten, um dem <strong>R&auml;dertod unter Vollgummireifen</strong> zu entgehen. Man bedenke das Gewicht der klobigen Akkus&hellip;</p>
<p>Selbstbalance-Rollerfahrer umweht eine <strong>Coolness der anderen Art</strong>. Die Sicherheitskr&auml;fte vieler L&auml;nder nutzen sie wahrscheinlich wegen des l&auml;hmenden Lachkrampfs, der Kleinkriminelle zu Boden wirft wie ein Gummigeschoss.</p>
<p>Liebe Mitmenschen: Wenn ihr mich dermaleinst auf einem solchen Mist umherfahren seht, schubst mich bitte um und bringt mich zum Abdecker, bevor ich auf die Idee komme, bei einem S&auml;ckweh-Marathon meine Zielzeit zu verbessern&hellip;</p>
<p><strong>&nbsp;</strong></p> ]]></description>
      <pubDate>Mon, 20 Jun 2011 09:37:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Läufer bleib bei deinem Leisten: Der neue Schuh für Frankfurt 2011</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/5/24/laeufer-bleib-bei-deinem-leisten-der-neue-schuh-fuer-frankfurt-2/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=151</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Manche meiner Mitl&auml;ufer sind stets darauf bedacht, am Puls der Zeit und vor allem des Marktes f&uuml;r Running-Accessoires zu laufen. <strong>Up-to-Date Sein ist ihr l&auml;uferisches Credo</strong>. Es geht um Style und gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche Funktionalit&auml;t. Wer dachte, nur Baumwoll-Laufshirts seien absolut out, hat noch nicht die angewiderten Blicke der <strong>Hip-L&auml;ufer</strong> an seinem verschwitzen Leib hinab wandern sehen, wenn er die Coffeeshop-Kollektion des vergangenen Herbstes durch die Fr&uuml;hlingsluft spazieren tr&auml;gt.&nbsp; L&auml;ufer dieses Typs w&uuml;rden sich niemals etwas anderes als die neuesten Techno-Socken &uuml;ber die beanspruchten F&uuml;&szlig;e st&uuml;lpen und verpacken ihre empfindlichsten und empfindsamsten K&ouml;rperpartien grunds&auml;tzlich in <strong>geruchsfreien Sportslips mit ionisierten Silberpartikeln</strong>. Zudem sehen in den neuen <strong>Textilr&uuml;stungen aus dem Bereich der Kompressionsbekleidung</strong> auch schm&auml;chtige Zeitgenossen so muskul&ouml;s aus, als h&auml;tten sie ihren <strong>Grundwehrdienst bei den Masters of the Universe</strong> abgeleistet.</p>
<p>Hatte ich bereits erw&auml;hnt, dass ich nicht zu dieser speziellen Spezies geh&ouml;re? Wenn L&auml;ufers liebster Kaffeeladen mal wieder Zubeh&ouml;r anbietet, kaufe ich die ebenso g&uuml;nstigen wie gut verarbeiteten Singlets, T-Shirts und Tights aus Funktionstextil gleich im Doppelpack und nutze sie, <strong>bis meine Frau sie hinter meinem R&uuml;cken dem Sonderm&uuml;ll zuf&uuml;hrt</strong>, da sich gewisse <strong>maskuline D&uuml;nste</strong> irgendwann auch bei regem Gebrauch des Hygienesp&uuml;lers nicht mehr aus den Fasern l&ouml;sen (bei meinem <strong>Androsteron &Uuml;berschuss</strong> w&auml;ren Silberionen vielleicht wirklich ratsam&hellip;).</p>
<p>Bei Laufschuhen ist es &auml;hnlich, auch wenn ich hier den gro&szlig;en Marken Vertrauen schenke - allen voran meiner Lieblingsmarke Adidas. Jahrelang habe ich meinen absoluten Favoriten - den <strong>Supernova Cushion</strong> Neutralschuh getragen und jedes noch irgend auffindbare Modell in meiner Gr&ouml;&szlig;e gekauft. So konnte ich noch bei meinem ersten Marathon im letzten Herbst ein recht gut erhaltenes Paar dieses grandiosen Runningschuhs &uuml;ber die Ziellinie tragen.</p>
<p>F&uuml;r den kommenden <strong>BMW Frankfurt Marathon</strong> habe ich das Internet erneut nach einem Adidas Neutralschuh in mir sympathischer &nbsp;Farbgebung durchstreift und HEUREKA - ich ward f&uuml;ndig.</p>
<p>Mein Schuh f&uuml;r 2011 ist ein Vorjahresmodell, das im April 2010 auf den Markt kam. Der <strong>Adidas Supernova Glide 2 M</strong> in den Farben meiner alten Lieblingstreter wei&szlig; und rot. Wie sein Vorg&auml;nger der Cushion ist auch der SNova Glide ein Allround-Talent. Er mag die Stra&szlig;e am liebsten, gibt jedoch auch auf Waldwegen den n&ouml;tigen Grip. Gerade L&auml;ufer mittlerer bis h&ouml;herer Gewichtsklassen - wie ich noch immer einer bin - die sonst zum Kauf eines Stabilschuhs tendieren, haben perfekten Halt und selbst &Uuml;berpronierer und Supinierer, greifen beim SNova Glide sicher nicht daneben. Wie der Cushion hat auch der Glide 2 M eine <strong>schmale Taille</strong> und wirkt nicht so schwammig wie mancher gelgef&uuml;llte Topseller aus Fernost.</p>
<p>Wenn man dieses rundherum &uuml;berzeugende Sch&auml;tzchen dann auch noch f&uuml;r 79,90&euro; nach Hause holt und zudem die Versandkosten spart, kann man mehr als zufrieden aus der m&uuml;ffelnden Nice Price W&auml;sche gucken.</p>
<p>Gestern wurde er erstmals getestet: <strong>15 Kilometer</strong> auf der gro&szlig;en Runde <strong>im abendlichen Ostpark</strong>, der trotz der warmen Temperaturen noch nicht von Grillw&uuml;tigen &uuml;berrannt wird. Das Ergebnis l&auml;&szlig;t sich in Form einer Frage pr&auml;sentieren: Habe ich gerade einen nagelneuen Schuh getragen, oder war ich mit meinen bequemsten, alten Laufschuhen auf der Strecke, die durch geheimnisvolle Kr&auml;fte mit einem Mal wieder aussehen, wie am ersten Tag?</p>
<p>Ich glaube dies ist <strong>der Beginn einer mindestens 1000 Kilometer langen, sehr guten Freundschaft</strong>.</p> ]]></description>
      <pubDate>Tue, 24 May 2011 15:49:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Noch sind die Pollen nicht verloren… </title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/5/17/noch-sind-die-pollen-nicht-verloren/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=149</guid>
      <description><![CDATA[ <p><strong>Seit ich verheiratet bin habe ich Heuschnupfen</strong>.</p>
<p>Ich hatte nie Probleme mit Pollen. Nachrichten zum Biowetter mit Pollenflug-Richtungsangaben, Gr&auml;sersamen-Fr&uuml;hwarnung und der Kennzeichnung von <strong>durch Birken gef&auml;hrdeten Bezirken</strong> in grellen Signalfarben haben mich nur dann interessiert, wenn ich mit meiner jetzigen Frau&nbsp; in den Park gehen und mich vorab informieren wollte, ob ich aufgrund der l&auml;stigen Pollen damit rechnen musste, dass sich meine h&uuml;bsche Begleitung in ein verquollenes, st&auml;ndig niesendes und sich schn&auml;uzendes Allergie-Wrack verwandelt. Seit wir verheiratet sind niese, huste, pruste und n&auml;sse auch ich aus allen erdenklichen &Ouml;ffnungen, sobald ich die sch&uuml;tzende Wohnung verlasse und mich die fliegenden Boten pflanzlicher Fruchtbarkeit anwehen.</p>
<p>Wo meine Frau nur einen Zufall sieht und mich einen Deppen schilt - sehe ich mit klarem Blick einen <strong>offenkundigen Kausalzusammenhang</strong>. Statt: W<em>ir sind verheiratet und jetzt habe ich </em>(zuf&auml;llig???) <em>auch Heuschnupfen</em> (<strong>blo&szlig;e Koinzidenz der Ereignisse</strong>) lautet die korrekte Beschreibung: <em>Weil wir verheiratet sind, habe ich pl&ouml;tzlich auch Heuschnupfen</em> (<strong>eindeutige Ursache-Wirkungs-Relation</strong>)!</p>
<p>Immer wenn ich meine Frau anfeinde, ihre mangelnde Resistenz gegen&uuml;ber den fliegenden Qu&auml;lgeistern auf mich &uuml;bertragen zu haben, bekomme ich dieselbe Litanei zu h&ouml;ren: Das ist v&ouml;lliger Quatsch, Allergien sind nicht &uuml;bertragbar. In diesem Jahr haben sehr viele Menschen Probleme mit Hauschnupfen, die vorher keine hatten usw. Humbug sage ich dazu! Es ist allgemein bekannt, dass sich <strong>in einer langj&auml;hrigen Partnerschaft viele Dinge angleichen</strong>. Beispielsweise der Zyklus, also die hormonelle Steuerung von Libido und Stimmung (Ja - M&auml;nner haben auch einen Zyklus). Warum also sollte eine <strong>Ehe</strong>, die <strong>gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche Steigerung von Partnerschaft</strong>, nicht auch diese Angleichungsvorg&auml;nge verst&auml;rken und mir peux a peux die l&auml;stigen Allergien meiner Gattin aufs Auge dr&uuml;cken? Wer jetzt meint, das klinge nach Paranoia oder Verschw&ouml;rungstheorie, dem sei gesagt: <strong>Paranoia</strong> ist in den meisten F&auml;llen einfach nur <strong>die F&auml;higkeit, Sachverhalte und Zusammenh&auml;nge klarer zu sehen, als der Rest der Mitmenschen</strong> - insofern stattgegeben. <strong>Ein Verschw&ouml;rungstheoretiker </strong>w&uuml;rde hingegen<strong> mutma&szlig;en, meine liebe Frau h&auml;tte mich nur geheiratet um mich mit ihrem Heuschnupfen zu infizieren</strong> und zu derartigem Schwachsinn w&uuml;rde selbst ich mich nicht versteigen.</p>
<p>Nun gut - <strong>sie ist schuld, soviel steht fest</strong>.</p>
<p>Heuschnupfen macht das Laufen zu einer Herausforderung und auch die derzeitige kurzfristige Abk&uuml;hlung und Eintr&uuml;bung der Witterung mit reinigenden Niederschl&auml;gen hat offenbar nicht vermocht, der Pollenpest den Garaus zu machen. Bei meiner gestrigen Runde durfte ich den <strong>Gifthauch der Gr&auml;ser </strong>trotz nasser Gehwege im Park unvermindert sp&uuml;ren und bekam eine heilsame Lektion in Demut erteilt. Von einer <strong>heimt&uuml;ckischen Polle am Kopf getroffen</strong> (genauer hinter dem Gaumen im Bereich des Z&auml;pfchens) sank mein Lauftempo unter Hustenkr&auml;mpfen auf Marathon Pace ab (deutlich &uuml;ber 6:20 Min/KM). Ich <strong>bewegte mich wie ein Jogger</strong> (man lese dazu die Definition dieses Begriffs von Jochen Temsch in der gestrigen Ausgabe der <em>S&uuml;ddeutschen Zeitung</em>) und wurde sogar von zwei drahtigen <strong>Walkerinnen </strong>(die <strong>ernst zu nehmende Spezies ohne St&ouml;cke</strong>) mitleidig betrachtet, da sie nur unwesentlich langsamer waren und im Gegensatz zu mir frisch wie der Fr&uuml;hling dreinblickten.</p>
<p>Nein, <strong>ich werde mich nicht scheiden lassen</strong>, daf&uuml;r ist es ohnehin zu sp&auml;t und au&szlig;erdem hat meine Frau nicht nur Allergien, sondern auch <strong>ungez&auml;hlte positive Eigenschaften</strong>. Ich k&ouml;nnte mir nat&uuml;rlich Genugtuung verschaffen, indem ich ihr etwas von mir &uuml;bertrage, doch angesichts dessen, was ich im Angebot habe (erblichen, kreisrunden Haarausfall?) w&auml;re dies eher ein Eigentor&hellip; Bleibt also nur die leise Hoffnung auf sintflutartige Wolkenbr&uuml;che und velleicht ein wenig Wald- und Wiesensterben, bevor ich ernsthaft in die Vorbereitung des Herbstmarathons einsteigen muss.</p> ]]></description>
      <pubDate>Tue, 17 May 2011 11:43:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Österlicher Ritt auf dem Rheinischen Esel</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/4/26/sterlicher-ritt-auf-dem-rheinischen-esel/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=146</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Feiertage sind der Feind aller ambitionierten Fettverbrenner und das Osterfest in diesem Jahr wartete gleich mit ein paar <strong>Dutzend kalorienhaltiger Lockmittel</strong> auf.</p>
<p>Als erstes hatte der Osterhase die mit zerschreddertem Stadionrasen angef&uuml;llten Weidenk&ouml;rbchen-Nester reichlich mit <strong>Bl&auml;tterkrokant, Eierlik&ouml;r, Marzipan oder Nougatcreme Eiern</strong> best&uuml;ckt; von den echten H&uuml;hnereiern ganz zu schweigen, denn diese <strong>bis zur Gr&uuml;nf&auml;rbung des Dotters hartgegarten</strong> und von liebender Mutterhand oder industriell <strong>kolorierten Klumpen sind nur dann &uuml;berhaupt zu verschlucken, wenn man sie </strong>nach erfolgter Sch&auml;lung<strong> bis zur Unkenntlichkeit mit Remoulade zukleistert</strong>.</p>
<p>Dann herrschte auch noch &nbsp;perfektes, warmes und sonniges Fr&uuml;hlingswetter, sodass nach Naschwerk, buntem Ei und Kaffeetafel der Grill angeschmissen wurde, und als <strong>dritter machtvoller St&ouml;rfaktor hinsichtlich meines Di&auml;tplanes</strong> kommt hinzu, dass meine bezaubernde Gattin, in deren Familienkreis wir traditionell die Ostertage verleben, aus &bdquo;<em>Doatmund wech kommt</em>&ldquo;, der sch&ouml;nsten Stadt im <strong>Ruhrgebiet</strong>. - Hier, im noch immer <strong>stahlhart und mit dem Pickelschlag des Steinkohlehauers pochenden Herzen </strong>des industriellen Deutschland <strong>mit den Blutgef&auml;&szlig;en Ruhr und Emscher</strong>;&nbsp; Hier, wo der <strong>Griff zur Bierflasche</strong> nichts mit Suchtverhalten zu tun hat, sondern <strong>als nat&uuml;rlicher Durststillungsreflex angeboren ist</strong>, habe auch ich <strong>schweren Herzens dem Mineralbrunnen entsagt</strong>, um mir mittels &bdquo;<em>pitschen</em>&ldquo; und &bdquo;<em>pl&auml;stern</em>&ldquo; mal wieder einen zu &bdquo;<em>verl&ouml;ten</em>&ldquo;.</p>
<p>Ja ich bin schwach - der Herr ist mein Zeuge. Auf das numerische Zeugnis der Waage verzichte ich f&uuml;r die n&auml;chsten Tage.</p>
<p>Dennoch habe ich ann&auml;hernd alles mir M&ouml;gliche getan, um wenigstens halbwegs <strong>glimpflich aus der Feiertagsmast aufzuerstehen</strong> - zus&auml;tzlich angespornt durch mit westf&auml;lisch-kerniger Ehrlichkeit vorgebrachte <strong>Motivationsformeln aus dem Verwandtenkreise</strong>: &bdquo;<em>Ich hab in dein Blog gelesen, woll. Lustich. Bis wiaklich was fetter gewoaden.</em>&ldquo; Auch der feiste Osterhase mit seinem S&uuml;&szlig;kramterrorismus w&auml;re wohl ekelhaft fettleibig, wenn er nicht wie ein Bekloppter durch die Gegend hoppeln w&uuml;rde, und so habe ich, wie fast jedesmal, wenn ich in Dortmund gastiere, dem <strong>Rheinischen Esel</strong> einige Besuche abgestattet.</p>
<p>Damit ist kein graues Reittier aus dem Revier gemeint, sondern ein <strong>Teilst&uuml;ck der alten Schmalspur-Bahnstrecke</strong>, deren gut 13 Kilometer Geleise ehedem die Orte Bochum-Langendreer und Dortmund-L&ouml;ttringhausen verbanden. Der Ostteil der Strecke ist als Rad- und Fu&szlig;weg ausgebaut und verbindet Do-L&ouml;ttringhausen und Witten.</p>
<p><strong>Feiertagsfettverbrennungslauftipp</strong> f&uuml;r G&auml;ste im s&uuml;dlichsten Dortmund:</p>
<p>Start in Dortmund-Persebeck, Menglinghauser Stra&szlig;e Ecke D&uuml;llmannstra&szlig;e. Von dort geht es in s&uuml;dwestlicher Richtung auf der Menglinghauser &uuml;ber einen Bahn&uuml;bergang nach Witten - ab hier hei&szlig;t das Teerband mit einem Mal Kreisstra&szlig;e. Hinter einer Kirche (St. Pius) geht es links in die Piusstra&szlig;e. Diese knickt nach rechts, es geht kurz bergan und schon kreuzt der Rheinische Esel. Ein Wegweiser teilt mit, man befinde sich nunmehr &bdquo;Auf der Rheinischen Bahn&ldquo;. Hier geht es zwischen B&auml;umen, Str&auml;uchern und &uuml;ber manche Br&uuml;cke etwa 3,5 Kilometer idyllisch bis Witten. Dort steigt man kurz vom Esel ab, wendet sich nach links und l&auml;uft an der Filiale einer weltweit operierenden Fastfood Kette vorbei (<strong>VORBEI sag ich!!!</strong>) einmal um ein Autoteile Lager. Promt k&uuml;ndet die GPS Uhr, dass 5 Kilometer abgespult wurden. In zackigem Tempo auf gleicher Strecke retour macht derer Zehn.</p>
<p>Durch diese herkulische Tat, die ich mehrmals in deutlich weniger als einer Stunde vollbrachte, waren jedesmal 1000 Kalorien Geschichte.</p>
<p>Die direkten Folgen f&uuml;r meine Di&auml;t...?<strong> "Gib mich mal &lsquo;n Pils - und wo sind meine Eier?!"</strong></p> ]]></description>
      <pubDate>Tue, 26 Apr 2011 19:59:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>The Diet Diaries Part One: Es hat begonnen!</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/4/9/the-diet-diaries-part-one-es-hat-begonnen/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=144</guid>
      <description><![CDATA[ <p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Entschlossenheit hat eine &auml;hnliche Funktion wie der Stein von Rosette</em></strong></p>
<p><strong><em>Sie hilft dabei, die Sprache der Gedanken in die Sprache der Tat zu &uuml;bersetzen</em></strong></p>
<p><em>&nbsp;</em></p>
<p>Die vergangenen 10 Tage haben einen ersten Beweis f&uuml;r die Effektivit&auml;t des Laufens als <em>R&uuml;ckbildungsgymnastik nach der v&auml;terlichen Schwangerschaft</em> zu liefern vermocht. Angespornt von den ebenso n&uuml;chternen wie schrecklichen Fakten der letzten Erhebung des K&ouml;rpergewichts, habe ich folgende Sofortma&szlig;nahmen eingeleitet:</p>
<p>1. <strong>Laufpensum verdoppeln</strong>. Seit dem Wiegen am vorletzten Dienstag habe ich acht Trainingseinheiten mit insgesamt <strong>81,5 Kilometern</strong> in einem versch&auml;rften Tempo absolviert (Spitzendurchschnittspace &uuml;ber 10 Kilometer lag bei <strong>5,59 Min/KM</strong> - in Anbetracht meiner Marathon Pace und angesichts von Au&szlig;entemperaturen von &uuml;ber 21 Grad in der Sonne liegt dieser Wert irgendwo zwischen Gepard und Schallwelle).</p>
<p>2. (Manche) <strong>Tiere schonen</strong>. Nachdem ich vor einer halben Ewigkeit mithilfe von Sport und Ovo-Lacto Vegetarismus (Milch und Eierspeisen sind erlaubt) schon einmal mein K&ouml;rpergewicht von knapp 130 auf 70,5 Kilogramm nahezu halbiert hatte, war der Schritt zum vern&uuml;nftigeren Konsum von Nahrungsmitteln mit Augen vorgezeichnet. Damals hatte ich mein gesamtes physisches und geistiges Kapital gerade von der Schulbank abgehoben, war noch voller Elan und mit dichtem Haupthaar gesegnet - aber was in der Jugend funktioniert, sollte auch in gesetzterem Alter klappen. F&uuml;r die von mir derzeit favorisierte Variante des Fleischkonsums hat irgendein kreativer Kopf den schauerlichen Begriff des <strong>Flexitarismus</strong> gepr&auml;gt. Man ist flexibel beim Verzicht auf k&ouml;stlich zubereitete Leichen leckerer Lebewesen. Wenn nach drei Wochen des moralisch vertretbaren Pflanzenverzehrs ein Scheibchen meines prim&auml;ren N&auml;hrtiers (des Hausschweins) mit Fritten lockt, wird der geduldige Gaumen f&uuml;r die Entsagung belohnt. Ich pers&ouml;nlich halte diese Form des moderaten Tierkonsums mit Achtsamkeit auf die Herkunft des Fleisches f&uuml;r gangbar.</p>
<p>3. <strong>Kaffee ohne Milch</strong> trinken.</p>
<p>4. Den lieben <strong>geistigen Getr&auml;nken</strong> <strong>entsagen </strong>(Weizenbier ist H&uuml;ftgold in Barrenform); und wenn man ihnen nicht ganz zu entsagen vermag, so doch auch hier eine Form des eingeschr&auml;nkten Konsums w&auml;hlen (<strong>Flexikoholismus</strong>?).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Heute habe ich mich erneut gewogen. <strong>90,5 Kilogramm</strong> (nackt, hungrig, durstig und ohne Brille oder Kontaktlinsen)! Es hat begonnen&hellip;</p> ]]></description>
      <pubDate>Sat, 09 Apr 2011 10:06:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Erhöhter Kalorienverbrauch… durch größeren Bauch…</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/3/29/erhoehter-kalorienverbrauch-durch-groeszeren-bauch/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=141</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Seit mehreren Tagen bewegt sich die Tagestemperatur mit rund 20 Grad Celsius in einem Bereich, der dem nunmehr kalendarisch offiziellen Fr&uuml;hling durchaus angemessen erscheint. Die Sonne scheint untertags mit viel Kraft und schon morgens klingt das Tirilieren diverser Vogelsorten zum Fenster herein; eine Klangkulisse, die imstande ist auch den faulsten Laufsportler aus dem Bett und hinaus auf den Teer zu locken. In der Tat - das gem&auml;chliche in den Tag hinein Laufen, dessen zu erwartende W&auml;rme schon in der K&uuml;hle des fr&uuml;hen Morgens sp&uuml;rbar scheint, ist ein Genuss. Leider gelingt mir dieser Fr&uuml;hstart nur selten. Zu hart sind im Moment die N&auml;chte&hellip;</p>
<p>Daher laufe ich - wenn ich &uuml;berhaupt die Zeit finde - in den Nachmittagsstunden; den w&auml;rmsten des Tages. In jedem Fr&uuml;hjahr ist die <strong>Umstellung auf die h&ouml;heren Temperaturen</strong> f&uuml;r den Outdoor-Sportler mit gewissen Schwierigkeiten verbunden. Angefangen bei der Wahl der Kleidung f&uuml;r den Lauf bis hin zu der erh&ouml;hten Pulsfrequenz durch das ungewohnte Schwitzen. Merke: Schwitzen ist keineswegs ein &nbsp;passiver Vorgang, sondern eine Aktivit&auml;t des K&ouml;rpers, die den Energieverbrauch erh&ouml;ht und eine zus&auml;tzliche Anstrengung bedeutet. Daher liegt die ideale Marathon-Temperatur in einem Bereich von etwa 10 Grad &uuml;ber Null. Kein Schwitzen, das nicht dem Sport geschuldet ist, und ebenso wenig durch K&auml;lte bedingte Anstrengung der Muskeln (Zittern); ergo: kein zus&auml;tzlicher Zugriff auf die &nbsp;N&auml;hrstoffspeicher in Muskulatur und Leber.&nbsp; In diesem Jahr f&auml;llt mir jedoch die Gew&ouml;hnung an die deutlichen Plusgrade ungleich schwerer. <strong>Ich schleppe mich durch die Sonne, triefe und schnaufe wie ein erb&auml;rmlicher Anf&auml;nger</strong>. Klar: mit nunmehr <strong>321,5 Kilometern Jahreslaufleistung</strong> (147 seit der letzten Bilanzierung vor einem Monat) bin ich noch weit von wirklichem Training entfernt. Bestandswahrung lautet nach wie vor das Credo der Stunde. Und dennoch&hellip;es sollte doch eigentlich besser laufen.</p>
<p>Deshalb habe ich getan, wovor ich mich schon l&auml;nger f&uuml;rchte. Ich habe den <strong>Schritt auf die Waage</strong> getan und eine vage Vermutung (gelegentliche Blicke in diverse Spiegel, nicht ganz so lustige Begebenheiten beim Einkauf von Oberbekleidung und Hosen &nbsp;- <em>&bdquo;Schatz, die haben die falschen Schilder eingen&auml;ht, das Hemd ist niemals L!&ldquo;</em> - , der seltsame Eindruck, das der Lederg&uuml;rtel nicht der einzige Ring in der Leibesmitte ist) wurde mit harten Fakten in Form b&ouml;sartig roter Fl&uuml;ssigkristallziffern untermauert.</p>
<p>Sch&hellip;&szlig;e. <strong>Ich habe zugenommen</strong>. Da ich mich so gut wie nie wiege (zumindest nicht mehr seit meinem kolossalen Gewichtsverlust vor vielen Jahren), kann ich nicht sagen wie viel in welchem Zeitraum, aber die Faktenlage ist genauso erdr&uuml;ckend wie der Bund meiner Hosen. <strong>94 Kilogramm</strong> bei einer K&ouml;rpergr&ouml;&szlig;e von etwa 1,90 Meter. Das ist noch nicht prek&auml;r, aber hochgradig alarmierend. <em>Principiis obsta</em> - wehre den Anf&auml;ngen.</p>
<p>Ich muss abspecken, sonst wird der n&auml;chste Marathon eine echte Belastungsprobe f&uuml;r die Knie; und eine neue Bestzeit (in meinem Fall eigentlich wirklich machbar&hellip;) kann ich vergessen.</p>
<p>Als erstes habe ich das <strong>Benutzerprofil meines Garmin Laufcomputers aktualisiert</strong>. Irgendwann hatte ich da mal 86 Kilo K&ouml;rpergewicht angegeben, womit das Ziel gesteckt w&auml;re. Da muss ich wieder hin. <strong>Durch diese Anpassung erh&ouml;ht sich schon mal mein durch den Trainer am Handgelenk errechneter Kalorienverbrauch deutlich</strong>. Ob deshalb auch die Kilos schneller schmelzen?</p>
<p>Ich glaube das ist eher das Musterbeispiel einer Milchm&auml;dchenrechnung&hellip;</p> ]]></description>
      <pubDate>Tue, 29 Mar 2011 22:24:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Konkurrenz belebt das Geschäft</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/2/22/konkurrenz-belebt-das-geschaeft/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=138</guid>
      <description><![CDATA[ <p><span style="font-size: medium;"><em>Die Nacht war kurz, der Tag wird lang,</em></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><em>Du L&auml;ufer sei darob nicht bang,</em></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><em>Eile ins Freie, in Frost und in Sonne,</em></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><em>und rede dir ein, die Pein w&auml;re Wonne.</em></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><em><br /></em></span></p>
<p>An erquickendes Durchschlafen war in dieser Nacht wieder einmal nicht zu denken. Zumindest hatte unsere Tochter Frida offenbar andere Pl&auml;ne f&uuml;r die Zeit zwischen 0:00 und 5:00 Uhr morgens gemacht. Br&uuml;llen, Quengeln, Nahrung einfordern und bei ihrem Erhalt lautstark protestieren waren in ihrer Priorit&auml;tenmatrix h&ouml;her eingestuft als Stillsein, engelsgleich L&auml;cheln und selig Schlummern. In der letzten Stunde vor Sonnenaufgang sahen meine Frau und ich so aus, als w&auml;ren wir <strong>auf dem Weg zu einem Zombiefilm Casting</strong> (<em>Die Nacht der wickelnden Toten</em>, oder so etwas in der Art). Mit aschfahlen Gesichtern und tief in die H&ouml;hlen eingesunkenen und erloschenen Augen erweckten wir den Eindruck<strong> frisch aufgew&auml;rmter Wasserleichen</strong>, die mit matter Stimme die immer gleichen S&auml;tze wiederholten: &bdquo;<em>Ach Fridachen, gib doch Ruhe, Mama und Papa sind bei Dir</em>&hellip;&ldquo; - ein Sachverhalt &uuml;ber den sich Fridachen vollauf bewusst war, weshalb sie uns auch nach Kr&auml;ften zu unterhalten suchte.</p>
<p>Umso mehr freut es mich nach einer solchen Nacht den inneren Schweinehund besiegt zu haben. Nach nicht einmal vier Stunden Schlaf und dem notwendigen Broterwerb am Schreibtisch konnte ich mich tats&auml;chlich zu 11,5 Kilometern bei mittlerer Geschwindigkeit im nahen G&uuml;nthersburgpark aufraffen. Ungeachtet des herrlichen Sonnenscheins und der nicht unangenehmen Temperatur von zwei bis drei Grad unter Null waren die ersten Runden eine ungeheure Qual. <strong>Kaltstartph&auml;nomene </strong>wie aus dem Bilderbuch: Eine viel zu hohe Pulsfrequenz, Beine, die den Anschein erweckten, <strong>als h&auml;tte man das darin zirkulierende Blut gegen kaltes Blei ausgetauscht</strong>, und irgendwie elend verkrampfte F&uuml;&szlig;e. Meine Frau war ebenfalls mit dem Kinderwagen und einer guten Freundin im Park unterwegs und als ich nach f&uuml;nfeinhalb Kilometern neben ihr pausierte, war ich kurz davor, das Training abzubrechen. Wozu laufen, wenn es partout nicht l&auml;uft? Welch ein Gl&uuml;ck, dass ich mich dennoch aufraffte, eine weitere Runde zu drehen, denn nach der ungef&auml;hren H&auml;lfte dieser Runde gew&auml;rtigte ich in meinem R&uuml;cken eine Verfolgerin, die offenkundig Ambitionen hatte, mich baldm&ouml;glichst zu &uuml;berholen. Normalerweise st&ouml;rt es mich nicht, &uuml;berholt zu werden &nbsp;- aber nur dann, wenn diejenigen, die mich &uuml;berholen, so eindeutig schneller sind als ich, dass ich sie nicht als direkte Konkurrenz wahrnehme. <strong>Wer mit einer Ente unterwegs ist, misst sich vielleicht noch mit einem K&auml;fer, nicht aber mit einem Jaguar</strong>. Ohne der mir unbekannten L&auml;uferin durch diese Feststellung zu nahe treten zu wollen, empfand ich sie durchaus als Konkurrenz. Freundlich formuliert waren wir beide Golfklasse und ich hatte ungeachtet der Tatsache, dass das Training heute &uuml;berhaupt kein Spa&szlig; machte, &uuml;berhaupt keine Lust mich von einem anderen Golf &uuml;berholen zu lassen. Ich hielt das Tempo, sie blieb dran. Bereits nach einer Runde stellte ich fest, dass ich deutlich schneller geworden war. Anscheinend hatte ich jedes Mal, wenn ich Ihren Atem deutlicher im R&uuml;cken h&ouml;ren konnte, kaum merklich an Tempo zugelegt. Zwischenzeitlich &uuml;bernahm sie kurzzeitig die F&uuml;hrung, was mir, &auml;hnlich wie beim Rennradfahren, die Gelegenheit gab, mich etwas zu erholen. Nach zwei gro&szlig;en Runden (also etwa vier Kilometern), die wir gemeinsam absolviert hatten, hatte sich meine Atmung normalisiert, von Kr&auml;mpfen in Beinen und F&uuml;&szlig;en war nichts mehr zu sp&uuml;ren und das Gef&uuml;hl, effektiv trainiert zu haben, stellte sich ein. Das Wort <strong>Konkurrenz </strong>leitet sich vom lateinischen concurrere - <strong>zusammen laufen</strong> &ndash; ab. Derartige Konkurrenz zeitigt eindeutig positive Trainingseffekte. Da die mir unbekannte Sportskameradin die Adresse meiner Webseite, die den R&uuml;cken meiner Laufjacke schm&uuml;ckt, ungef&auml;hr 20 Minuten vor Augen hatte, ist es zumindest im Bereich des M&ouml;glichen, dass sie diesen Blog Eintrag zur Kenntnis nimmt. Achtung - &nbsp;an die L&auml;uferin mit der wei&szlig;en Jacke: wenn du mal wieder deine Runden drehst, schick eine Mail. Sich wechselseitig abh&auml;ngen ist der Fitness in jedem Falle f&ouml;rderlicher, als v&ouml;llig &uuml;bern&auml;chtigt abzuh&auml;ngen.</p> ]]></description>
      <pubDate>Tue, 22 Feb 2011 18:32:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Spring Break ist reine Einstellungssache</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/2/20/spring-break-ist-reine-einstellungssache/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=136</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Die Nacht war unruhig - ambitionierte V&auml;ter sollten wissen, wovon ich spreche - und dennoch treibt es mich hinaus. Ich brauche Luft. Kalte Luft mit reichlich Sauerstoff und das genaue Gegenteil zu der notwendigerweise v&ouml;llig &uuml;berheizten Atmosph&auml;re von Schlaf- und Arbeits- &nbsp;- pardon - Kinderzimmer.</p>
<p>Die <strong>Sehnsucht nach ganzheitlicher physischer Auffrischung</strong> ist so gro&szlig;, dass ich <strong>in kurzer Tight</strong> aus den D&uuml;nsten des Windeleimers hinaus ins Freie strebe, wenngleich die digitale Quecksilbers&auml;ule des Thermometers gerade einmal<strong> zwei Grad plus</strong> anzeigt. Harrrrr&hellip; Schon <strong>nach den ersten drei Kilometern haben meine Beine ein sanftes Altrosa angenommen</strong>, ihre sp&auml;rliche Behaarung ragt wie bei einem Stachelschwein aus h&uuml;gelig hervortretenden Poren empor, und die prim&auml;ren Geschlechtsmerkmale haben sich zur G&auml;nze ins sch&uuml;tzende Leibesinnere zur&uuml;ckgezogen. Egal. <strong>Frost adelt den L&auml;ufer</strong> und die staunenden Mandelaugen einer Gruppe asiatischer Gaststudentinnen im stylischen Webpelzj&auml;ckchen entsch&auml;digen kurzfristig f&uuml;r die erlittene Pein.</p>
<p><strong>Fr&uuml;hlingsanfang ist reine Einstellungssache</strong> und zudem habe ich es nicht besser verdient. Das neue Jahr begann &uuml;beraus lauffaul. Doch das ist mir erst heute so richtig klar geworden.</p>
<p>Nachdem ich keinen neuen <strong>Achilles Laufkalender f&uuml;r 2011</strong> zum Christfest geschenkt bekam, habe ich nun - fast zwei Monde nach Beginn des neuen Jahres - endg&uuml;ltig beschlossen, mir in diesem Jahr keinen zu kaufen. Im Marathon Erstlings Vorbereitungsjahr war das kleine B&uuml;chlein zugegebenerma&szlig;en eine gewisse Motivationshilfe, doch nun, im Jahr der Vaterschaft, kann mich das eigentlich ganz gute Preis Leistungs Verh&auml;ltnis des Laufkalendariums nicht mehr &uuml;berzeugen. F&uuml;r etwas mehr als sechs Euro bekommt man bereits eine Packung Premium Windeln - und wenn man ganz ehrlich ist, ohne &uuml;ber die Ma&szlig;en kritisch zu sein, <strong>enthalten Windeln nach erfolgter Nutzung nicht viel anderen Content als der gepriesene Kalender</strong> des unbestrittenen Meisters der Laufsport Kolumne. Ich ver&uuml;ble es Niemandem, wenn er seinen hart erarbeiteten guten Namen in ebenso harte M&uuml;nze verwandelt, doch ich muss sparen und will derlei Verdienststreben nicht unterst&uuml;tzen. Der Kalender bietet ein paar Lauftermine, ein paar Tipps, die jeder Leser von Running Magazinen schon zig Mal in &auml;hnlicher Form als das Neuste und Beste vorgesetzt bekommen hat, und sp&auml;rliche Proben des schreiberischen Talents jenes Mannes, dessen Name das Cover schm&uuml;ckt.</p>
<p>Nun denn - <strong>ohne den Kalender</strong> habe ich bislang keinen &Uuml;bertrag der Daten meiner Garmin Forerunner 405 Laufuhr und mithin auch <strong>keine Bilanzierung bisher erbrachter Leistungen in Laufschuhen</strong> vorgenommen. Dies habe ich heute nachgeholt und bin trotz R&uuml;ckkkehr in die W&auml;rme der Wohnung neuerlich erstarrt. Nicht zuletzt aufgrund der Geburt meines ersten Kindes und diverser verletzungsbedingter Zwangspausen kommt eine <strong>wahrhaft kl&auml;gliche Zahl</strong> zustande.</p>
<p>Bisher in <strong>2011 gelaufene Kilometer</strong>:<strong><span style="font-size: large;"> 174,11</span>.</strong></p>
<p>Zur Strafe m&uuml;sste ich meinen gerade erst wieder aufgetauten Hintern in die Gefriertruhe stecken, oder besser sofort eine weitere Runde drehen. Doch Windeln wollen gewechselt werden - und schlie&szlig;lich ist ja morgen auch noch ein Tag&hellip;</p> ]]></description>
      <pubDate>Sun, 20 Feb 2011 14:02:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Land unter, Schlamm drüber, und zerstörte Knie </title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/2/7/land-unter-schlamm-drueber-und-zerstoerte-knie/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=134</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Nicht nur die Geburt meiner wundervollen Tochter setzte dem kontinuierlichen Training ein vorl&auml;ufiges Ende; auch sonst waren die Widrigkeiten Legion.</p>
<p>Erst das <strong>Mainhochwasser</strong>, das f&uuml;r Land unter auf meiner Leib und Magen Strecke sorgte. Dann war das Wasser fort und lie&szlig; zur&uuml;ck, was es mitgebracht hatte.</p>
<p>Schlamm dr&uuml;ber - so lautete die erdig-vers&ouml;hnliche und von wahrhaft k&ouml;niglicher Gr&ouml;&szlig;e zeugende Replik des neuen Dschungelk&ouml;nigs Peer auf die Entschuldigungen des stichelnden und wetterwendischen Mathieu. <strong>Schlamm dr&uuml;ber</strong> schien auch das <strong>gestalterische Motto der Rad- und Fu&szlig;wege am Main</strong> nach dem vollst&auml;ndig abgelaufenen Hochwasser zu sein.</p>
<p>Endlich ist die Br&uuml;he fort, der Schlamm ist ebenfalls fast verschwunden und was mache ich? Mich lang, und zwar auf Beton. Schnell mal morgens 15 Kilometer sollten es werden; &nbsp;<strong>gegen das schlechte Gewissen und den Babyspeck</strong> - den n&auml;mlich auch V&auml;ter auf die H&uuml;ften packen, wenn sie nicht mehr t&auml;glich rennen, sondern bl&ouml;dsinnig vor Gl&uuml;ck mit der eigenen Leibesfrucht auf der stolz gebl&auml;hten Brust im warmen Lehnstuhl d&ouml;sen. Weil ein <strong>riesiger, r&auml;udiger K&ouml;ter </strong>meine Pfade kreuzte und ich genau hinschaute, um zu erkennen, ob der Zerberus auch an einer Leine befestigt war, blieb ich mit meinem Schuhwerk an einer Unebenheit des Bodens h&auml;ngen, erlebte eine kurze, schmerzlose Flugphase und schlug <strong>mit beiden Knien auf den unnachgiebigen Beton</strong>.</p>
<p>Nat&uuml;rlich bin ich Trottel munter weitergerannt und habe meine Runde beendet; als w&auml;re ich Ernst J&uuml;nger, der bei einem erlittenen Kopfschuss fragte: <em>Kamerad, ist Hirn zu sehen? </em>und als jener verneinte, mit munterer Miene weiterstritt.</p>
<p>Nun gut - ganz langsam kehrt mit w&auml;rmerer Witterung auch wieder Normalit&auml;t in den Trainingsplan ein. In den letzten vier Tagen immerhin 30 Kilometer. Dem ekligen Schorf auf den Knien scheint es zu bekommen.</p> ]]></description>
      <pubDate>Mon, 07 Feb 2011 21:55:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Läuferkind auf großem Fuß</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/2/3/laeuferkind-auf-groszem-fusz/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=132</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Einen Tag nach meinem letzten Blog Post&nbsp; - also am <strong>09.01.2011</strong> um <strong>10:41 Uhr</strong> und genau acht Wochen vor ihrem errechneten Geburtstag am 06.03. - kam <strong>meine </strong>erste <strong>Tochter Frida</strong> Ursula zur Welt - der denkbar h&uuml;bscheste Grund f&uuml;r eine kleine Trainingspause.</p>
<p>Schon als sie im Brutkasten lag, den die kleine K&auml;mpfernatur bereits nach knapp einer Woche gegen ein W&auml;rmebettchen tauschte, &nbsp;wusste ich, dass der Spruch, demzufolge der Vater stets einen leisen Anhauch des Zweifel an seiner Vaterschaft im Herzen tr&auml;gt (<em>Pater semper incertus est) </em>in meinem Fall nicht zutrifft. Neben vielen deutlichen Erkennungsmerkmalen - dem Schwung der Lippen und wie meine Frau so bissig zu bemerken wei&szlig; dem &uuml;beraus sp&auml;rlichen Haupthaar - hatte sie <strong>mein l&auml;uferisches Fahrgestell</strong> mitbekommen.</p>
<p>Lange, schlanke und muskul&ouml;se untere Extremit&auml;ten und obendrein die wahrscheinlich <strong>l&auml;ngsten F&uuml;&szlig;e der Welt</strong>. Ein echtes L&auml;uferkind, dessen Physis die wenig vern&uuml;nftige These zu belegen scheint, der zu folge durch Training erworbene Eigenschaften auf der Keimbahn an die Nachkommenschaft weitergegeben werden. Wie hie&szlig; es immer am Ende der Gespenster Geschichten: <em>Seltsam? - aber so steht es geschrieben</em>&hellip;</p>
<p>Fakt ist, dass unser <strong>Fr&uuml;hchen Frida</strong> noch ein wenig Zeit brauchen wird, bis sie ihre L&auml;uferbeinchen auf deren Belastbarkeit testen wird - etwa beim <strong>Struwwelpeter-Lauf</strong> in Frankfurt <strong>in f&uuml;nf Jahren</strong>.</p>
<p>Zum Gl&uuml;ck sind beim BMW Frankfurt Marathon auch <strong>Babyjogger </strong>im hintersten Starterblock zugelassen.</p> ]]></description>
      <pubDate>Thu, 03 Feb 2011 13:35:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Lauf auf dem Wasser </title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/1/8/lauf-auf-dem-wasser/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=129</guid>
      <description><![CDATA[ <p><strong>14 Grad</strong> nach Einbruch der Dunkelheit!</p>
<p>Heute mit <strong>kurzen Hosen</strong>, Longsleeve und Shirt dr&uuml;ber in unglaublich mildem Winterwind (in Alpenn&auml;he w&uuml;rde man sagen: F&ouml;hn) an einem langsam &uuml;ber die Ufer tretenden Main entlang gejoggt, auf dessen Oberfl&auml;che die Lichter der abendlichen Bankenmetropole zitternde Streifen malten.</p>
<p>An einigen Stellen meiner Hausstrecke war der Asphalt des Rad- und Fu&szlig;weges bereits mit einem d&uuml;nnen Wasserfilm &uuml;berzogen und die <strong>Trennung zwischen Land und Fluss aufgehoben</strong>. Im Dunkel sieht man nicht, wie tief das Wasser ist, und man hat das Gef&uuml;hl, &uuml;ber die schimmernde Oberfl&auml;che des Wassers zu laufen. Man wei&szlig;, wo der Weg ist, aber ein gewisser Thrill l&auml;sst sich nicht verleugnen.</p>
<p>An solchen Abenden w&uuml;nscht man sich einen Laufpartner mit einer Kamera. Wenn dieses seltsame Wetter bis morgen stabil bleibt, werde ich wohl mal zum Telefon greifen und schauen, wen ich zum Schn&uuml;ren der Schuhe &uuml;berreden kann - oder wenigstens zu einer kleinen Fotosession am dunklen Fluss.</p>
<p>&nbsp;</p> ]]></description>
      <pubDate>Sat, 08 Jan 2011 20:50:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Frühling lässt sein blaues Band...?!?!</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/1/7/fruehling-laesst-sein-blaues-band/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=127</guid>
      <description><![CDATA[ <p>...normalerweise eher um Ostern herum durch die L&uuml;fte flattern, wenn sich Bildung und Streben regt und es den geschw&auml;chten Winter ins Bergland verschl&auml;gt.</p>
<p>Dann, wenn nach dem Osterspaziergang der m&uuml;de Wanderer die Schritte nach Haus oder gen Lieblingskneipe lenkt, sind auch Au&szlig;entemperaturen von um die <strong>10 Grad Celsius noch um 22 Uhr</strong> nichts weiter Verwunderliches - aber anfang des J&auml;nners ger&auml;t man ob solcher Spr&uuml;nge der Quecksilbers&auml;ule doch ins Gr&uuml;beln.</p>
<p>Ist das der Klimawandel, oder wird die Erde von Marsmenschen mit Thermostrahlen beschossen?</p>
<p>Welcher These man auch Glauben schenken mag: den L&auml;ufer freut der Fr&uuml;hlingsgru&szlig; in frostiger Zeit. Weg mit den Handschuhen, weg mit der M&uuml;tze, fort ekler K&auml;lteschutzkragen mit deinen b&auml;renstarken Klettverschl&uuml;ssen die jede Strumpfhose meiner Frau ruinieren und mir garstigen Mecker einhandeln! Fort drittes Trikot und flugs hinaus auf die endlich mal wieder vom Eise befreiten Wege hinab zum Strom und dran entlang!</p>
<p>Zum Gl&uuml;ck habe ich in meinem von j&auml;her Fr&uuml;hlingsahndung bef&ouml;rderten l&auml;uferischen Sturm und Drang nicht auch noch die Longtight gegen die Short getauscht; unter den Mainbr&uuml;cken pfeift der Wind doch noch recht frisch zwischen die Beine...</p> ]]></description>
      <pubDate>Fri, 07 Jan 2011 22:11:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Explosives Fahrtspiel</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2011/1/3/explosives-fahrtspiel/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=125</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Nahezu jeder Laufsportbegeisterte kennt den Begriff des Fahrtspiels und den Nutzen dieser 1930 von <strong>Gustav Holm&eacute;r</strong> - seines Zeichens schwedischer Nationaltrainer&nbsp; - erfundenen Variante des Lauftrainings. Ein Fahrtspiel stellt, was den Laufrhythmus anbelangt, das diametrale Gegenteile eines ruhigen und beinahe monotonen Long Jogs oder Supersauerstofflaufs dar - meiner bevorzugten Trainingsform. Die <strong>klassische Variante des Fahrtspiels</strong> l&auml;sst sich am besten in profiliertem Gel&auml;nde absolvieren: Tempowechsel beim bergauf und bergab Laufen und h&auml;ufiges Variieren des Stils vom aktiveren Vorderfu&szlig;laufen hin zum vollst&auml;ndigen Abrollen sorgen f&uuml;r eine st&auml;ndig wechselnde Belastung, die einen hohen Trainingseffekt hat.</p>
<p>Zugegebenerma&szlig;en kann ich mich eher selten f&uuml;r diese Form des Trainings motivieren. Wenn ich die anaerobe Schwelle tangiere, dann eher bei kurzen Treppensprints und weniger auf meiner der physischen und geistigen Rekreation dienenden Laufrunde.</p>
<p>Allen L&auml;ufern, denen es ebenso geht, lege ich daher auf jeden Fall einen <strong>Lauf am Neujahrstag</strong> nahe. Im wahrsten Sinne des Wortes <strong>aus heiterem Himmel</strong> kam ich in den fragw&uuml;rdigen Genuss eines Fahrtspiel Trainings!</p>
<p>Ohnehin wechselt man bei winterlichem Wetter schon der Bodenbeschaffenheit wegen h&auml;ufiger die Technik. Am ersten Tag des Jahres zwang mich einsetzendes Tauwetter mit neuen Wasserlachen auf noch vereisten Stellen zu noch h&auml;ufigeren Trippeleinlagen und Tempowechseln. <strong>Silvesterschrott</strong> lieferte einen beeindruckenden <strong>Hindernisparcours</strong>: Sprunglauf &uuml;ber ausgebrannte Feuerwerks-Batterien, pl&ouml;tzliches Hakenschlagen um zerdepperten Flaschen auszuweichen und die Schuhe zu schonen, Slalom durch ein Gewirr von spitzigen, h&ouml;lzernen Steuerst&auml;ben diverser Raketen, die wadengef&auml;hrdend aus schmutzigen Schneehaufen ragten. Dazu die ersten <strong>Reinigungskolonnen </strong>der Stadt, die den &uuml;berall verstreuten Papierfetzen der Kanonenschl&auml;ge mit den uns&auml;glichen <strong>Laubbl&auml;sern </strong>zu Leibe r&uuml;ckten. Wer seine schwitzende Haut nicht mit stinkendem Papier und Kippen &uuml;berkrustet sehen wollte, musste auch bei der Begegnung mit ihnen Rei&szlig;aus nehmen.</p>
<p>All dies war aber nichts gegen die Temposteigerung, die ich einer <strong>Gruppe Halbstarker</strong> verdankte. Die Jungs hatten anscheinend derartige Mengen B&ouml;ller gebunkert. dass die Silvesternacht zum Leeren des Arsenals nicht hingereicht hatte. Von einer der Mainbr&uuml;cken wurde ich als willkommenes bewegliches Ziel unter Feuer genommen. &bdquo;<em>Krass Alda guckst du l&auml;uft der schneller!</em>&ldquo;&nbsp; - so t&ouml;nte der <strong>migrationshintergr&uuml;ndige Kommentar der Knallk&ouml;rper Knallk&ouml;ppe</strong> in meinem R&uuml;cken, w&auml;hrend ich vom j&auml;hen Aufplatzen vor und hinter mit in ungeahnter Beschleunigung und <strong>absolut anaerob</strong> davonstob. Die Erw&auml;hnung der Abstammung der pubertierenden Bomberschwadron ist keineswegs als Beitrag zu einer unseligen Debatte der letzten Monate zu verstehen. Sp&auml;testens seit Ernst J&uuml;ngers Kriegstagebuch wei&szlig; man, dass es auch kerndeutsch-nieders&auml;chsischen Halbstarken ungemein schwer fallen kann, sich das &bdquo;Sprengstoffschmei&szlig;en&ldquo; abzugew&ouml;hnen.</p>
<p>Egal wie man derlei Unfug bewerten mag - ich hatte zum ersten Mal seit dem Marathon wieder eine <strong>Durchschnittspace von unter sechs Minuten</strong> auf der Uhr. <em>Esch Krass Alda, isch schw&ouml;r!</em></p> ]]></description>
      <pubDate>Mon, 03 Jan 2011 06:32:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Eis-Laufen und das Grußverbot unter Extremisten</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2010/12/31/eis-laufen-und-das-gruszverbot-unter-extremisten1/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=121</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Vor zwei Wochen kam die Finisher Urkunde des Frankfurt-Marathons ins Haus geflattert und aufgrund der seit dem Zieleinlauf verflossenen Zeit mutete die Zielzeit schon nicht mehr ganz so glorreich an. Zu Weihnachten lag noch eines der schicken Hochglanzbilder von Marathon-Photos.com mit dem Einlauf in die Festhalle und hocherhobener Siegerfaust auf dem Gabentisch, aber sp&auml;testens damit war der Ruhm des ersten langen Laufes aufgezehrt. Stolz bin ich nach wie vor - doch nun ist endg&uuml;ltig wieder <strong>vor dem Lauf</strong> und es gilt, ungeachtet der winterlichen Witterungsverh&auml;ltnisse das Training fortzusetzen, und die Grundlagenausdauer &uuml;ber die kalten Monate aufrecht zu erhalten. Trotz einiger Aussetzer wegen ekligem Tauwetter oder fieser Glatteisbildung durch pl&ouml;tzlichen Regen um den Gefrierpunkt nehme ich meine Haus- und Lieblingsstrecke am Main wieder regelm&auml;&szlig;ig unter die F&uuml;&szlig;e.</p>
<p>In einer Stadt wie Frankfurt ist man auch beim <strong>Wintertraining </strong>selten der einzige L&auml;ufer, der verbissen dem Frost trotzt. Hin und wieder begegnet man sich und dabei fiel mir auf, dass es nur in den <strong>seltensten F&auml;llen</strong> zum <strong>Austausch von H&ouml;flichkeiten in Gru&szlig;form</strong> kommt. Nicht einmal das beinahe Gr&uuml;&szlig;en, das kurze Zucken der behandschuhten Hand, das leichte, kaum merkliche Nicken, das oftmals die bewusste Wahrnehmung des anderen L&auml;ufers begleitet, findet statt.</p>
<p>W&auml;hrend ich mir auf dem Vorderfu&szlig; tippelnd meinen Weg &uuml;ber die vereisten Wegst&uuml;cke bahne, oder die Passagen mit tieferem Schnee in einer Art Skate Stil der an modernen Langlauf erinnert &uuml;berwinde, versuche ich dieser Gru&szlig;verweigerung meditierend auf den Grund zu gehen: Felix qui potuit rerum cognoscere causas echot es durch mein Lateinergehirn.</p>
<p>An sich ist klar, dass <strong>nicht Jeder Jeden gr&uuml;&szlig;t.</strong> Nur bem&uuml;hte Anf&auml;nger f&uuml;hlen sich bem&uuml;&szlig;igt jedweden Mitl&auml;ufer mit klebriger Zudringlichkeit zu behelligen um sich in erster Linie selbst zu beweisen, dass sie nunmehr einer sportiven Kaste zugeh&ouml;rig sind. Derlei leutseliges Gelichter strafe auch ich mit k&uuml;hler Nichtachtung. Ebenso wenig beachte ich die gazellengleichen Laufmodels die pfeilschnell und in teurer Funktionstextilie namhafter Designer an mir vor&uuml;berziehen. Ich g&ouml;nne derlei Hochleistungsfrauen nicht das billige Vergn&uuml;gen, mich und meine Begr&uuml;&szlig;ung rundweg zu ignorieren. V&ouml;llig ungegr&uuml;&szlig;t lasse ich auch die Alpha R&uuml;den des Laufsports, die Banker und Broker mit Ironman Figur von dannen ziehen. Ich gr&uuml;&szlig;e, wenn ich gr&uuml;&szlig;e, Meinesgleichen. Die langsamen aber z&auml;hen Bei&szlig;er, die Infanterie des Asphalts, Fu&szlig;soldaten mit Mannschaftsdienstgrad. Erkenntnis Nummer eins: <strong>Man gr&uuml;&szlig;t jene, denen man auf Augenh&ouml;he begegnet</strong>.</p>
<p>Damit stellt sich jedoch die Frage, warum man dann nicht all jene L&auml;ufer gr&uuml;&szlig;t, die ungeachtet des bescheidenen Wetters willensstark die Schuhe schn&uuml;ren, wie man selbst. Der erste vorl&auml;ufige Reim, den ich mir darauf mache, ist folgender: Jeder L&auml;ufer, dem man bei wirklich widriger Witterung in Eis und Schnee und klirrender K&auml;lte begegnet, <strong>raubt einem selbst ein St&uuml;ck der l&auml;uferischen und k&auml;mpferischen Exklusivit&auml;</strong>t. Mit einem Mal ist es so gar nichts Besonderes mehr, dem garstigen Winter die schwei&szlig;nasse Stirn zu bieten und man ist wie im Sommer wieder Einer unter Vielen - und im schlimmsten Falle wieder der Langsamste&hellip;</p>
<p>Ich muss diese vorl&auml;ufigen Beobachtungen auf eine breitere empirische Basis stellen. Es sind zwei Grad minus und es beginnt zu dunkeln. Zeit f&uuml;r eine weitere Datenerhebung im Laufschritt.</p> ]]></description>
      <pubDate>Fri, 31 Dec 2010 17:55:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Jetzt für 2011 anmelden!</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2010/12/2/jetzt-fuer-2011-anmelden/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=117</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Am Main brechen <strong>weissblaue Zeiten </strong>an. Zwar ist der Oktober und seine folkloristisch bajuwarische Bierzelt-Seligkeit noch fern, doch was die Haxen der L&auml;ufer angeht, zeigt der bayrische L&ouml;we bereits seine Krallen: BWM spendiert als <strong>neuer Hauptsponsor</strong> des Frankfurt Marathon neben Freude am Fahren sportiv ausgelegter Limousinen auch Freude am Laufen im kommenden Herbst.</p>
<p>Besser h&auml;tten es die M&uuml;nchener Boliden-Schmiede mit der &Uuml;bernahme des Sponsoring nicht treffen k&ouml;nnen: Kipsangs 2:04:57 Traumzeit katapultierte die ohnehin ambitionierte Frankfurter Marathonveranstaltung unter die schnellsten vier Rennen weltweit. Als Nicht-Insider kann man nur mutma&szlig;en, aber vielleicht hat sich der eine oder andere Marketingexperte im Hause Commerzbank ein wenig gegr&auml;mt, dass promt zum Ritterschlag des Events ein Farbwechsel vollzogen wurde.</p>
<p>Wer g&uuml;nstig bei einem der schnellsten und &uuml;berdies spitzenm&auml;&szlig;ig organisierten Stadtmarathons der Welt dabei sein m&ouml;chte, sollte nicht lange z&ouml;gern: die <strong>Online-Anmeldung ist freigeschaltet</strong>.</p>
<p>Ich gehe mit der <strong>neuen Startnumer 1069</strong> im Gep&auml;ck hochmotiviert hinaus in Eis und Schnee. Winterpause ist f&uuml;r Walker, Warmduscher und Weicheier.</p>
<p>Die Devise lautet: <strong>Grundlagenausdauer </strong>konservieren und stabilisieren - und danach <strong>Gl&uuml;hwein </strong>als Schutz vor'm Erfrieren!</p> ]]></description>
      <pubDate>Thu, 02 Dec 2010 08:07:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Im Folienmantel gegart...</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2010/11/1/im-folienmantel-gegart/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=114</guid>
      <description><![CDATA[ <p><img src="/files/2212/8864/5902/Finisher-in-Folienmantel.jpg" alt="Finisher-in-Folienmantel.jpg" width="198" height="554" />&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; ...in eigenem Saft und &Ouml;l.</p> ]]></description>
      <pubDate>Mon, 01 Nov 2010 22:09:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Kilometer-40-Freude, ungebremst</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2010/11/1/kilometer-40-freude-ungebremst/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=113</guid>
      <description><![CDATA[ <p><img src="/files/7012/8864/4031/Kilometer-40-Laecheln.jpg" alt="Kilometer-40-Laecheln.jpg" width="352" height="358" /></p> ]]></description>
      <pubDate>Mon, 01 Nov 2010 22:02:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>09:12 neuer Winter-Zeitrechnung</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2010/11/1/0912-neuer-winter-zeitrechnung/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=112</guid>
      <description><![CDATA[ <p><img src="/files/1812/8864/3794/3110100912.jpg" alt="3110100912.jpg" width="520" height="390" /></p>
<p>&nbsp;</p> ]]></description>
      <pubDate>Mon, 01 Nov 2010 22:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Nennt mich Veitippides! </title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2010/11/1/nennt-mich-veitippides/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=108</guid>
      <description><![CDATA[ <p><em>Pheidippides </em>soll der Bote gehei&szlig;en haben, der nach dem legend&auml;ren ersten und noch nicht offiziell olympischen Marathonlauf die Siegesnachricht verk&uuml;ndend im Angesicht der Athener entseelt zusammensank. Ich schreibe mich anders, daf&uuml;r funktioniert meine Spontanatmung noch.</p>
<p>Halloween 2010: das waren <strong>42,192 Kilometer G&auml;nsehaut und Party pur</strong> und das geilste erste Mal, das ich mir vorzustellen vermag! Wetter top, Stimmung top, Orga tiptop - und ein Publikum das die L&auml;ufer mit seinem eigenen Durchhalteverm&ouml;gen ins Ziel getragen hat. <strong>Frankfurt rockt</strong>! THX 4 the support!</p>
<p>Eigentlich habe ich vor und w&auml;hrend des Laufes alles irgendwie Wichtige (aus meiner beschr&auml;nkten Perspektive) mitgenommen. Erst samstags beim Anstehen am Asics Stand wegen des Zwischenzeitenb&auml;ndchens (v&ouml;llig nutzlos, aber umsonst&hellip;) den superfitten finnischen Au&szlig;enminister Alexander Stubb touchiert - selbst laufende Topdiplomaten dr&auml;ngeln sich also genau dort durch die Schlange, wo ich gerade stehe, tolle Erkenntnis&hellip;); dann irgendwo auf der Strecke dem &auml;ltesten L&auml;ufer im Feld Fauja Singh nebst wild dreinblickendem Begleiter meinen tiefsten Respekt ausgesprochen und das charmanteste L&auml;cheln geschenkt bekommen, das mir je vonseiten eines b&auml;rtigen Sikh zuteil wurde, und schlie&szlig;lich unweit der letzten f&uuml;nf Kilometer durch die Innenstadt ein hochmotivierendes Shake Hands mit dem Pumuckl Dietmar (Bestzeit barfu&szlig; und mit Nylonper&uuml;cke unter 3 Stunden&hellip;).</p>
<p>Die <strong>Taktik der drei&nbsp; "T"</strong>: ma&szlig;volles <strong>T</strong>raining, ma&szlig;loses <strong>T</strong>r&ouml;deln, ma&szlig;volles <strong>T</strong>rinken hat mir den einzig wirklich angenehmen Einlauf verpasst - den Einlauf in die tosende Festhalle &uuml;ber den roten Teppich. Ab Kilometer 35 hatte ich - ungeachtet der Tatsache, dass es mir noch wirklich gut ging - jeden Moment damit gerechnet, mich am Hungerast aufzuspie&szlig;en, gegen die oft beschworene Mauer zu rennen, oder vom Mann mit dem Hammer erbarmungslos zermalmt zu werden. Doch nichts dergleichen geschah. Irgendwann, als bei Kilometer 39 immer noch etwas Gas in der Pipeline war, begann ich daran zu glauben, was mir ein bierseliger Zuschauer bei Kilometer 19,5 zugerufen hatte: Der Veit-Justus schafft das!</p>
<p>Bilanz: <strong>4:52:36</strong> Nettozeit als unausl&ouml;schliche Lasergravur auf einer Finisher Medaille (deutlich <strong>schneller als J&uuml;rgen Drews</strong> beim Malle Marathon), echt schr&auml;ge Kurzvideos von verschiedenen Streckenkameras und die Erkenntnis, das es tats&auml;chlich das Marathon Virus gibt.</p>
<p>Nach dem Lauf ist wirklich vor dem Lauf. Wo bitte kann man sich anmelden?</p> ]]></description>
      <pubDate>Mon, 01 Nov 2010 21:17:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Nichts geht mehr - alles läuft!</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2010/10/29/nichts-geht-mehr-alles-laeuft/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=105</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Mit den heutigen 40 Minuten leichten, langsamen Joggens &uuml;ber 5,6 Kilometer endet meine Marathon- Vorbereitung; und allem Anschein nach nicht nur die meine: Stra&szlig;en und Parks sind trotz des nahezu perfekten Herbstwetters beinahe l&auml;uferleer.</p>
<p>Kaum eine Frankfurter Zeitung, die nicht t&auml;glich neue Rekordzahlen an Wasserbechern, Biobananen, gemeldeten Startern und zu erwartenden Finishern zu vermelden h&auml;tte, erste deutliche Anzeichen eines eventlogistischen Kraftakts im Start/Ziel-Bereich an der Festhalle und immer mehr Plakate, die auf das Ereignis hinweisen: Die Stadt am Main liegt in scheinbarer Ruhe und doch sind &uuml;berall die Kraftwellen nerv&ouml;ser Antizipation zu sp&uuml;ren.</p>
<p>Ich habe heute das Gef&uuml;hl eines Roulettespielers, der alle Jetons auf eine Farbe gesetzt hat und der Croupier dreht die Scheibe an: Rien ne vas plus! Die Chance ist real - in gleichem Ma&szlig;e f&uuml;r den Erfolg, wie f&uuml;r das Scheitern. Wege zur Beeinflussung des Schicksals gibt es keine mehr, zumindest in meinem Fall nicht mehr durch Training oder Gewichtsabnahme.</p>
<p>Nat&uuml;rlich kann ich morgen auf dem Weg zur Startunterlagenabholung vom Rad st&uuml;rzen, mir beim Anpinnen der Startnummer 3693 mit einer Sicherheitsnadel die Lunge punktieren, oder mir bei der obligatorischen Nudelparty - die ich mir interessehalber und weil ich immer jeden Gutschein einl&ouml;se, egal welchen Schrott ich umsonst erhalte, nicht entgehen lassen werde - einen Darminfekt zuziehen. Doch damit rechne ich nicht wirklich.</p>
<p>Falls doch, verklage ich den Teigwaren- und So&szlig;ensponsor Birkl und fliege von dem Geld im n&auml;chsten November zum ING Marathon nach New York - auch ne Option&hellip;</p> ]]></description>
      <pubDate>Fri, 29 Oct 2010 22:30:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Noch 9 Tage: Der ultimative Sports-Nutrition Test</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2010/10/22/noch-9-tage-der-ultimative-sports-nutrition-test/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=103</guid>
      <description><![CDATA[ <p>L&auml;ufer haben eine gewisse Affinit&auml;t zu Gel. Sie schmieren es sich zwar nicht in die Haare, denn dies w&uuml;rde sp&auml;testens ab Kilometer f&uuml;nf zu ekliger Gesichtsverkleisterung f&uuml;hren; daf&uuml;r laufen sie wolkenweich auf Tretern, die mehr Gel enthalten als der Oberk&ouml;rper eines Erotikmodels, und kippen sich die energetisch hochkomplexe Schmiere w&auml;hrend des Laufens in den Hals. Mahlzeit!</p>
<p>Auch ich habe mich notgedrungen an den Gelkonsum gew&ouml;hnt. Feststoffliches wie ein Riegel kann schnell zum Problem werden. Man kommt beim Kauen aus dem Atemrhythmus, kriegt wenn&lsquo;s bl&ouml;d l&auml;uft fiese Cerealien- oder Fruchtkr&uuml;mel in die Luftr&ouml;hre, und hat bei gelungenem Verschlingen einen pappig gequollenen M&uuml;sliklo&szlig; in der Leibesmitte. Gel hingegen ist inhaltsoptimierte Spezialnahrung f&uuml;r den Astronauten der Stra&szlig;e, der zwar nicht mit Schwerelosigkeit, aber dennoch mit einigen Schwierigkeiten zu k&auml;mpfen hat, bis die klebrige Paste an den Ort ihrer Bestimmung gelangt ist. Einmal im Mund angekommen ist das Risiko, an Gel zu ersticken, jedoch weitaus geringer.</p>
<p>Da ich keine Lust habe, mir w&auml;hrend meines ersten Marathons ein DIXI H&auml;uschen suchen zu m&uuml;ssen, teste ich diverse Gele auf ihre Vertr&auml;glichkeit. Heute auf meiner hei&szlig;geliebten 22 Kilometer Mainrunde in Offenbacher Richtung, ist unter anderem das neue Sqeezy Energy Gel Tomate an der Reihe. Beim Versuch die Packung mit Laufhandschuhen zu &ouml;ffnen, garniere ich meine schicke Laufjacke mit einer Gallerte unbestimmten Rottons. Winnetou kurz nach dem schl&uuml;pfen? P&uuml;rierte Dachziegel? Zumindest wie Ketchup sieht es nicht aus. Der Geschmack ist zwar kein Highlight, aber verglichen mit den widerlich s&uuml;&szlig;en Berry, Orange, Apple Gels eine ernst zu nehmende Alternative. Mehr davon!</p>
<p>Mit diesem salzig tomatigen Gelee im Gep&auml;ck werde ich schon w&auml;hrend des Rennens von der Belohnung tr&auml;umen, die ich mir - falls der Himmel Erbarmen hat und mein Training mit den Freuden des Finishers belohnt - nach dem Marathon g&ouml;nnen werde: Fritten, Schnitzel, Berge meiner Lieblingsschokolade und BIER! Meine Frau zahlt!</p> ]]></description>
      <pubDate>Fri, 22 Oct 2010 21:59:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Black Coat Sun, won't you run....</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2010/10/22/black-coat-sun-wont-you-run/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=102</guid>
      <description><![CDATA[ <p><img src="/files/5112/8773/2563/DSCN2226.jpg" alt="DSCN2226.jpg" width="350" height="291" /></p>
<p><span style="font-size: medium;"><em>L&auml;ufer zur Sonne zu Freiheit,</em></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><em>L&auml;ufer vom Sofa empor!</em></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><em>Schwei&szlig; flie&szlig;t bei uns in der Freizeit,</em></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><em>es seufzen die Waden im Chor...</em></span></p> ]]></description>
      <pubDate>Fri, 22 Oct 2010 09:33:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Neue Jacke (dick) nebst neuer Taktik (bisschen spät…)</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2010/10/21/neue-jacke-dick-nebst-neuer-taktik-bisschen-spaet/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=99</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Ist es beginnende Panik angesichts der geringen Zahl verbliebener Tage bis zum D-Day (&bdquo;D&ldquo; steht f&uuml;r Durchhalten)? Oder ist es doch die zwanglos zwingende Stimme der Vernunft? Jedenfalls habe ich auch unter dem Eindruck des letzten 30 Kilometer Laufes am letzten Sonntag das Tempo nochmals gedrosselt. Bin gestern die Westhafenrunde am Main (siehe 15.10.) in einer Pace gelaufen, bei der die Pulsfrequenz bei gerade mal 138 BPM lag. Erkenntniszugewinn: man kommt auch mit 7,17Min/KM vom Fleck und bemerkt kaum Erm&uuml;dungserscheinungen. Auch der Schwei&szlig;fluss h&auml;lt sich in Grenzen und die neue, dicke Jacke, die ich wegen der rapide fallenden Temperatur angeschafft habe, erweist sich als ein wahrer Segen. So mollig warm und trocken , dass man Acht haben muss, nicht einzud&ouml;sen und in den Main zu laufen.</p>
<p>So sieht die neue Taktik aus: am Tag des gro&szlig;en Rennens ganz weit hinten loslaufen. Auf alle F&auml;lle weit hinter dem Hasen (f&uuml;r Unkundige: so werden die Zug- und Bremsl&auml;ufer im Feld vieler gro&szlig;er Marathons im L&auml;uferjargon genannt) mit der Zielzeit 04:29 auf seinem Schild. Bei bis jetzt mehr als 20.000 gemeldeten Startern werden wohl ein paar genauso und noch langsamer laufen als ich, sodass ich mich ganz gem&auml;chlich nach vorne arbeiten kann. Die ersten 30 Kilometer bis es wieder Richtung City geht im Schneckentempo und danach: Alles was drin ist!</p>
<p>Hoffentlich machen bei dem Zeitlupen Geschlurfe die Knie lange genug mit&hellip; Vielleicht doch lieber die alte Taktik&hellip;???</p>
<p>Es ist definitiv beginnende Panik&hellip;</p> ]]></description>
      <pubDate>Thu, 21 Oct 2010 09:06:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Motiviert, strapaziert und dehydriert: 30 Kilometer Klappe die Letzte</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2010/10/17/motiviert-strapaziert-und-dehydriert-30-kilometer-klappe-die-let/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=97</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Wahrscheinlich war der Rebensaftkonsum anl&auml;sslich des gestrigen philosophischen Lesezirkels, dem ich beiwohnte, etwas zu hoch... mea culpa...</p>
<p>Jedenfalls war das Aufstehen um kurz nach sechs Uhr in der Fr&uuml;he am heiligen Sonntag eine Qual. "Warum, warum, warum" - so echot es durch's noch unterbelichtete Hirn. Doch die F&auml;higkeit, sich selbst entgegen den verlockenden Einfl&uuml;sterungen des inneren Schweinehundes zu motivieren, ist f&uuml;r ambitionierte Marathon-Frischlinge wie mich unverzichtbar.</p>
<p>Leider fand die Qual heute kein so j&auml;hes Ende, wie beim letzten 30 Kilmoter Lauf mit dem Lauftreff. Sie wurde vielmehr von Kilometer zu Kilometer verst&auml;rkt. Der Gr&uuml;nde sind derer zwei: ich hatte nicht genug zu trinken dabei - nur einen stylischen Laufg&uuml;rtel mit zwei Miniampullen im Asterix-Zaubertrankfl&auml;schchen-Format. Die Labung wurde bereits nach Kilometer 16 von meiner gedunsenen Zuge restlos aufgesogen. Ich schleppte mich auf den verbleibenden 14.000 Metern dahin, wie weiland Ben Hur, nur ohne eine Hand, die mir ein Kr&uuml;glein Wasser an die rissigen Lippen hielt.</p>
<p>Zudem war unser Laufgruppenf&uuml;hrer (ein Titel der an finstere Epochen gemahnt) nicht bestrebt, die geplanten 6:30 Minuten pro Kilometer einzuhalten, sondern orientierte sich an zwei asketischen Hagerlingen mit mehrfacher Ironman-, Marathon-, schwimmender Atlantikquerung- und sonstwie gearteter Extremsport-Erfahrung, die wahrscheinlich den Globus zur H&auml;lfte umrundet h&auml;tten, bevor sie an ihre ebenfalls winzigen Trinkfl&auml;schchen auch nur gedacht h&auml;tten. Die Gruppe zerfaserte zusehends, und wenngleich ich ins Ziel gelangte, ohne von der Spitzengruppe abzurei&szlig;en, verr&ouml;chelte ich danach im dunstigen Duschraum.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Marathonregel Nr. 1</span>: <strong>Trinke und tr&ouml;dele</strong> - sonst wird deine trockene Mumie vom Besenwagen &uuml;berrollt!</p> ]]></description>
      <pubDate>Sun, 17 Oct 2010 19:28:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Noch 16 Tage: Schweiß auf der Stirn, Mantra im Hirn</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2010/10/15/noch-16-tage-schweisz-auf-der-stirn-mantra-im-hirn/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=95</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Der Marathon-Countdown Abrei&szlig;kalender der weltbesten Frau - n&auml;mlich meiner - empfiehlt f&uuml;r heute eine gro&szlig;e Runde vor dem Fr&uuml;hst&uuml;ck, also schraube ich bei nicht ganz kaiserlichem Wetter kurzbehost durch das morgendlich-herbstkalte Frankfurt. Von Bornheim zur Baustelle der neuen EZB, &uuml;ber den Main, dann bis zum Edelquartier am Westhafen und wieder auf der anderen Seite des Flusses retour.</p>
<p>Das alte Gef&uuml;hl von vor der elenden Ganzk&ouml;rperverschleimung ist wieder da: ich bin ein nicht gerade gepardenschnelles, aber mit zerm&uuml;rbender Ausdauer versehenes Raubtier. Z&auml;h und ziemlich fl&uuml;ssig trabe ich &uuml;ber den Teer. Letzte Woche 76km, diese Woche bislang 51. Am Sonntag stehen zum letzten Mal 30km auf dem Trainingsplan.</p>
<p><strong>Lauf-Mantra des Tages</strong> und derzeit mein Favorit: <em>Ewiger Wille meine St&auml;rke</em></p>
<p>(als mentales Hintergrundrauschen verteilt auf insgesamt acht Schritte mit einmal Ein- und einmal Ausatmen).</p> ]]></description>
      <pubDate>Fri, 15 Oct 2010 20:16:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Noch 37 Tage - Zeit für ein neues Motto</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2010/9/24/noch-37-tage-zeit-fuer-ein-neues-motto/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=92</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Der Countdown f&uuml;r den &auml;ltesten Stadtmarathon der Republik (http://www.frankfurt-marathon.com/) l&auml;uft, die Uhr tickt, die Socken qualmen und trotz leidiger Trainingspause, die ich einem besonders hartn&auml;ckigen Virus verdanke, ist die Motivation unver&auml;ndert hoch. Heute werden die Trikots geordert, mit denen textremsport auf die Bahn geht:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><strong>textremsport</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>macht Ihre Texte fit</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>damit sie ihr Ziel erreichen!</strong></p>
<p style="text-align: center;"><span style="text-decoration: underline;">www.textremsport.de</span></p>
<p style="text-align: center;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">Die Negation der M&ouml;glichkeit am Streckenrand zu verr&ouml;cheln als Leitmotiv in textremsportlichem Wei&szlig; und Gr&uuml;n auf sattem Konzertfl&uuml;gelschwarz.<span style="text-decoration: underline;"><br /></span></p> ]]></description>
      <pubDate>Fri, 24 Sep 2010 09:51:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Camping B. – No Go Area für verdurstende Läufer</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2010/8/25/camping-b-no-go-area-fuer-verdurstende-laeufer/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=89</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Ich gebe es zu: ich bin ein Schnorrer. Allerdings schnorre ich weder Zigaretten, noch 50 Cent St&uuml;cke noch andere &auml;hnlich gern geschnorrte Gegenst&auml;nde. Ich schnorre manchmal Leitungswasser.</p>
<p>Seit meiner lang vergangenen Zeit als extrem &uuml;bergewichtiger Teenager schwitze ich unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig stark. Dies hat sich auch nach meinem Wandel zum bem&uuml;ht-sportlichen Normalgewichtler nicht ver&auml;ndert. Schon bei einer gemalten Sonne auf einer Mehlpackung beginne ich zu saften. Dementsprechend hoch ist mein Fl&uuml;ssigkeitsverlust beim Laufen &ndash; besonders jetzt im Sommer und im Zuge der immer l&auml;nger werdenden Strecken vor dem Marathon. Selbst wenn ich bei einem 20km Lauf eine 1,5 Liter Flasche mitschleppe, was mir meist zu schwer ist, komme ich gerade mal so hin. Also bin ich dazu &uuml;ber gegangen, gelegentlich Leitungswasser zu schnorren. Kaum ein Frankfurter Lokal in der N&auml;he des Mains, wo ich noch nicht freundlich gefragt h&auml;tte, ob es m&ouml;glich w&auml;re, meine leere Pulle im Waschraum kurz aufzuf&uuml;llen. F&uuml;r Gotteslohn, wie es in frommeren Zeiten hie&szlig;, also umsonst. Selbst in der noblen Gerberm&uuml;hle wurde mein Ansinnen mit Freundlichkeit und Wohlwollen quittiert, und die Mischung aus Dankbarkeit und ein wenig schlechten Gewissens ob meines Bittsteller Gehabes, veranlassten mich in den meisten F&auml;llen, die jeweilige Lokalit&auml;t in Casual Klamotten und selten allein noch einmal aufzusuchen, und ein Bier zu trinken. So gesehen hat sich meine Schnorrerei f&uuml;r die Wirte sogar gelohnt, denn wer mich kennt wei&szlig;, ich trinke selten nur ein Bier.</p>
<p>Heute waren mindestens 25 km geplant und aufgrund des dunstig warmen Wetters war meine 0,65 Liter Flasche bereits kurz vor Offenbach B&uuml;rgel leer. Als ich die Br&uuml;cke &uuml;ber den Main querte fiel mein Blick auf das bunte Treiben eines Campingplatzes. Ich lenkte also die Schritte durch das Tor und einer der Platzg&auml;ste wies mir den Weg zu einer Art Kneipe nebst Verwaltung inmitten des Platzes. &bdquo;Da krisse Wasser!&ldquo;. Die Br&uuml;der hatten bereits sauber geladen, was mich jedoch nicht im Geringsten befremdete. Die Kneipe war leer und roch wie eine Kneipe. Echt Old School, aber auch damit habe ich keinerlei Probleme. Aus dem hefigen Halbschatten trat eine Dame unbestimmten Mittelalters die mich zun&auml;chst begr&uuml;&szlig;ungsfrei&nbsp; und leicht absch&auml;tzig musterte. Ich beeilte mich mein freundlichtes Lieblings-Schwiegersohn L&auml;cheln aufzulegen und mein Verslein her zu sagen: &bdquo;Hallo! Wie sie sehen treibe ich Sport und dummerweise ist mir das Wasser ausgegangen. W&auml;re es m&ouml;glich, dass ich meine Flasche bei Ihnen kurz mit Leitungswasser f&uuml;lle?&ldquo; Merke: Wir sind auf einem Campingplatz, wo &uuml;berall H&auml;hne sind, damit fr&uuml;h am Nachmittag volltrunkene Opas ihre Tennissocken waschen k&ouml;nnen. Schweigend ruhen die tr&uuml;ben und immer noch absch&auml;tzig drein schauenden Augen auf meiner schwei&szlig;triefenden Figur. Und dann kam es aus der Zeltplatz Matrone&nbsp; hervor: &bdquo;Dassss ssss eigennlich nich&uuml;blich hier!&ldquo;. Der mehlig-kehligen Abfolge von Zischlauten zufolge hatte auch Madame ihrem ersten Schoppen schon lange vor meiner Ankunft Ade und seinen Nachfolgern Hallo gesagt. Dazu pr&auml;sentierte sie ein scheppes L&auml;cheln. Zuerst lie&szlig; mich diese Mundverzerrung glauben es k&auml;me noch was nach, wie: <em>f&uuml;r so flei&szlig;ige L&auml;ufer mach ich gern mal ne Ausnahme</em>, aber stattdessen erstarrte sie mit verschr&auml;nkten Armen und nunmehr richtig b&ouml;sartig grinsend zur Salz- oder Kalks&auml;ule wie weiland Lots Weib vor den Toren Sodoms. V&ouml;llig perplex ob solch selbstgef&auml;lliger Unfreundlichkeit staubte ich von dannen. Die Emp&ouml;rung trug mich auch ohne w&auml;ssrige Labung bis beinahe nach Hause wo ich nach 27,46km mit einem alkoholfreien Weizen zusammenklappte.</p>
<p>Auf der Homepage bezeichnen sich die Camping-Platzhirsche als &bdquo;Oase am Main&ldquo;. Seltsam. Ich muss&nbsp; den Begriff einer Oase bis heute v&ouml;llig missverstanden haben.</p> ]]></description>
      <pubDate>Wed, 25 Aug 2010 22:14:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Ü30 (Teil 2) – Geteilter Lauf ist halber Lauf</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2010/7/27/30-teil-2-geteilter-lauf-ist-halber-lauf/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=86</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Lauftreffs sind eine tolle Erfindung: Sportives Socializing zum Schw&auml;tzen und Schwitzen. Als eigenbr&ouml;tlerischer Misanthrop hatte ich diese tolle Erfindung bislang mit k&uuml;hler Missachtung gestraft, doch angesichts der Vorstellung eines ersten 30km Laufs hatte ich mich entschlossen, das umfangreiche <strong>Marathonvorbereitungsangebot </strong>von <strong>Spiridon Frankfurt </strong>(www.spiridon-frankfurt.de) &ndash; einem der gr&ouml;&szlig;ten Laufvereine meiner bundesdeutschen Heimat &ndash; wahr zu nehmen. Zum Gl&uuml;ck, denn allein eine solche Strecke zu bew&auml;ltigen ist vor allem f&uuml;r die Psyche eine nicht zu untersch&auml;tzende Herausforderung.</p>
<p>Ich muss gestehen, dass meine Vorurteile durch den ersten Eindruck des Laufens in einer Gruppe Gleichgesinnter und ungef&auml;hr Gleichgetrimmter geradezu pulverisiert wurden.</p>
<p>Es beginnt bereits mit der augenscheinlichen Best&auml;tigung, dass man nicht der einzige Depp ist, der den Sonntagmorgen nicht zum Ausschlafen nutzt, und stattdessen in bunter Funktionskleidung und mit seltsamen Beutelchen und Fl&auml;schchen an und auf den H&uuml;ften schwei&szlig;triefend durch die Gegend rennt. Hinzu kommt der massive Einfluss interessanter und gr&ouml;&szlig;tenteils laufsportbezogener Kommunikation auf das subjektive Zeit und Streckengef&uuml;hl.</p>
<p>Minuten und Kilometer werden zur gef&uuml;hlten H&auml;lfte ihrer Dauer komprimiert. Verwundert vernimmt man das Signal der GPS Uhr, dass bereits 20km Strecke bew&auml;ltigt sind. Nach dem Lauf, der durch die perfekte Infrastruktur des Spiridon Lauftreffs unter einer hei&szlig;en Dusche am Ziel endet, f&uuml;hle ich mich nicht nur unbesiegbar und beinhart, wie der Terminator &ndash; ich teile auch seine h&auml;ufig ge&auml;u&szlig;erte &Uuml;berzeugung: &bdquo;<em>Ich komme wieder!</em>&ldquo;</p> ]]></description>
      <pubDate>Tue, 27 Jul 2010 15:58:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Ü30 (Teil 1) – Morgenstund hat Blei im Hintern</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2010/7/27/30-teil-1-morgenstund-hat-blei-im-hintern/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=85</guid>
      <description><![CDATA[ <p>Mich fr&uuml;hmorgens am Sonntag zum Laufen fertig zu machen,&nbsp; gleicht einer Rekapitulation der eigenen Geburt und ist ein &auml;hnlich traumatisches Geschehen. Aus der Geborgenheit und W&auml;rme des Bettes und der N&auml;he des Weiblichen in Gestalt meiner friedvoll schlummernden Gattin geht es hinaus in die kalte und erbarmungslose Wirklichkeit. Mit verklebten Lidern und fr&ouml;stelnd lauscht man der Litanei des inneren Schweinehundes: &bdquo;<em>Warum tust Du Dir das an? Weltrekorde wirst du bestimmt nicht mehr brechen! Schlaf weiter und lass Dir ein Fr&uuml;hst&uuml;ck machen!</em>&ldquo; &ndash; so klingt sein perfides Mantra.</p>
<p>Doch ich bleibe hart, wenngleich ich froh w&auml;re, wenn wenigstens mein Weib mir z&auml;rtliche Bewunderung und tiefen Respekt zollen w&uuml;rde. Stattdessen h&ouml;re ich nur ein schlaftrunkenes: &bdquo;<em>Mach das Ding aus!</em>&ldquo; als die Weckwiederholung des Mobiltelefons erneut zu Piepen beginnt. Ich trolle mich ins Bad und beginne mit der Routine des Leistungswilligen. Brustwarzen abkleben, Pulsgurt umschnallen und eine d&uuml;rftige Katzenw&auml;sche vornehmen. Danach in die Klamotten, die ich dummerweise &uuml;ber Nacht &nbsp;auf dem Balkon h&auml;ngen gelassen habe.</p>
<p>An der G&uuml;te Gottes und meinem Verstand zweifelnd streife ich weinerlich die k&auml;lteklamme und feuchte Tight und das Shirt &uuml;ber meinen geht-so gest&auml;hlten Leib. Dann packe ich alle noch vorhandenen Gele und den k&ouml;stlichen Rest meiner ersten T&uuml;te Powerbar Ride Shots Cola (Gummib&auml;rchen speziell f&uuml;r Mitglieder der laufenden Zunft) in die Tasche, f&uuml;lle eine 1,5 Liter Wasserflasche mit Frankfurter Leitungsbrunnen und verlasse in meinen alten Adidas Supernova Cushion, dem mit Abstand am Besten eingelaufenen Paar Laufschuhe, das ich besitze, die Wohnung: Volle 30km stehen auf dem Programm &ndash; so weit bin ich noch nie zuvor am St&uuml;ck gelaufen&hellip;</p> ]]></description>
      <pubDate>Tue, 27 Jul 2010 08:31:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>First Time, first Lauf…</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2010/7/21/first-time-first-lauf/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=83</guid>
      <description><![CDATA[ <p>&hellip;zumindest wenn es um die mythische Distanz von 42,195 Kilometer geht. Meine Anmeldung zum Commerzbank Marathon Frankfurt am 31.10.2010 ist Ende des letzten Monats beim Veranstalter eingegangen, und die Startgeb&uuml;hr von durchaus annehmbaren 60 Euro bereits unwiederbringlich vom Konto verschwunden. Der immensen Versuchung, bereits bei Anmeldung eines der stylischen Finisher-Funktionstrikots zu bestellen, habe ich widerstanden. Zu zahlreich sind die M&ouml;glichkeiten des Scheiterns, und auch wenn ich eigentlich davon ausgehe, mit entsprechender Vorbereitung und Disziplin die Strecke bew&auml;ltigen zu k&ouml;nnen, und zudem aus meiner Zeit als nicht wirklich schlagfertiger Hobbyboxer in verschiedenen Vereinen ein ger&uuml;tteltes Ma&szlig; an physischer Leidensf&auml;higkeit mitbringe, habe ich doch einen Heidenrespekt vor der doppelten Halbmarathondistanz. Die Vorstellung, bei km 27 aussteigen zu m&uuml;ssen und als desillusionierter, deprimierter und dehydrierter Zombie &ndash; passend zu Halloween &ndash; mit einer Taxe oder &Ouml;ffis ins Ziel zu kommen, wo mich der Anblick meines bereits bezahlten und vom Umtausch ausgeschlossenen Hemdchens verh&ouml;hnt, ist gar zu schrecklich. Nun geht es also ans sprichw&ouml;rtlich Eingemachte und daran, die gem&uuml;tliche Wochenbilanz von round about 40 Laufkilometern auf Werte zwischen 60 und 80 zu steigern. Die erste Stufe habe ich bereits &uuml;berschritten, und am kommenden Sonntag steht der erste lange Lauf &uuml;ber 30km mit einer Pace von 6.15/km mit dem Lauftreff von Spiridon Frankfurt auf dem Trainingskalender. Mal schaun &ndash; wenn der erste Marathon Lauf geschafft sein sollte, finde ich bestimmt einen traurigen Zombie im Zielgebiet, der nur zu gerne bereit ist, sein im Voraus gegen bessere Skepsis geordertes Finisher Longsleeve Gr&ouml;&szlig;e L gegen einen Bruchteil des urspr&uuml;nglichen Kaufpreises an mich abzutreten.<img title="Money mouth" src="http://www.textremsport.de/concrete/js/tiny_mce/plugins/emotions/img/smiley-money-mouth.gif" border="0" alt="Money mouth" /><img title="Cool" src="http://www.textremsport.de/concrete/js/tiny_mce/plugins/emotions/img/smiley-cool.gif" border="0" alt="Cool" /></p> ]]></description>
      <pubDate>Wed, 21 Jul 2010 09:18:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Spießbratenlaufen</title>
      <link>http://www.textremsport.de/index.php/laufen/2010/6/18/spieszbratenlaufen/</link>
      <guid>http://www.textremsport.de/index.php?cID=77</guid>
      <description><![CDATA[ <p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">Es ist Sommer. Lange hatte ich gez&ouml;gert diesen lapidaren, schlichten Satz &uuml;ber die Lippen zu bringen. Regen, Wind und all die seltsamen Zuf&auml;lle der Witterung in unseren so genannten gem&auml;&szlig;igten Breiten hatten mich Z&ouml;gern lassen. Auslaufender Winter, Fr&uuml;hlingsanfang, Fr&uuml;hlingsmitte, Sp&auml;tfr&uuml;hling&hellip;Fr&uuml;hsommer? Doch irgendwann gibt es einfach keine sachhaltigen Gr&uuml;nde mehr um Zweifel anzumelden. Schon beim Erwachen klebt die Steppdecke mit der Adh&auml;sionskraft von Gebisshaftcreme an den schlafschweren Gliedern, und die Anstrengung, sie ab zu werfen, l&auml;sst salzige Sturzb&auml;che aus jeglichen Poren hervor brechen. In der gut gef&uuml;llten U-Bahn auf dem morgendlichen Weg ins B&uuml;ro sieht man sich gen&ouml;tigt eine Art Gelee einzuatmen, in welchem die synthetischen Kokos- und Vanillearomen diverser Sonnencremes als angenehmste Kopfnoten heraus ragen &ndash; von den &uuml;brigen Bestandteilen, deren Anteil sich bei der R&uuml;ckfahrt am fr&uuml;hen Abend deutlich erh&ouml;ht hat, geflissentlich zu schweigen. S&auml;mtliche Freib&auml;der und Gr&uuml;nfl&auml;chen des Molochs Gro&szlig;stadt verwandeln sich in ein buntes Wimmelbild, und bis in die Nachtstunden hinein sitzt man bei Bier, Cocktail und Tapas &ndash; in meiner Frankfurter Heimat bei &Auml;ppler und Handk&auml;s mit Musik - in den Kneipen, Bierg&auml;rten und Caf&eacute;s. Es ist Sommer!</p>
<p style="text-align: justify;">Auch f&uuml;r uns L&auml;ufer hat diese schlichte Wahrheit weitreichende Folgen. Die von fachkundigen Laufexperten wie ein Mantra beschworene Zwiebeltaktik bei der Bekleidung &ndash; Windstopper-Jacke, Fleece, Longarm-Shirt, T-Shirt, Singlet, Long Tight, Short, bis hin zum mit geruchshemmenden Silberionen bedampften High-Tech Schl&uuml;pfer &ndash; wird verworfen. Jede Textilhaut, die nicht unabdingbar zur Vermeidung &ouml;ffentlichen &Auml;rgernisses ist, bleibt im Schrank zur&uuml;ck, und ohne gut gef&uuml;llte Trinkflasche geht niemand mehr auf eine Strecke &uuml;ber 5 km.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich laufe gern in extremen Bedingungen, bin hitzeresistent und mag den kostenfreien t&auml;glichen Br&auml;unungszuwachs. Dennoch gibt es ein Ph&auml;nomen, das mir in jedem neuen Sommer aufs Neue meine liebste Hausstrecke durch eine der gr&ouml;&szlig;eren Parkanlagen meiner Stadt verleidet. Es geschieht tagt&auml;glich um die gleiche Zeit. Eine Armee der Karnivoren f&auml;llt gegen 17.30 Uhr in mein ureigenes Laufrevier ein. Beladen mit einem beinahe vollst&auml;ndigen Hausstand, mit Plastikgest&uuml;hl, K&uuml;hlboxen, Klapptischen und - einem Grill! Hinzu kommen riesige S&auml;cke mit Grillgut aller Art &ndash; oder im schlimmsten Falle mit k&uuml;rzlich entseelten Paarhufern, die erst vor Ort mundgerecht seziert werden. Noch w&auml;hrend der W&uuml;rz und Marinierorgie werden die diversen Grills vorgeheizt.</p>
<p style="text-align: justify;">Schon jetzt werden je nach Windrichtung gute 900 Meter meiner gro&szlig;en Park-Runde zur Todeszone. Verdampfender Grillanz&uuml;nder und bei&szlig;ender Kohlendunst lassen die Augen tr&auml;nen und macht jeden, doch so notwendigen Atemzug zur Qual. Wenn dann die Tiere in eigenem Saft und &Ouml;l vor sich hin schmoren, l&auml;sst das tropfende Fett der Hammel und S&auml;ue dichte wei&szlig;graue Schwaden zwischen den B&auml;umen umher wabern. Wer in diesen Talgnebel hinein ger&auml;t und ohnehin schon merklich aus der Puste ist, klappt zusammen wie ein &uuml;berladener Campingtisch aus dem Discounter. Wer in seinen Erstickungskr&auml;mpfen strauchelt, hat noch Gl&uuml;ck, wenn keiner der zahlreichen Knochensplitter, die &uuml;berall herum liegen, in seine hei&szlig;gelaufenen Waden dringt.</p>
<p style="text-align: justify;">Mehr als drei Runden Spie&szlig;rutenlaufen &ndash; jener archaischen Pr&uuml;gelstrafe aus roheren Zeiten - hatte den Tod des Delinquenten zur Folge. Wie viele Runden Spie&szlig;bratenlaufen es zum Aushauchen der Seele braucht, wei&szlig; ich nicht. Mehr als eine Runde im Grilldunst habe ich bislang nicht absolviert.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Sommer liebe ich die Br&uuml;cken &uuml;ber den Main. Hier kommt wirklich niemand auf die Idee, links oder rechts meines Laufweges einen Grill aufzubauen.</p> ]]></description>
      <pubDate>Fri, 18 Jun 2010 00:01:00 +0200</pubDate>
    </item>
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